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Mittelmeerkrankheiten und Vorbeugung

Silke B. aus Deutschland fragt:

Ich reise nächstes Jahr das 1. Mal nach Mallorca mit einem kleinen Hund (Yorkshire Terrier 2 Jahre). Man hört so viel von den Mittelmeerkrankheiten. Was empfehlen Sie vor Ort so Ihren Patienten?

 

Liebe Silke!


Bei den so genannten Mittelmeerkrankheiten, die Sie erwähnen, handelt es sich vorwiegend um drei Infektionen, die von Ektoparasiten – das sind Schmarotzer, die von außen auf das Tier einwirken – übertragen werden.

Zuerst ist in diesem Zusammenhang die Leishmaniose zu nennen, die hier sehr verbreitet ist. Der Verursacher ist ein winziger Parasit, der von einer sandfarbenen kleinen Stechmücke übertragen wird. Der Erreger vermehrt sich in der Haut des Patienten und befällt dann alle möglichen inneren Organe, in denen er sich festsetzt. Wenn das körpereigene Abwehrsystem diesen Schmarotzer nicht rechtzeitig abwehren kann, erkrankt das Tier. Die Symptome sind unterschiedlich und vielseitig und enden in der Regel mit einer langsamen Zerstörung der Nieren. Ist die Krankheit einmal ausgebrochen, gilt sie derzeit als nicht heilbar. Bei rechtzeitigem Erkennen der Infektion ist die Leishmaniose beim Hund mittlerweile aber recht gut in den Griff zu bekommen.
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ACHTUNG: Seit Januar 2012 steht uns eine Schutzimpfung gegen Leishmaniose zur Vetrfügung. Bei negativem Bluttest kann sofort geimpft werden.
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Im Weiteren kommt sehr häufig eine Infektion mit Bakterien vor, die man Ehrlichiose nennt. Dieser Erreger gelangt über Zeckenbisse in den Körper des Tiers. Die Symptome können denen einer Leishmaniose sehr ähnlich sein, da ebenfalls wichtige Organsysteme von dem Erreger gestört werden. Auch hier gilt: Bei rechtzeitigem Erkennen ist die Prognose gut, d. h. in diesem Fall, dass mit bestimmten Antibiotika eine vollständige Heilung erzielt werden kann.

Bei der dritten „Mittelmeerkrankheit“ handelt es sich um die Babesiose, die so genannte „Hundemalaria“. Der Erreger zerstört im Wirt sukzessiv die roten Blutkörperchen und dementsprechend gefährlich kann sich die Krankheit auswirken. Der Träger des einzelligen Verursachers sind wiederum Zecken, die bei ihrem Biss die Babesien übertragen und die Infektion beim Tier damit auslösen können.

Eine wirksame Vorbeugung gegen diese Krankheiten ist also ein adäquater Schutz gegen die Ektoparasiten. Sie sollten dementsprechend schon in Deutschland eine Behandlung beginnen, die Sie hier in Mallorca dann fortsetzen. Je weniger der Hund gestochen oder gebissen wird, desto geringer ist die Gefahr, dass er eine dieser Erkrankungen bekommt.

Da jeder Parasitenschutz aber Lücken aufweist, sollten Sie nach jedem Spaziergang Ihr Tier nach Zecken absuchen. Auch sollten Sie vermeiden, dass sich der Hund in der Dämmerung im Freien aufhält oder dass er nachts draußen schläft. So ist er einem Stechmückenangriff wesentlich weniger ausgesetzt.
Ich wünsche Ihnen einen schönen Urlaub!