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Bandscheibenerkrankungen

Charlotte A. aus Vilafranca fragt:

Wir mussten heute Nacht mit unserem kleinen Hund zum tierärztlichen Notdienst, wo man einen Bandscheibenvorfall festgestellt hat. Das Tier hat mehrere Spritzen bekommen und heute geht es ihm noch schlechter. Wir haben nicht alles genau verstanden, was der spanische Tierarzt uns gesagt hat. Was kann denn alles auf uns zukommen?

 

Liebe Charlotte!


Ein Bandscheibenvorfall beim Hund – wegen der Anhäufung bei dieser Rasse auch "Dackellähmung" genannt – beginnt mit plötzlichen Schmerzen im Hals- oder Rückenbereich und kann zu verschiedenen Lahmheiten bis hin zur Lähmung führen.

Die einzelnen Bandscheiben liegen unterhalb des Rückenmarkkanals zwischen jeweils zwei Wirbelkörpern, wo sie als "Stoßdämpfer" der Wirbelsäule dienen. Die elastischen Bandscheiben sind von einem Ring aus Bindegewebe umgeben. Reißt dieser Ring, kann der Kern der Bandscheibe ganz oder teilweise nach oben in den Wirbelkanal rutschen, in dem sich das Rückenmark befindet. Durch den Riss entstehen, wie bei den meisten Verletzungen, Blutergüsse und Schwellungen. Bandscheibenmaterial, Blut und angeschwollenes Gewebe beanspruchen Platz im engen Rückenmarkskanal, d. h. es entsteht – je nach Ausmaß des Vorfalls – Druck auf das Rückenmark mit seinen Nervensträngen. Abhängig davon, wie stark die Nerven durch den Druck eingeengt werden, sind die Auswirkungen auf den Körper. In jedem Fall aber entstehen Schmerzen.
Am qualvollsten sind Vorfälle in der Halswirbelsäule. Hier kann der Schmerz sogar reflektorisches Erbrechen auslösen. Ist die Brustwirbelsäule betroffen, zeigen die Tiere meist Bewegungsunlust, schwankenden Gang und einen aufgekrümmten Rücken. Bandscheibenvorfälle im Bereich der Lendenwirbelsäule verursachen in der Regel ein- oder beidseitige Lahmheiten der Hintergliedmaßen, Nachschleifen der Zehen oder in schwerwiegenden Fällen auch Störungen beim Kot- und Harnabsatz.

Das Ziel einer medikamentellen Behandlung ist immer die Reduzierung des Drucks auf die Nerven. Das heißt, die Entzündung und die damit einhergehende Schwellung im Bereich der verletzten Bandscheibe muss bekämpft werden. Durch den raschen Einsatz von Kortisonen und anderen entzündungshemmenden Medikamenten versucht man, eine dauerhafte Schädigung von Nervengewebe zu verhindern. Ist der Bandscheibenvorfall unvollständig, d. h. die Bandscheibe ist nur vorgewölbt oder nur wenig Bandscheibenmaterial ist vorgefallen, erreicht man mit entsprechender Medikation und viel Ruhe oftmals eine zufrieden stellende Wiederherstellung der Nervenfunktionen im Rückenmark. Bei vollständigem Bandscheibenvorfall jedoch kann der lokale Rückenmarkstrang gänzlich verdrängt und auch teilweise zerstört werden. Die Folgen sind entsprechend gravierend und können bis zur Querschnittslähmung führen. Zwischen unvollständigem und vollständigem Vorfall gibt es selbstverständlich viele graduelle Unterschiede.

Um den richtigen Behandlungsweg herauszufinden, stehen dem Tierarzt verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Am Anfang steht immer eine genaue allgemeine und neurologischen Untersuchung des Tieres. So stellt man fest, in welchem Bereich der Wirbelsäule die Verletzung auftrat und welche Körperfunktionen beeinträchtigt sind. Unterstützend kommen dann Röntgenuntersuchungen hinzu. Auch Computer- und Magnetresonanztomografien sind in vielen Tierkliniken heutzutage möglich.

Was noch alles auf Sie zukommen kann, Charlotte, kann ich nicht beantworten. Je nach Schweregrad könnte es sein, dass Ihr Hund längere Zeit medikamentell behandelt oder sogar operiert werden muss. Auf jeden Fall aber sollten Sie dem Rat des behandelnden Tierarztes folgen. Denn wenn nicht schnell eine adäquate Druckentlastung erfolgt, kann es sein, dass die betroffenen Nerven irreparabel geschädigt werden.