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Leishmaniose und die Sandmücke

Sandra B. aus der Schweiz fragt:

Wir fliegen im August mit unseren Hunden nach Mallorca und haben gelesen, von welchen schrecklichen Krankheiten die armen Tiere dort befallen werden können, besonders von Leishmaniose! Müssen wir jetzt vor jedem Floh Panik bekommen?

 

Liebe Sandra!



Die Leishmaniose ist eine Krankheit, die von winzig kleinen Parasiten, den Leishmanien, ausgelöst wird. Sind diese Schmarotzer, die der Krankheit auch den Namen geben, einmal in einen Körper eingedrungen, vermehren sie sich dort. Die Leishmaniose ist nicht ansteckend, wie beispielsweise ein Schnupfen, sondern die Übertragung erfolgt ausschließlich über einen so genannten Vektor. Damit sind Insekten gemeint, über den die krank machenden Erreger, also die Leishmanien, in den Körper eines Wirtes gelangen. Insekt und Parasit sind aneinander angepasst und nicht beliebig austauschbar.

Das bedeutet im Fall der Leishmanien, dass der Vektor eine ganz bestimmte Stechmücke ist, nämlich die so genannte Sandmücke oder auch Phlebotomus, die zu den Schmetterlingsmücken zählt. Daher können weder Zecken oder Flöhe, Sandra, noch Fliegen oder Moskitos die Leishmanien verbreiten.

Sandmücken sind ca. zwei Millimeter große sandfarbene Stechmücken mit großen schwarzen Augen. Sie brüten nicht wie andere Stechmücken in Süßwassertümpeln, sondern in feuchter Erde. Wie bei allen Stechmücken saugen nur die Weibchen Blut, weil eine Blutmahlzeit zur Heranreifung der Eier unumgänglich ist. Die weiblichen Sandmücken sind nachtaktiv. Tagsüber braucht man ihren Stich also nicht zu fürchten. Und – ganz entgegengesetzt der gängigen Meinung – muss man die Sandmücke auch an Stränden nicht fürchten. Der Name „Sandmücke“ rührt nämlich keinesfalls vom Sandstrand her, sondern bezieht sich auf die sandfarbene Eigenfärbung des Insekts.

Die winzigen Mücken sind äußerst windempfindlich und meiden daher windige Orte, wie beispielsweise die Küstennähe. Ebenfalls sicher vor den Phlebotomen ist man in Wohnungen ab dem 2. Stock. Die Mücken erreichen nämlich normalerweise eine maximale Flughöhe von 3 Metern, obwohl sie ansonsten sehr schnelle Langstreckenflieger sind. Nachts können sie sich durch ihre großen Augen orientieren. Sie werden durch das Licht herkömmlicher Glühbirnen angezogen.

Der Stich einer Sandmücke ist schmerzhaft und der Blutsaugakt dauert mehrere Minuten. Daher werden schlafende „Opfer“ bevorzugt. Während dieser Mahlzeit findet der Austausch von Leishmanien statt. Die Mücke nimmt den Parasiten auf, sofern sie einen bereits infizierten Wirt sticht, und/oder gibt den Parasiten in den Wirtskörper ab. Der Parasit durchläuft während seiner Entwicklung mehrere Stadien. Sowohl im Vektor als auch im Wirt vermehren sich die Leishmanien des jeweiligen Stadiums. Wenn es dem Parasiten gelingt, sich am körpereigene Abwehrsystem des Wirts „vorbei zu mogeln“, kann er sich ungehindert weiter vermehren und bestimmte Organsysteme besetzen, was letztlich zur Erkrankung des infizierten Organismus führt.

Leishmaniose kommt nur dort vor, wo die Sandmücke verbreitet ist. In Europa sind das alle Länder am Mittelmeer und auch Portugal. Mittlerweile jedoch ist die Krankheit – durch den regen Tierverkehr innerhalb Europas – auch schon sporadisch in Deutschland, in der Schweiz und in Österreich aufgetaucht. Ob sich die Leishmanien allerdings in den dort heimischen Sandmückenbeständen manifestieren können, bleibt abzuwarten.