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Leckekzem

Armin K. aus Deutschland fragt:

Ich habe einen älteren Mischlingsrüden, der sich seit Monaten immer wieder eine Stelle am Hinterlauf wund leckt. Mein Tierarzt kann mir offensichtlich nicht helfen, vielleicht haben Sie ja einen Vorschlag zur Behandlung?

 

Lieber Armin!


Das Leckekzem, im Fachjargon ALD (= Acral Lick Dermatitis) genannt, ist leider eine häufige Erkrankung. Sie kommt bei vielen Spezies – sogar bei Rindern – vor und auch der Mensch ist davon betroffen. Beim Hund äußert sie sich in der Regel durch zwanghaftes Belecken einer Gliedmaße. Besonders häufig sind dabei die unteren Gelenksregionen betroffen. Es entwickelt sich mit der Zeit eine haarlose, geschwürig veränderte und narbig verdickte Hautstelle, die sich deutlich vom umliegenden Gewebe abgrenzt. ALD trifft gehäuft bei mittelalten bzw. älteren Rüden der Rassen Deutscher Schäferhund, Dobermann, Labrador, Dogge und Setter auf.

Wird eine ALD diagnostiziert, ist die Ursache meist nicht mehr zu erforschen. Eingedrungene Fremdkörper, Parasiten oder allergische Grunderkrankungen können den Juckreiz verursachen und dauerhaftes Lecken auslösen. Es können Tumorerkrankungen, Nervenentzündungen oder Hautinfektionen zugrunde liegen. Auch Schmerzen, beispielsweise bei Knochen- oder Gelenksentzündungen bzw. Arthrosen, sind häufig dafür verantwortlich, dass sich die Tiere die betroffene Stelle konstant belecken.

Aber selbst wenn man die Ursache ausfindig machen kann, ist die akrale Leckdermatitis in der Regel sehr schwierig zu behandeln, da sich die Grundkrankheit mit der Zeit zur Obsession, d. h. zu einer zwanghaften Verhaltensstörung, verändert. Übrigens können auch Langeweile und Stress eine ALD bzw. diese Verhaltenstörung auslösen.
Ein allgemeines Erfolgsrezept zur Behandlung eines Leckekzems gibt es leider nicht. Auch Psychopharmaka, wie sie in den letzten Jahren oft eingesetzt wurden, bringen nicht immer den gewünschten Erfolg. Das Scheitern der gängigen antibiotischen und entzündungshemmenden Therapien wurde kürzlich durch eine amerikanische Studie erklärt, in der belegt werden konnte, dass in den tiefen Gewebeschichten des Leckekzems eine völlig andere bakterielle Besiedlung herrscht als auf der Oberfläche. Das heißt, gängige Antibiotika, die für einige Wochen verabreicht werden, lassen zwar die äußere Haut heilen, der Prozess im Inneren des Geschwürs bleibt dabei aber unberührt und kann nach unbestimmter Zeit wieder aufflammen.

Für Sie, Armin, bedeutet das, dass Sie wahrscheinlich mehrere Behandlungsmethoden ausprobieren müssen, um erfolgreich zu sein. Auch die chirurgische Entfernung der Hautstelle muss dabei in Betracht gezogen werden. Auf jeden Fall sollten Sie mit Ihrem Tierarzt zusammenarbeiten, um Ihrem Hund dauerhaft zu helfen.