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Fettleber Katze (hepatische Lipidose)

Norbert B. aus Colonia San Jordi fragt:

Sie haben über dicke Katzen geschrieben. Meine ist auch ziemlich dick, muss ich leider gestehen. Aber jetzt frisst sie seit mehreren Tagen keinen Bissen mehr. Das ist für dieses Tier sehr ungewöhnlich und sie macht auch einen erschöpften Eindruck. Vielleicht will sie freiwillig Diät machen?

 

Lieber Norbert!


Das glaube ich eher nicht. Und ich bin immer wieder erstaunt wie selten die Krankheit "Fettleibigkeit" bei Tieren von ihren Besitzern ernst genommen wird. Auf Ihre Frage muss ich Ihnen leider antworten, dass sich hinter der "freiwilligen Diät" eine sehr ernste Krankheit verbergen kann, nämlich die so genannte Fettlebererkrankung, auch fettige Leberdegeneration oder hepatische Lipidose genannt.

Übergewichtige Katzen sind davon weitaus häufiger betroffen als normal gewichtige Tiere. Die Krankheit entwickelt sich in der Regel im Anschluss an eine Phase, in der der Körper eine erhöhte Fettmobilisation durchlebt hat. Fett wird immer dann aus den Körperdepots mobilisiert, wenn das Tier kein Futter zu sich nimmt. Das kann bei Krankheiten jeder Art der Fall sein. Stress kann ebenfalls zu Appetitmangel führen. Auch radikale Abmagerungsdiäten durch Nahrungsentzug führen bei dicken Katzen u. U. zur hepatischen Lipidose mit all ihren Folgen. Durch das Hungern und den damit verbundenen rapiden Depotfettabbau sammeln sich vermehrt Fettsäuren in der Leber an, die nicht ausreichend abgebaut werden können. Als Folge kommt es zu andauerndem und völligem Appetitverlust, das Tier wirkt apathisch und entwickelt phasenweise Erbrechen und/oder Durchfall. Diese Symptome wiederum bewirken eine langsame Austrocknung des Körpers, was den Zustand weiter verschlimmert. Nach kurzer Zeit entwickeln die Patienten eine Gelbsucht und die Leber arbeitet immer schlechter. Es kann zu Krämpfen und zentralnervösen Störungen kommen. Unbehandelt führt die hepatische Lipidose zum Leberversagen und zum Tod der Katze.

So paradox es für Sie klingen mag, Norbert: Jede übergewichtige Katze, die die Nahrungsaufnahme einstellt, muss dringend zum Fressen gezwungen werden! Es ist gänzlich falsch, einfach abzuwarten. Wenn nicht klar ist, warum die Katze nicht mehr frisst, sollte umgehend ein Tierarzt aufgesucht werden, denn "Zwangsernährung" auf eigene Faust könnte den Zustand wesentlich verschlimmern, wenn beispielsweise eine Bauchspeichelentzündung oder eine Vergiftung zugrunde läge. Blutanalysen und Ultraschalluntersuchung führen meist rasch zur Diagnose. Neben der Behandlung von eventuellen Grunderkrankungen wird in der tierärztlichen Praxis umgehend die künstliche Ernährung eingeleitet. Leider ist trotz aller medizinischen Maßnahmen nicht immer eine Heilung möglich. Ist das Lebergewebe bereits zu sehr geschädigt, führt auch eine Intensivbehandlung nicht mehr zum Erfolg.