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Leishmaniose beim Menschen

Helmuth Sch. aus Braunschweig fragt:

Jetzt habe ich so viel über diese Leishmaniose gehört und gelesen, dass ich schon fast keine Lust mehr habe, nach Malle in den Urlaub zu fahren. Ist die Krankheit denn wirklich auch für uns Menschen gefährlich?

 

Lieber Helmuth!



Leishmaniose zählt zu den so genannten CVB-Krankheiten ( = Canine Vector Borne Diseases). Das bedeutet, sie gehört zu einer Gruppe von Hundekrankheiten, die von Parasiten, den Vektoren, übertragen wird. Der Erreger (= Leishmania) ist ein einzelliger Parasit, der innerhalb der Körperzellen seines Wirtes lebt (= obligat intrazellulär). Seit 1921 weiß man, dass der Überträger der Leishmanien Stechmücken der Gattung Phlebotominae sind, die so genannten Sandmücken. Obwohl der Hund das eigentliche und natürliche Leishmanien-Reservoir darstellt, ist die Leishmaniose auch beim Menschen eine seit langem bekannte Erkrankung. Mit Ausnahme von Australien kommt die Krankheit auf allen Kontinenten vor. Heutzutage geht man davon aus, dass ca.12 Millionen Menschen in 88 Ländern infiziert sind. Endemisch kommt die Krankheit besonders in Ostafrika und im Mittelmeerraum vor.

Man unterteilt die Erkrankung in zwei Erscheinungsformen: in die innere (= viszerale) Leishmaniose und eine die Haut betreffende Form (= cutane Leishmaniose). Beim Hund treten die beiden Formen selten getrennt voneinander auf, so dass man in der Veterinärmedizin von der Leishmaniose als einer polysymptomatischen Erkrankung, also einer Krankheit, die viele verschiedene Krankheitsbilder hervorbringen kann, spricht. Beim Menschen sind die Symptome klarer: Die viszerale Leishmaniose ist auch bekannt als „Dum-Dum Fieber“ oder „Kala-Azar“, die Hautleishmaniose als „Orient- oder Aleppobeule“.

Im europäischen Mittelmeerraum ist die Leishmaniose vor allem ein Problem bei Hunden. Erwachsene Menschen erkranken in der Regel nicht. Jedoch zählen alte Menschen und vor allem Kleinkinder zur Risikogruppe. Kala-azar infantil ist besonders in Spanien, Frankreich und Italien eine bekannte und gefürchtete Kinderkrankheit. In den letzten Jahrzehnten wurde die Krankheit im mediterranen Raum und in Portugal auch zunehmend ein Problem für immungeschwächte Menschen, vor allem für HIV-Patienten.

Die hohe Durchseuchungs- und Neuerkrankungsrate, die wir bei Hunden verzeichnen müssen, lässt sich allerdings – zumindest in Europa - beim Menschen nicht feststellen. Also, Helmuth, keine Panik! Die reale Bedeutung dieser Krankheit liegt bei uns in Mallorca im tiermedizinischen Bereich.