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Leishmaniose, Infektionsrisiko

Nicole E. aus Artá fragt:

wir überlegen, unseren 7 Monate alten Bearded Collie, der in Deutschland geboren ist, in den Urlaub mit auf unsere Finca nach Arta zu nehmen, haben aber Angst vor einer Leishmaniose-Infektion. Man hört ja immer öfter, dass die auf der Insel oder in Südeuropa geborenen Tiere immun gegen diese Krankheit sind, wohingegen Tiere, die aus Nordeuropa „eingeführt“ werden, bei einem Stich der Sandmücke eine Infektion bekommen, die tödlich verlaufen soll. Eine wirksame Impfung gibt es unseres Wissens nicht, sondern nur die klassischen Anti-Ungeziefermittel, die aber keinen hundertprozentigen Schutz vor einem Stich bieten. Können Sie uns hier mit Informationen weiterhelfen?

 

Liebe Nicole!



Leishmaniose ist eine parasitäre Erkrankung, die von einer bestimmten Stechmückenart übertragen wird. In Mallorca – wie in vielen anderen Mittelmeerregionen – ist der Leishmaniose-Parasit weit verbreitet und von einer Infektion sind sowohl Hunde als auch Menschen betroffen. Die meisten Opfer, die mit dem Schmarotzer infiziert werden, sind dank ihres körpereigenen Immunsystems in der Lage, die Leishmanien nach kurzer Zeit "des Kampfes" abzutöten. Bei diesen Individuen führt die Leishmaniose-Infektion nicht zur Erkrankung. Ein (vergleichsweise) geringer Prozentsatz der Infizierten weist jedoch einen Defekt im Immunsystem auf, der verhindert, dass der Parasit zerstört wird. Das Immunsystem wehrt sich zwar, aber die Antikörper sind nicht in der Lage, die Leishmanien abzutöten.

In diesen Fällen erfolgt über kurz oder lang eine Erkrankung durch die Infektion. Eine Immunität von "Insulanern" (außer bei der Hunderasse Ibizenco) gibt es nicht. Innerhalb von Rassen, auch innerhalb von Familien, kommen Unterschiede vor. Generell kann man sagen, dass junge und alte Tiere am häufigsten von der Krankheit betroffen werden. Im mittleren Alter sind die Hunde am ehesten vor einer Erkrankung mit Leishmaniose geschützt.
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ACHTUNG: Seit Januar 2012 steht uns eine Schutzimpfung gegen Leishmaniose zur Vetrfügung. Bei negativem Bluttest kann sofort geimpft werden.

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Auch die "klassischen" Ungeziefermittel bieten keinen Schutz gegen die Parasiten, da sie keine abwehrende Maßnahme gegen den Überträger aufweisen. Wir haben heutzutage zwei Medikamente zur Verfügung (in Form von Spot-on-Präparat und Halsband), die eine nachgewiesene repellente, d. h. abweisende Wirkung beim Hund gegen die Stechmücken besitzen, die den Parasiten übertragen. Das ist schon ein sehr guter Schutz, denn ohne Mückenstich gibt es auch keine Infektion!

Die Leishmaniose verläuft übrigens keinesfalls immer tödlich. Je nach Stadium, in dem sie erkannt wird, ist sie heutzutage recht gut zu behandeln. Heilbar ist die Krankheit allerdings nicht. Ich empfehle jedem, der in Mallorca einen Hund hält, ein- bis zweimal pro Jahr eine Blutentnahme durchführen zu lassen, um eine Leishmaniose-Erkrankung auszuschließen oder rechtzeitige eine Therapie einleiten zu können. Ich hoffe, dass ich Ihnen mit diesen Informationen weiterhelfen konnte.