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Therapieprogramme bei Arthrose

Frederic P. aus Sóller fragt:

Unsere Hündin hat schon seit längerer Zeit Arthrose. Manchmal läuft sie gut, dann kann sie wieder kaum aufstehen. Sie bekommt derzeit keine Medikamente. Würden Sie ihr Schmerzmittel als Dauertherapie verordnen?

 

Lieber Frederic!


Jeder fünfte Hund leidet unter Arthrose und viele Besitzer sehen die Bewegungsprobleme als altersbedingt bzw. als unvermeidbar an. Dabei besteht heutzutage durchaus die Möglichkeit, mittels guter und kontinuierlicher tierärztlicher Kontrolle und Behandlung die Lebensqualität der betroffenen Tiere erheblich zu verbessern.

Die Osteoarthritis ist eine entzündliche Erkrankung der Gelenke. Hat sie einmal angefangen, schreitet diese Entzündung ständig fort und ist auch nicht mehr aufzuhalten. Mit der Zeit entstehen nicht mehr rückgängig zu machende Veränderungen in den Gelenken. Man spricht jetzt von Arthrosen.

Man unterteilt die Krankheit in verschiedene Phasen. In der „akuten Phase“ sind die Symptome für den Besitzer meist erstmalig erkennbar. Durch Manipulation, wie besispielsweise passives Bewegen an den entsprechenden Stellen, ist Schmerz auslösbar . Auch ist das Tier in der Regel nicht mehr so bewegungsfreudig. In der so genannten „aktiven Phase“ treten vermehrt Lahmheiten auf, die Bewegungsbelastbarkeit sinkt dramatisch, die Tiere werden „steif“ und scheinen „gealtert“. In den „ruhigen Phasen“ der Entzündung zeigen sich die Tiere wieder aktiver und gesünder, mit mehr Vitalität und Lebensfreude. Diese Erkrankungsstadien wechseln sich ab und werden schließlich von der „Endphase“ eingeholt, in der die maximale Krankheitsintensität ausbricht. Lahmheiten sind konstant und der Schmerz ist nicht mehr behandelbar.

Das heutige Behandlungsziel der Arthrose in der Veterinärmedizin ist es, die Progressionskurve dieser Krankheit so flach wie möglich zu halten. Das heißt, wir wollen, dass die Krankheitssymptome in der „Ruhephase“ oder sogar unterhalb dieser Symptome bleiben und das möglichst lange. „Akute“ und „aktive“ Phasen sollen ausgeschaltet und die „Endphase“ so lange wie möglich hinausgezögert werden.

Je früher man in das Krankheitsgeschehen eingreift, Frederic, desto mehr Möglichkeiten bestehen, das Fortschreiten zu verlangsamen. Dazu stellen wir Tierärzte so genannte Arthrose-Kontrollpläne auf. Diese Protokolle sind individuell und orientativ. Geschichte und Lebensstil von Hund und Besitzer sind wichtig, um zu erfahren, wie sehr und in welcher Form die Arthrose deren tägliche Abläufe beeinflusst.

Zunächst ist es wichtig, sich ein Bild über den Zustand der Arthrose zu machen. Liegt eine leichte oder schwere Erkrankung der Gelenke vor bzw. ist bereits das letzte Stadium erreicht? Später spielen kontinuierliche Kontrollen eine wichtige Rolle. Bei der Therapie steht zunächst die Schmerzbehandlung im Vordergrund. Zum Glück können wir heutzutage auf Analgetika (so genannte „nichtsteroidale Antiinflammatoria“ der neuen Generation) zurückgreifen, die langfristig ohne ernsthafte Nebenwirkungen für den Patienten angewendet werden können. Als nächstes muss der Knorpelzustand, beispielsweise durch Röntgenuntersuchungen, bestimmt werden. Moderne „Chondroprotektoren“ – das sind Medikamente zur Verbesserung des Gelenkstoffwechsels – verzögern mitunter dramatisch den kontinuierlichen Abbau von Knorpelmasse. Es hat sich auch herausgestellt, dass spezielle Futtermittelzusätze, beispielsweise bestimmte Omega-3 Fettsäuren in hoher Dosierung, nachweislich den Gesamtzustand von Arthrosepatienten verbessern können. Der nächste Punkt in unserem Therapieplan ist das Training der Hunde. Um die Gelenkbeweglichkeit aufrecht zu erhalten und dem Abbau von Muskelmasse entgegenzuwirken, ist es unabdingbar, den Hunden Bewegung zu verschaffen. Dafür das richtige Maß zu finden, ist wiederum individuell festzulegen. Genauso wichtig ist es, Übergewicht abzubauen und dem Tier unnötige Hindernisse (Treppen, Anstiege usw.) möglichst aus dem Weg zu räumen.
Auch moderne Methoden der Therapieunterstützung, wie Goldakupunktur oder fachgerechte Physiotherapie sind hilfreiche und gängige Methoden zur Schmerzverminderung und Verlangsamung der Degeneration.