Thema der Woche
NEU!!!
Eurotierklinik
Portal Nous!

Carretera Andratx 43/14
Tel: 971 677 606
Erfolgsstory!
Zahlreiche namhafte Modehersteller wie H&M, ESPRIT, Zara, C&A, Tchibo, Calvin Klein, Hugo Boss und andere sind nach Gesprächen mit PETA aus dem Angora-Geschäft ausgestiegen – und es folgen mehr.
mehr erfahren


Leishmaniose, Titerbestimmung versus Schnelltest

Gerd K. aus Mallorca fragt:

Uns ist wiederholt ein Blutschnelltest auf Leishmaniose verkauft worden. Ein Blick ins Internet hat mich belehrt, dass diese zu unsicher sind. Ich glaube, diese Frage würde auch Ihre Leser im MM interessieren.

 

Lieber Gerd!


Prinzipiell ist es so, dass die Durchführung von Schnelltests für Leishmaniose einen anderen Hintergrund hat als der Bluttest, bei dem eine Titerbestimmung der Leishmanien-Antikörper im Blut vorgenommen wird. Ist ein Krankheitsbild unklar, d. h. kommen mehrere entsprechende Differentialdiagnosen in Betracht, muss man in unseren Breitengraden abklären, ob eine Leishmaniose zugrunde liegt. Dafür ist ein Schnelltest durchaus geeignet. Der Test zeigt an, ob im Blut Antikörper gegen den Parasiten vorhanden sind oder nicht. Wenn wir wissen, dass das betreffende Immunsystem Leishmaniose-Antikörper produziert, dann wissen wir auch, dass der Körper in dem Moment in seiner Abwehr geschwächt ist, weil er mit dieser Infektion kämpft.
-----------------------------------
ACHTUNG: Seit Januar 2012 steht uns eine Schutzimpfung gegen Leishmaniose zur Vetrfügung. Bei negativem Bluttest kann sofort geimpft werden.
-----------------------------------
Andere Infektionskrankheiten haben also leichteres Spiel und viele Symptome können somit besser erklärt und behandelt werden. Gewinnt das Immunsystem den Kampf gegen den Parasiten, kann ein späterer Schnelltest durchaus auch wieder negativ ausfallen.

Ist das körpereigene Abwehrsystem jedoch nicht in der Lage, den Erreger zu eliminieren, erkrankt der Patient unweigerlich früher oder später. In dem Fall interessiert uns ein anderer Test, nämlich die Bestimmung des aktuellen Leishmaniose-Titers. Dieser Wert zeigt uns die Menge an Antikörpern an, die das Immunsystem produziert. Wenn nämlich die Abtötung der Leishmanien nicht erfolgt, reagiert der Körper mit der Produktion von immer mehr Antikörpern. Diese Antikörper bilden mit dem Erreger große Moleküle, so genannte Immunkomplexe, die im Blut schwimmen und vor allem in den Nieren Schäden verursachen. Eine Behandlung zielt in diesen Fällen vor allem darauf ab, die Antikörperproduktion zu verringern und einen dauerhaft niedrigen Titer zu erreichen.

Sie sehen, beide Tests sind durchaus sinnvoll. Sie werden lediglich unterschiedlich eingesetzt. In besonders schwierigen Fällen muss sogar eine so genannte PCR (= Polymerase Chain Reaction) durchgeführt werden, um den Verdacht einer Leishmaniose bestätigen zu können. Bei diesem Test kann der Schmarotzer aufgrund seines Erbguts entdeckt werden. Üblicherweise wird für diesen Nachweis Knochenmark des Patienten entnommen.

Vertrauen Sie bei der Wahl des Testverfahrens auf das Wissen Ihres Tierarztes!