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Räude

Rolf H. aus Berlin fragt:


Wir waren mit unserer Bulldogge über Weihnachten in Griechenland und seitdem kratzt sie sich. Jetzt ist es ganz schlimm geworden, überall sind Krusten und sie hat an manchen Stellen überhaupt keine Haare mehr. Kann sie sich die Krätze geholt haben?


 

Lieber Rolf!



Ja, das ist durchaus möglich! „Krätze“ nennt man eine parasitär bedingte Hautkrankheit beim Menschen. Die gleiche Erkrankung beim Hund ist die so genannte „Räude“ oder auch „Skabies“.

Skabies ist eine nicht saisonal auftretende, stark juckende Hautkrankheit, die durch eine mikroskopisch kleine, nämlich 200 bis 400 µm große Grabmilbe mit dem Namen „Sarcoptes scabiei“ verursacht wird. Das auf der Oberfläche befruchtete ausgewachsene Weibchen gräbt sich unter die Haut und legt mit einer Geschwindigkeit von 2-3 mm pro Tag (!) einen Bohrkanal in den Hornschichten der Haut an. In diesen Tunnel legt sie ihre Eier ab. Die geschlüpften Larven graben sich ebenfalls in die Hautoberfläche ein, wo sie umherwandern und Nahrung aufnehmen. Die Infektion der Haut mit diesen Sarkoptes – bzw.Skabiesmilben wird von schwerem Juckreiz beim Patienten begleitet. Normalerweise bevorzugt der Parasit schwach behaarte Hautstellen für seine Grabaktivitäten, wie beispielsweise Bauch, Ohren oder Achselhöhlen, aber ein schwerer Milbenbefall breitet sich oftmals über den gesamten Körper aus. Das Tier leidet unter einem höchstgradig juckenden, rötlichen und krustigen Hautausschlag, der von kleinen Pusteln übersät sein kann. Bald kommen Abschürfungen und Blutungen hinzu, da sich die bedauernswerten Patienten fast ununterbrochen kratzen. Bakterielle Sekundärinfektionen der betroffenen Hautpartien verschlimmern das Krankheitsbild mit der Zeit noch erheblich.

Diese Räudeform, Rolf, ist hochansteckend für andere Hunde, unabhängig von Alter, Geschlecht oder Rasse! Daher ist es durchaus denkbar, dass sich Ihr Hund irgendwo infiziert haben könnte. Dazu reicht schon ein flüchtiger Kontakt mit einem erkrankten Tier oder sogar die Berührung mit infiziertem Material wie beispielsweise, Kämme, Bürsten oder etwa ein Transportbehälter aus. Auch Menschen und Katzen sind für den Parasiten empfänglich. Zwar vermag er sich auf diesen „falschen Wirten“ nicht so lange zu halten, kann aber doch über geraume Zeit erheblichen Juckreiz auslösen.

Die Diagnose stellt der Tierarzt. Bei Verdacht werden zahlreiche tiefe Hautgeschabsel angefertigt und mikroskopisch untersucht.

Allerdings findet man den Parasiten, beziehungsweise seine Eier, nur in den seltensten Fällen. In der Regel wird bei Verdacht auf Sarkoptesbefall eine so genannte „diagnostische Injektion“ verabreicht. Ein sehr wirksames Insektizid tötet rasch alle Sarkoptesmilben ab und das Tier zeigt innerhalb kurzer Zeit eine deutliche Besserung. Tritt diese Reaktion bei einem Verdachtspatienten ein, gilt die Diagnose als gesichert.

Therapeutisch gibt es heutzutage hoch milbenwirksame Insektizide als Spot-on-Präparate oder in Injektionsform. Allerdings kann die Behandlung einer chronischen Räude durchaus langwierig werden, zumal auch die Begleiterkrankungen, wie beispielsweise bakterielle Infektionen, therapiert werden müssen. Auch eine Umgebungsbehandlung ist unbedingt notwendig.

Und vor allem müssen alle in einem Haushalt lebenden Tiere mitbehandelt werden, denn es gibt auch bei dieser Infektion „symptomfreie Träger“, die den Erfolg einer Therapie immer wieder zum Scheitern bringen können.