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Hot Spot

Michael S. aus Llucmajor fragt:


Hilfe! Unser Hund hatte gestern eine kleine Wunde am Hals, die er sich ständig geleckt hat. Heute morgen war an dieser Stelle ein riesengroßes nässendes Ekzem. Wie kann denn so etwas passieren und was müssen wir tun?

 

Lieber Michael!


Das Ekzem, das Sie mir beschreiben ist ein Hautproblem, das im Sommer beim Hund sehr häufig auftritt. Es handelt sich um die sog. “Dermatitis madidans acuta“ oder umgangssprachlich ausgedrückt um einen „Hot Spot“.
Die Ursachen können sehr unterschiedlich sein. Häufig entwickeln sich Hot Spots
aus einer allergischen Reaktion des Körpers auf Flohstiche. Auch Ohrenentzündungen oder Analbeutelprobleme werden in der warmen Jahreszeit vielfach von Hot Spots begleitet. Mechanische Reizungen0 wie Fremdkörper, reizende Substanzen jeder Art oder auch einfach nur ein schmutziges und ungepflegtes Fell können weitere Gründe für die Entwicklung des Ekzems sein.
Diese Art von Hautentzündung entsteht immer durch irgendeine Form von Selbstraumatisierung durch das Tier, also durch Lecken, Kratzen oder Beknabbern der betroffenen Stellen. An fast allen Stellen, die der Hund intensiv „bearbeitet“, sei es ein Zeckenbiß oder ein schmerzendes Gelenk, kann durch diese intensive Traumatisierung innerhalb von kürzester Zeit die beschriebene Veränderung auftreten. Durch die Hautschädigung an dieser Stelle haben es dann auch Bakterien leicht, die Wunde zu besiedeln und es kommt zusätzlich zu einer eitrigen Hautinfektion. Bezeichnend für diese Erkrankung, die im Fachjargon als „akute pyotraumatische Dermatitis“ bezeichnet wird, ist ihre enorm kurze Entstehungszeit. Oftmals entwickeln sich große Läsionen innerhalb von Stunden oder über Nacht - also genau so, Michael, wie sie es auch bei Ihrem Hund beschreiben.
Das Aussehen dieser Hautkrankheit ist typisch. Die Wunden sind rot, nässend und haarlos. Die runden oder ovalen Stellen lassen sich klar von der Umgebung abgrenzen, auch wenn die Haare der gesunden umgebenden Haut meist mit dem Ekzem verklebt sind. Die veränderten Stellen jucken und sind für den Hund sehr schmerzhaft. Deswegen und vor allem auch, weil der Prozess so rasant fortschreitet, ist eine schnelle Behandlung erforderlich. Wenn sich bereits Bakterien angesiedelt haben, dringt die Infektion rasch in tiefere Hautschichten vor und die Erkrankung wird schwerwiegender. Der Juckreiz lässt zwar nach, aber es treten Pusteln und offene eiternde Geschwüre auf .
Bei der Behandlung muss die Hautstelle gründlich geschoren und gereinigt werden. In der Regel lässt sich das aufgrund der Schmerzhaftigkeit der Läsionen, nicht ohne Vollnarkose bewerkstelligen. Auf die saubere Wunde werden Medikamente aufgetragen, die antiseptisch und abtrocknend wirken. Je nach Stadium der Erkrankung werden Spritzen und/oder Tabletten verabreicht, die Juckreiz und Schmerz lindern. Auch eine antibiotische Folgebehandlung kann notwendig sein. Ein wichtiger Bestandteil der Therapie ist auf jeden Fall, die zugrunde liegende Störung zu finden und zu beheben, wie z.B. Parasitenbefall, Ohrenentzündungen oder Fremdkörper in Haut und Fell. Allerdings ist der auslösende Faktor für das Auftreten eines Hot Spots ist nicht immer zu identifizieren. Als vorbeugende Maßnahme, insbesondere im Sommer, empfehle ich aber jedem Hundebesitzer – besonders bei Hunden mit dichtem langem Fell- ihr Tier einmal täglich nach Fremdkörpern oder kleinen Verletzungen zu untersuchen. Geeignete Haarpflege und regelmäßige, korrekte Parasitenbekämpfung schützen vor vielen Hauterkrankungen. Tierärztliche Ohrkontrollen und gegebenenfalls die Kontrolle der Analbeutel können zusätzlich das Auftreten von Hot Spots vermeiden helfen.