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Patellaluxation

Richard K. aus Manacor fragt:

Mein kleiner Yorkshire Rüde humpelt seit einiger Zeit mit dem rechten Hinterbein. Manchmal läuft er mehrere Schritte ganz normal und dann plötzlich wieder auf drei Beinen. Er zeigt aber keine Schmerzen, wenn ich ihn abtaste. Was kann das nur sein?

 

Lieber Richard!


Unter Umständen leidet ihr Hündchen an einer ausgerenkten Kniescheibe, einer so genannten „Patellaluxation“. Von dieser Erkrankungen sind viele Miniatur- und Zwergrassen betroffen, auch beim Yorkshire Terrier wird ein gehäuftes Auftreten festgestellt.
Das Kniegelenk ist ein kompliziertes Gelenk, in dem nicht nur Dreh-, sondern auch Scharnierbewegungen ausgeführt werden können. Es wird vom Oberschenkelknochen, Schienbein und Wadenbein gebildet. Zur Stabilisierung dieses Gelenks sind kräftige Seitenbänder, zwei Paar so genannte „Kreuzbänder“ und beidseitige knorpelige Menisken notwendig. Die Kniescheibe (= Patella) ist ein Teil des Kniegelenks und in die Endsehne der Streckmuskulatur des Oberschenkels eingelagert. Normalerweise liegt die Patella fest in einer Knochenrinne am Ende des Oberschenkelknochens, in der sie bei jeder Bewegung des Gelenkes auf- und abgleitet. Springt die Kniescheibe aus dieser Gleitbahn heraus, spricht man von einer Luxation.
Für eine Patellaluxation gibt es mehrere Ursachen. Zum einen kann sie durch Gewalteinwirkung von außen, z. B. Unfälle jeder Art, ausgelöst werden. Zum anderen können angeborene Fehlstellungen und Missbildungen die Luxation verursachen, was der häufigere Fall ist. Besonders bei kleinen Hunden treten oft angeborene Fehler wie „X-Beine“, „O-Beine“ oder eine zu flache Gleitrinne auf.
Wenn die Patella bei bestimmten Bewegungen wieder in ihre Gleitrinne zurückspringt, zeigen die betroffenen Hunde einen typischen „Wechselschritt“: Hochhalten des Hinterbeins während einiger Schritte (= die Kniescheibe befindet sich außerhalb der Rollbahn), gefolgt von normaler Belastung (= die Kniescheibe ist wieder in ihre normale Position innerhalb der Gleitrinne zurückgesprungen). Bleibt die Patella in ihrer Stellung außerhalb liegen, ist die Bewegungsfähigkeit des Gelenks sehr stark eingeschränkt und der Hund zeigt eine ständige Lahmheit. Mit der Zeit entstehen in beiden Fällen Entzündungen und Schäden am Gelenksknorpel. Um dies zu vermeiden, Richard, sollten Sie mit Ihrem Yorki einen Tierarzt aufsuchen. Nach der Ganguntersuchung wird am stehenden Hund Beinstellung, Ausbildung der Muskulatur und Lage der Patella untersucht. Eventuell müssen Röntgenbilder angefertigt werden, um zu prüfen, ob bereits Knorpelschäden aufgetreten sind. Wenn die Diagnose gestellt ist, wird individuell eine Therapie zusammengestellt. In der Regel ist ein chirurgischer Eingriff notwendig, um die Gleitrinne zu vertiefen und die Ansatzstelle des geraden Kniescheibenbands zu versetzen.
Leider wird das vererbbare Problem der Patellaluxation immer noch von vielen Züchtern vernachlässigt. Besonders bei „Hobbyzüchtern“ ist oft nicht genügend Fachwissen oder Bereitschaft vorhanden, um eine entsprechende Zuchtauslese vorzunehmen