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Kreuzbandriss

Ralf M. aus Campanet fragt:


Gestern Abend war mein Hund ausgebüchst und kam humpelnd zurück. Er kann sein rechtes Hinterbein kaum benutzen und wir meinen, das Kniegelenk sei geschwollen. Einen Autounfall können wir mit ziemlicher Sicherheit ausschließen, gibt es denn auch so etwas wie Kreuzbandriss beim Hund?

 

Lieber Ralf!



Der Kreuzbandriss bei Hunden ist ein sehr bekanntes und sehr häufig auftretendes Trauma. Meistens sind auch keine äußeren Einwirkungen für diese Bänderverletzung verantwortlich, sondern einfach Verschleißerscheinungen, die irgendwann dazu führen, dass eines oder auch mehrere Kreuzbänder reißen. Man hat herausgefunden, dass beim Hund erbliche und auch rassebedingte fortschreitende Schädigungen von Zellstrukturen mit der Zeit zu Veränderungen, so genannten Degenerationen, im Bandapparat führen.

Das Knie ist ein Scharniergelenk, das sich aus Unterschenkel, Oberschenkel und der Kniescheibe zusammensetzt. Wo die Knochen zusammentreffen, werden sie durch die beiden Menisken geschützt, die die Funktion von Stossdämpfern haben. Die Stabilität erhält das Kniegelenk durch den starken Muskelapparat der Hinterbeine. Um die Bewegung des Gelenks zu führen und eine Verdrehung des Knies zu verhindern, gibt es seitlich jeweils gerade Bänder und im Gelenkinneren einen gekreuzter Bandapparat, der auch das Vorwärtsrutschen des Unterschenkels verhindert. Diese so genannten Kreuzbänder sind einer großen Zugkrafteinwirkung beim Gehen und Laufen ausgesetzt, wobei sich die Biomechanik des Kniegelenks eines Hundes wesentlich von der des Menschen unterscheidet. Je größer und schwerer ein Hund ist, umso größer sind die einwirkenden Kräfte. Aber auch die Winkelung des Knies bzw. der Bemuskelung der Hintergliedmaßen spielen dabei eine Rolle.

Liegt bei einem Tier bereits eine Degeneration der Kreuzbänder vor, kommt es zunächst zu kleineren Verletzungen und Teilrissen, die irgendwann zu einem vollständigen Abriss eines oder mehrerer Kreuzbänder führen können. Sind die vorderen Kreuzbänder betroffen, lahmt der Hund meist sehr stark und das Kniegelenk ist entzündlich verdickt. Zudem lässt sich das so genannte "Schubladenphänomen" auslösen, d. h. der Unterschenkel kann gegen den Oberschenkel sichtbar verschoben werden. Sind hintere Teile der Kreuzbänder betroffen oder liegen nur Teilabrisse bzw. stark "ausgefranste" Kreuzbänder vor, ist die Lahmheit meist weniger ausgeprägt und kann durch das Einnehmen von Schonhaltungen zeitweise kompensiert werden. Ein derart "lockeres" Gelenk bildet recht schnell Arthrosen, die sich auch röntgenologisch darstellen lassen. Sehr häufig sind Kreuzbandrisse auch von Meniskusschäden begleitet.

Ist die Diagnose gesichert, können Kreuzbandrisse nur chirurgisch zufrieden stellend behandelt werden. Es gibt etliche Methoden zur Operation dieser Erkrankung, die von einer Gelenkskapselraffung über künstlichen Bandersatz bis zur Veränderung der Biomechanik durch chirurgische Eingriffe an den vorliegenden anatomischen Verhältnissen reichen Bei Wahl und Festlegung der Operationsmethode spielt vor allem die Gewichtsklasse der betroffenen Hunde eine Rolle. Wegen der schnellen Arthrosebildung hängt der Behandlungserfolg wesentlich von einer frühzeitigen Operation ab.

Bei erfolgreicher Therapie, Ralf, kann der Patient oftmals nach einigen Monaten wieder wie vorher belastet, oder sogar wieder im Hundesport eingesetzt werden.