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Leukose I

Familie S. aus Porreres fragt:

Obwohl wir unseren Kater seit Jahren regelmäßig gegen Leukose haben impfen lassen, hat er diese Krankheit nun doch bekommen. Jetzt, wo wir wissen, dass diese teure Impfung eigentlich gar nichts nützt, werden wir unsere anderen Katzen bestimmt nicht mehr impfen. Was meinen Sie dazu?

 

Liebe Familie S.!


Ich bin froh, dass Sie mir diese Frage stellen, denn ich höre immer wieder Äußerungen von Katzenbesitzern, dass eine Leukoseimpfung nicht sicher wäre und man darauf verzichten könne.
NEIN! Diese Vermutung ist falsch und genau das Gegenteil ist der Fall. Leukoseimpfungen sind heutzutage sehr sicher und bieten den einzig möglichen Schutz gegen eine Infektion mit dem Leukosevirus. Solche Aussagen basieren auf mangelndem Verständnis dieser Krankheit und teilweise auch auf einer Verwechslung mit einer anderen Viruserkrankung, nämlich mit FIV, dem so genannten „Katzen-Aids“.
Um die Wichtigkeit der regelmäßigen Leukoseimpfung zu verstehen, sollte man wissen, um welche Krankheit es sich bei der Leukose eigentlich handelt. Die Leukose der Katze ist eine der Leukämie ähnliche Erkrankung, die jedoch durch ein Virus ausgelöst wird und dadurch für andere Katzen ansteckend ist. Das Virus vermehrt sich in den Körperlymphknoten und verteilt sich im gesamten Organismus. Es wird über Körperflüssigkeiten wie Blut, Speichel, Muttermilch oder Sperma ausgeschieden und kann auf diesem Weg andere Tiere infizieren. Beim Deckakt, beim Saugen der Welpen oder durch Verletzungen, aber auch über Katzentoiletten, Futterschüsseln oder gegenseitiges Belecken ist eine Ansteckung gesunder Tiere möglich.
Das feline Leukosevirus (FeLV), das zur Gruppe der Retroviren gehört, sieht wie eine Kugel aus, die rundherum mit „Spikes“ besetzt ist. Diese Stacheln bestehen aus Zucker-Eiweißverbindungen (Glykoproteinen), die auf das körpereigene Abwehrsystem eine ganz spezielle Wirkung haben, ganz ähnlich wie den Masern oder Windpocken beim Menschen. Das Immunsystem wird nämlich zu einer starken Antikörperproduktion angeregt, die nach Überwinden der Krankheit zu lebenslanger Immunität gegen das Virus führen kann. Trifft der Erreger auf eine junge, gesunde Katze, die keine anderen Krankheiten und Parasiten hat, besteht also eine reelle Möglichkeit der Viruselimination durch die körpereigenen Antikörper und einem bleibenden Schutz gegen eine erneute Infektion.
Trifft der Erreger aber auf ein Tier, dessen Immunität nicht ausreicht, kommt es zur Virusvermehrung im Körper. Jeder psychische (Umzug, Besitzerwechsel usw.) oder physische Stress (Alter, Schwäche, Krankheit, Wurf, Medikamente usw.) kann dann zum Krankheitsausbruch führen. Durch den Befall der Organe sind die Abwehrkräfte geschwächt und der Tierkörper ist anderen Krankheiten gegenüber hilflos. Zu den typischen „FeLV-assoziierten Krankheiten“ zählen FIV („Katzen-Aids“), FHV/FCV („Katzenschnupfen“, siehe MM N° 07-06) und bakterielle Infektionen. Die Krankheitsanzeichen sind Fieberschübe, chronische Durchfälle, Nierenprobleme oder schmerzhafte Zahnfleisch- und Rachenentzündungen, so dass das Tier nicht mehr fressen kann und abmagert. Manchmal entwickeln sich auch leukotische Tumore in Haut, Schleimhaut, Lunge, Niere, Leber. Die Lebensaussichten einer erkrankten Katze sind ungünstig. Eine Heilung durch die Behandlung mit Immunstimulantien oder neuerdings mit Interferonen ist eher selten und nur bei Tieren möglich, die durch die Begleiterkrankungen noch nicht geschwächt sind.
Bei Ihrem Kater, liebe Familie S., hat die Ansteckung mit FeLV sicher vor der ersten Leukoseimpfung stattgefunden. Bei diesen so genannten „latenten“ Infektionen kann das Virus jahrelang abgekapselt und symptomlos im Knochenmark ruhen. Wahrscheinlich ist Ihre Katze so lange gesund geblieben, weil sie gut gepflegt wurde. Ausgewogene katzengerechte Ernährung, regelmäßige Entwurmung und Schutz vor Ektoparasiten sowie die regelmäßige Impfung gegen Katzenschnupfen und Katzenseuche haben dem Katzenkörper Abwehrstärke ermöglicht. Dass das Tier jetzt erkrankt, liegt nicht an der „nutzlosen“ Impfung, sondern an der nachlassenden Abwehrkraft.
Tatsächlich ist die einzig mögliche Vorbeugung gegen FeLV die regelmäßige Schutzimpfung. Man beginnt im Alter von 9 bis 12 Lebenswochen mit der ersten Leukoseimpfung, wiederholt sie nach einem Monat und dann im jährlichen Abstand. Wenn Sie jetzt bei Ihren anderen Katzen den Impfschutz unterbrechen, ist die Gefahr groß, dass diese sich mit dem Virus infizieren, da dieser Erreger, wie erwähnt, hochgradig ansteckend ist.
Lassen Sie bei allen Ihren Katzen einen Bluttest durchführen. Ergibt der Test, dass noch keine Infektion stattgefunden hat, führen Sie die regelmäßige Impfung fort. Sie Ihre Katzen damit wirklich gegen die Leukose schützen!