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Legg- Calvé-Perthes-Krankheit Hund

Christoph H. aus Deutschland fragt:

Meine Freundin, die in Spanien lebt, hat einen jungen Jack-Russell-Terrier. Er humpelt seit einiger Zeit stark und wurde geröntgt. Die Krankheit, die er hat, heißt "Legg-Calvé-Perthes". Was ist das?

 

Lieber Christoph!


Bei dieser Krankheit handelt es sich um eine Knochenerkrankung im Hüftgelenk, die bei Kindern und auch bei jungen Hunden kleiner Rassen auftreten kann. Der etwas ausgefallene Name dieser Krankheit rührt daher, dass sie Anfang des 20. Jh. von drei Chirurgen gleichzeitig entdeckt und erstmalig beschrieben wurde, nämlich von dem Deutschen G. Perthes, von dem Franzosen J. Calvé und von dem Amerikaner A.T. Legg. Im deutschen Gebrauch ist für die Legg-Calvé-Perthes-Krankheit auch der Name "aseptische Femurkopfnekrose" (= keimfreie Hüftkopfnekrose) gängig.

Hunde mit dieser Krankheit zeigen in der Regel eine einseitige Lahmheit der Hintergliedmaßen. Bewegungen im Hüftgelenk der betroffenen Seite sind ausgesprochen schmerzhaft und das Tier versucht, das Hinterbein meist vollständig zu entlasten. Dadurch kommt es innerhalb recht kurzer Zeit zum Muskelschwund im Bereich des Oberschenkels, was die Belastbarkeit noch verschlechtert.

Die Diagnose wird per Röntgenuntersuchung gestellt. Die Struktur des nekrotischen Hüftkopfes unterscheidet sich im Normalfall deutlich von der des gesunden. Unter Nekrosen versteht man in der Medizin das Absterben von Zellen. In diesem Fall sterben die Zellen des Oberschenkelkopfes ab und bewirken dessen langsame Ablösung vom restlichen Oberschenkelknochen. Dieser Prozess ist außerordentlich schmerzhaft und die Stabilität sowie die Gelenksfunktion dieser Seite gehen verloren.

Ursächlich vermutet man eine genetische, also erblich bedingte, Durchblutungsstörung des Femurkopfes, die zur Unterversorgung mit anschließender Nekrotisierung dieses Bereiches führt. Therapeutisch, Christoph, begegnet man der Erkrankung durch die operative Entfernung des abgestorbenen Hüftkopfes und mit entsprechender begleitender medikamenteller Schmerztherapie. Nach dem Entfernen des toten Materials bildet sich zwischen der Hüftgelenkspfanne und dem verbliebenen Oberschenkelknochen eine bindegewebige Brücke, die schon nach kurzer Zeit belastbar ist.

Da die Legg-Calvé-Perthes-Krankheit in der Tiermedizin fast ausschließlich bei Rassen unter 20 kg Körpergewicht vorkommt, stellt diese "Pseudarthrose" (= Falschgelenk) für den Hund normalerweise kein Problem dar. Durch den fehlenden Schmerz wird das Hinterbein recht bald wieder benutzt und die Muskulatur baut sich auf. Die kräftigen Oberschenkelmuskeln unterstützen die Stabilität des Ersatzgewebes und die Beweglichkeit der hinteren Extremität ist relativ schnell wieder gegeben.