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Reisekrankheiten am Mittelmeer

Liane K. aus Düsseldorf fragt:

Wir kommen regelmäßig im Sommerurlaub nach Mallorca und dieses Jahr möchten wir zum ersten Mal unseren Terrier mitnehmen. Was müssen wir beachten?

 

Liebe Liane!


Bei uns im Mittelmeerraum herrscht ein anderes Klima als in Deutschland und daher gibt es auch einige besondere Krankheiten, über die man Bescheid wissen sollte. In Mallorca handelt es sich dabei insbesondere um die so genannte Leishmaniose sowie um die Erlichiose und Babesiose. Diese „Mittelmeerkrankheiten“ werden allesamt von Parasiten übertragen und können unerkannt und unbehandelt zu schweren gesundheitlichen Schäden (auch) bei Hunden führen.

Die bekannteste und im Endemiegebiet Mallorca auch die am weitesten verbreitete dieser Erkrankungen ist die Leishmaniose. Leishmanien nennt man kleine Parasiten, die Blut- und Knochenmarkszellen befallen. Im Verlauf ihrer Vermehrung im Organismus gelangen sie in verschiedene Organsysteme. Wenn das köpereigene Abwehrsystem in der Lage ist, die eingedrungenen Parasiten zu beseitigen, kommt es nicht zum Krankheitsausbruch. Wenn das Immunsystem jedoch versagt, führen die Folgen der Infektion meistens zu schweren Organschäden.

Der Überträger von Leishmanien ist ein kleiner sandfarbener Moskito. Diese Sandmücke tritt – wie andere Stechmücken auch – vorwiegend nachts auf. Sie ist aufgrund ihrer geringen Größe sehr windempfindlich und fliegt auch selten höher als drei Meter Bodenentfernung. Der Saugakt der Mücke dauert minutenlang und daher werden vor allem schlafende Opfer gestochen.

Leishmaniose ist durch Medikamente nicht heilbar. Wird sie jedoch rechtzeitig erkannt, lässt sich die Krankheit heutzutage recht gut behandeln.
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ACHTUNG: Seit Januar 2012 steht uns eine Schutzimpfung gegen Leishmaniose zur Vetrfügung. Bei negativem Bluttest kann sofort geimpft werden.
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Die Erlichiose wird durch Bakterien, die so genannten Erlichien, verursacht. Die Infektion spielt sich in den Blutzellen, den Lymphknoten, der Leber und der Milz ab und kann ebenfalls zu schweren Schäden führen. Die Bakterien gelangen durch Zeckenbisse in den Körper. Erlichien können durch bestimmte Antibiotika abgetötet werden. Ist die Infektion noch nicht zu weit fortgeschritten, kann man daher eine vollständige Heilung erzielen.

Babesien sind einzellige Lebewesen und das Krankheitsbild der Babesiose wird im Volksmund oftmals als „Hundemalaria“ bezeichnet. Der Einzeller zerstört im Verlauf seiner Vermehrung die roten Blutkörperchen des Wirts. Dementsprechend rasch zeichnet sich auch der körperliche Verfall ab. Schnelles Handeln ist daher lebenswichtig. Mit einer rechtzeitig eingeleiteten Therapie lässt sich eine vollständige Heilung erzielen.
Übeträger der Infektion sind ebenfalls Zecken.


Was Sie tun können, Liane, um diese Erkrankungen zu vermeiden ist, Ihren Hund schon im Vorfeld, d. h. möglichst schon vor Reiseantritt, vor den Parasiten zu schützen, die diese Krankheiten übertragen. Nicht nur die Zeckenabwehr ist wichtig, auch die Vermeidung von Mückenstichen gehört zur Prophylaxe. Neben konventionellen Maßnahmen - beispielsweise sollten Sie vermeiden, dass Ihr Hund nachts im Freien schläft - gehören auch Medikamente, die als Repellent wirken. In den letzten Jahren wurden ein Halsband und auch ein Auftropfpräparat entwickelt, die sehr gute Erfolge in der Sandmückenabwehr vorweisen. Ganz wichtig ist es auch, regelmäßige Blutkontrollen durchzuführen, da ein frühzeitiges Erkennen und damit eine rechtzeitige Behandlung wesentlich über den Verlauf dieser Erkrankungen entscheiden können.