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Hüftgelenksdyplasie/Ellbogendysplasie

Nicole S. aus Mallorca fragt:

Ich habe einen 10 Wochen alten Labrador-Rüden. Ich bin sehr darauf bedacht, ihn die Treppenstufen herunterzutragen, um die Gelenke zu schonen. Heute ist er jedoch eine Mauer, ca. 75 cm hoch, auf einen Steinboden heruntergesprungen, hat sich kurz auf die Seite gerollt und ist dann weitergelaufen. Ich konnte in dem Moment leider nicht so schnell reagieren und mache mir nun fürchterliche Sorgen, dass er sich ggf. dauerhafte Schäden zugefügt hat. Er bewegt sich bisher (noch) unauffällig wie zuvor. Kann bereits ein Sprung ausschlaggebend sein, dass ein Hund HD, ED bekommt? Gibt es irgendetwas, auf das ich jetzt achten kann/muss und vielleicht auch vorsorglich tun kann?

 

Liebe Nicole!


Ich glaube, da liegt ein Missverständnis vor. Eine Hüftgelenksdysplasie (HD) oder eine Ellbogendysplasie (ED) entwickelt sich nicht durch Treppensteigen. Unter einer Dysplasie versteht man die Fehlbildung von Gelenken in dem Sinn, dass die gelenksbildenden Knochen nicht korrekt aufeinander passen. Diese Fehlbildung kann unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Eine Dysplasie entwickelt sich in den ersten 15 Lebensmonaten des Hundes und verändert sich später nur noch im Schweregrad der sich bildenden Arthrose.
Die wichtigste Ursache für dysplastische Gelenke liegt in den Erbanlagen des Tieres verankert. Ein zweiter wesentlicher Punkt ist die Ernährung. Ist in den Genen die Anlage für Gelenksdysplasie vorhanden, kann die Krankheit durch eine falsche Ernährung begünstigt werden. Eine Fehlernährung für solch einen Hund bedeutet beispielsweise Überfütterung, zu eiweißreiche Kost während der Wachstumsphase und/oder auch eine Überversorgung an Kalzium.
Die Theorie, dass eine übermäßige körperliche Aktivität beim Welpen HD oder ED verursachen könnte, konnte nie bewiesen werden. Sicherlich ist es vernünftig, eine unnatürliche Überbeanspruchung des unreifen Skeletts beim Junghund zu vermeiden. Tägliches massives Treppen hoch- und heruntersteigen oder unangemessenes Springen hat höchstwahrscheinlich negative Auswirkungen auf Skelett, Bänder und Knorpel im gesamten Knochensystem, auch in der Wirbelsäule. Aber ein gesundes Gelenk wird durch normale Bewegungsaktivität bzw. gelegentliches Springen oder Treppensteigen genauso wenig geschädigt wie durch das regelmäßige Spielen mit Artgenossen.
Sie sollten sich nicht so viele Sorgen machen. Wenn Ihr Hund nach dem Sprung keinerlei Bewegungseinschränkungen zeigt, hat er sich auch nichts getan. Ganz bestimmt hat er sich keine Dysplasie „angesprungen“. Trotzdem sollten Sie auf eine vernünftige Ernährung achten. Im Hinblick auf die Rasse – die sicherlich zu den dysplastisch vorbelasteten Rassen gehört – ist es ratsam, bereits beim Junghund eine röntgenologische Untersuchung durchführen zu lassen. Das kann helfen, eine eventuelle Prädisposition rechtzeitig zu erkennen. Ist die Anlage vorhanden, sollte man den möglichen Auswirkungen vorsorglich entgegenwirken.