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Hüftgelenksdysplasie Hund

Fam. Z. aus Inca fragt:

Wir haben uns einen rassenreinen deutschen Schäferhundwelpen mit Papieren gekauft.
Wir wissen, dass bei dieser Rasse häufig die HD-Krankheit vorkommt, eine Art Knochenkrankheit (?). Was können wir tun, dass unser Hund diese Krankheit nicht bekommt?

 

Liebe Fam. Z.!


Unter der Abkürzung HD (Hüftgelenksdysplasie) versteht man eine Fehlentwicklung (Dysplasie) im Hüftgelenksbereich, die zur Arthrose (Gelenksabnutzung) führt. Fehlbildungen an den Gelenken, den Gelenkspfannen oder der Oberschenkelköpfe bewirken, dass diese Knochen, aus denen das Gelenk besteht, nicht genau zusammenpassen. Diese Dysplasie entwickelt sich beim Hund in den ersten 15 Lebensmonaten und kommt in unterschiedlich starken Ausprägungen vor. Im späteren Leben verändert sich nur noch das Ausmaß der Krankheit.
Besonders bei jungen Hunden mit ausgeprägter HD kann diese Gelenkskrankheit zu starken Schmerzen führen. Bei leichten Formen der HD können Symptome völlig fehlen, solange das Tier nicht übermäßig beansprucht wird, oder erst im Alter auftreten, wenn die fortschreitende Abnutzung des Hüftgelenkes zusätzlich Schmerzen auslöst. Manchmal entwickeln Hunde bestimmte Bewegungstechniken, durch die Schmerzen weitgehend kompensiert werden, so dass der Besitzer oft gar nicht bemerkt, dass sein Hund unter HD leidet.
Je weniger die Gelenksteile der Hüfte zusammenpassen, desto lockerer sitzt der Oberschenkelkopf in der Gelenkspfanne und desto stärker wird die Beweglichkeit innerhalb des Gelenks. Dadurch wird bei jedem Schritt die sensible Gelenkskapsel gezerrt, was Schmerzen verursacht. Mit der Zeit führt die Instabilität zur Schädigung der Knorpel und der beteiligten Knochen. Knöcherne Zubildungen und Verformungen können entstehen und führen zu noch mehr Schmerzen. Das Tier entlastet die Hintergliedmasse, was langsam zu Muskelschwund an der betroffenen Seite führt. Die fehlenden muskulären Stützen machen das Gelenk noch instabiler und fördern die arthrotischen Veränderungen. Der Hund zeigt eine verminderte Aktivität, er lahmt und hat Mühe beim Aufstehen, insbesondere nach längerem Liegen. Nicht selten führt chronischer Schmerz zu Charakterveränderungen. Umgängliche Tiere können missmutig oder sogar bissig werden.
Die Ursachen für die Entwicklung dieser Krankheit sind bis heute nicht vollständig bekannt.
Man weiß aber, dass die wichtigste Grundlage dafür in den Erbanlagen zu suchen ist. Gendefekte führen dazu, dass Bindegewebe nicht korrekt ausgebildet werden und damit Instabilität in den Gelenken verursacht wird. Durch das „Herumrutschen“ der Knochen in den Gelenkspfannen wird das Gelenk abgenutzt, Arthrose entsteht. Ein straffes Gelenk entwickelt keine HD. Weiterhin spielt die Ernährung eine wichtige Rolle in der HD-Entwicklung. Hunde, die Veranlagung zur HD haben können durch falsche Ernährung ausgeprägte HD entwickeln. Es ist mittlerweile erwiesen, dass zu schnelle Gewichtszunahmen und zu schnelles Wachstum eine HD-Entwicklung maßgeblich beeinflussen. Auch ein Überangebot an Calcium im Futter kann üble Folgen haben.
Die Diagnose HD wird durch eine Röntgenuntersuchung der Hüftgelenke gestellt. Der Hund erhält eine Vollnarkose, um eine bestimmte Lagerung währen des Röntgens zu ermöglichen.
Sichtbare Veränderungen an Gelenkspfanne und Oberschenkelkopf zusammen mit Winkelmessungen am Röntgenbild werden nach einer Skala mit fünf Graden (von HD-frei bis hochgradiger HD) beurteilt. Vor allem für Paarungsbeschränkungen bei der Zucht sind solche Beurteilungen wesentlich. Prinzipiell sind alle mittel- bis großen Rassehunde von der HD betroffen. Besonders gefährdete Rassen sind, trotz strenger Zuchtbestimmungen, immer noch Bernhardiner, Schäferhunde, Setter und Boxer.
Therapeutisch hat man wenige Möglichkeiten, eine HD zu beeinflussen. Futterzusätze mit Medikamenten zur besseren Knorpelstoffwechselversorgung und gleichzeitiger Schmerzlinderung helfen nicht immer. In der Regel muss eine kontinuierliche schmerz-und entzündungshemmende Therapie angewendet werden. Versagen alle Medikamente ist der chirurgische Eingriff die einzige Möglichkeit eine Besserung zu erzielen. Nervenschnitt und künstliche Hüftgelenke kommen heute in vielen Tierkliniken zur Anwendung.
Was Sie, liebe Fa. Z., für Ihren jungen Schäferhund tun können ist, seine Fütterung zu optimieren. Energie-, Eiweiß- und Mineralstoffanteile im Futtermittel sollten ausgewogen sein. Das Calcium-Phosphorverhältnis muss 1:1 sein. Wenn dazu in den ersten 10 Monaten eine zu schnelle Gewichtszunahme vermieden werden kann(ohne den Hund zu Überbeanspruchen!), hat auch ein Tier mit ungünstigen Erbanlagen gute Chancen, akzeptable Hüftgelenke zu entwickeln und schmerzfrei zu bleiben.