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Speicheldrüsen

Sabina K. aus San Jordi fragt:

Mein Bernhardinerhund ist eine richtige „Sabberliese“. Am allerschlimmsten ist es, wenn es Fressenszeit ist. Dann tropft ihm der Speichel auf beiden Seiten aus dem Maul. Ist es nicht möglich, diese Speicheldrüsen zu entfernen?

 

Liebe Sabina!


Auf gar keinen Fall werden wir Ihrem Hund die Speicheldrüsen entfernen! Sie sind von großer Wichtigkeit, damit der Verdauungsapparat seine Funktion erfüllen kann.

Der Kreislauf von Ernährung und Ausscheidung hält einen Körper am Leben.
Die Verdauung beginnt nach der Aufnahme der Nahrung durch die mechanische Zerkleinerung durch die Zähne. Die weitere Zerkleinerung erfolgt durch enzymatische Spaltung des Futters. Enzyme und Hormone im Speichel, im Magen-Darmtrakt und in den Körperdrüsen, wie beispielsweise Bauchspeicheldrüse oder Leber, lösen die Nährstoffe aus dem Nahrungsbrei. Besonders beim Pflanzenfresser, aber auch beim Fleisch- und Allesfresser, spielen Darmbakterien zur Zersetzung von nicht aufschließbaren Nahrungsbestandteilen eine wesentliche Rolle. Sind alle Stoffe gelöst, kann der Körper die für seine Ernährung nötigen und wichtigen Substanzen aufnehmen und die unverdaulichen und schädlichen Stoffwechselprodukte ausscheiden.

Dem Speichel kommen beim Verdauungsgeschehen gleich mehrere Rollen zu. Zunächst einmal dient er der Befeuchtung der Maulschleimhaut und dann der Verflüssigung und Gleitfähigmachung der Nahrung. Dadurch werden die Geschmackstoffe aus dem Futter freigesetzt. Gleichzeitig beginnt bereits der Kohlehydratabbau auf enzymatischem Weg. Dem Speichel kommt auch eine Abwehrfunktion zu. Bestimmte schädliche Bakterien können durch Speichelbestandteile schon im Fang abgetötet werden, bevor sie in den Körper eindringen.

Leider hat der Mensch recht viele Hunderassen gezüchtet, die durch übermäßige Lefzenbildung einen schlechten Lippenschluss haben. Boxer, Bernhardiner und auch die Berner Sennenhunde gehören dazu.
Und wie Sie, Sabina, stören sich viele der Besitzer solcher Rassen am "Gesabber" ihrer Schützlinge.

Dazu kann ich Ihnen ein paar Tipps geben. Die Speichelsekretion ist beeinflussbar. Das kennen wir schließlich sehr gut von uns Menschen, denn woher sonst kommt der Spruch: "… bei dem Anblick läuft einem das Wasser im Munde zusammen...". Es geht unseren Haustieren nicht anders, denn die Speichelausschüttung wird über das zentrale Nervensystem geregelt. Nicht nur die Futteraufnahme, sondern schon der Geruch von Futter, der Anblick oder alleine die Erwartungshaltung bringen die Vierbeiner zum "sabbern". Wenn wir es also mit einem "Problemhund" zu tun haben, sollte dieser niemals bei der Nahrungszubereitung anwesend sein. Auch beim Essen der Familie gehören diese Tiere nicht unter den Tisch.
Ebenso führt das Locken oder Spielen mit "Leckerbissen" zur anhaltenden Speichelsekretion. Oftmals kann man durch das Einhalten von einfachen Fütterungsregeln die Situation wesentlich verbessern.

Wenn alles nichts hilft und Tier und Mensch wirklich unter dem unangenehmen Speicheltropfen leiden müssen, kommt eine chirurgische Intervention in Frage.
Allerdings entfernt man nicht die Speicheldrüsen, sondern verbessert mit einem plastochirurgischen Eingriff den Lefzenschluss.