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Allopurinoltherapie beim Leishmaniose-Hund

Kathrin H. aus Deutschland fragt:

Meine Hündin kommt aus Italien und ist Leishmaniose positiv getestet. Sie ist nun 11 Jahre alt und seit vier Jahren bei uns. Wir lassen dreimal jährlich den Titer anhand von Bluttests bestimmen.
Irgendwann bekam Paulina einen juckenden Hautausschlag am Rücken und in den Ohren schwarz-rote juckende Stellen. Alle Tests, die gemacht wurden, waren jedoch negativ, auch der Leishmaniose-Test. Da die alkalischen Phosphatase-Werte der Leber erhöht waren, haben wir Allopurinol eine Zeitlang ganz abgesetzt. Irgendwie bildete ich mir ein, Paulina wurde fröhlicher und lebendiger.
Die Haut hat sich etwas erholt, es juckt nicht mehr, aber der Leishmaniosetiter ist ohne Allopurinol gestiegen. Die Ärztin meint nun, wir müssen wieder Allopurinol geben, weil sonst die Leishmaniose ausbricht. Sie bekommt allerdings auch Herzmedikamente. Ich bin so ratlos. Vielleicht können Sie mir etwas weiterhelfen?

 

Liebe Kathrin!


Allopurinol ist ein Gichtmedikament aus der Humanmedizin, das die Purinsynthese im Wirtsorganismus hemmt. Purine sind essentielle Baustoffe der Nukleinsäuren, einem ausgesprochen wichtigen und multifunktionalen Biomolekül. Leishmanien sind nicht in der Lage, Purine selbst herzustellen und greifen in ihrer Entwicklung auf die Purine des Wirts zurück. Werden ihnen diese entzogen, wird ihre Vermehrung eingeschränkt. Das bedeutet therapeutisch, dass wir durch dieses Medikament beim Hund den Parasiten zwar in Schach halten aber nicht aus dem Organismus eliminieren können.
Nebenwirkungen durch Allopurinolgaben sind beim Hund zwar nicht auszuschließen, aber extrem selten. Das hängt mit der Verstoffwechslung der Purine zusammen. Beim Menschen werden Purine zu Harnsäure abgebaut und über die Nieren ausgeschieden, beim Hund – mit Ausnahme des Dalmatiners – ist das primäre Endprodukt hauptsächlich Allantoin. Durch diesen Unterschied im Stoffwechsel vertragen die meisten Hunde Allopurinol auch als Langzeitgabe problemlos. Die am häufigsten zu beobachtende Nebenwirkung bei Dauerbehandlung ist die Bildung von Xanthinsteinen in den Harnwegen. Da Ihr Hund auch andere gesundheitliche Probleme aufweist und zusätzliche Medikamente erhält, sollte genauestens überprüft werden, ob sich die beschriebenen Effekte tatsächlich auf Allopurinol zurückführen lassen oder ob andere Ursachen in Frage kommen könnten.
Ich erachte es als ausgesprochen gefährlich, einen Parasitenanstieg im Körper zu riskieren. Sprechen Sie mit Ihrer Tierärztin, ob es nicht eine Möglichkeit wäre, Allopurinol mit einem anderen Medikament zu kombinieren (beispielsweise Allopurinol 2x tgl. 10 mg/kg zusammen mit einer einmaligen Milteforan-Kur), oder das bisherige Nachweisverfahren durch eine PCR zu ergänzen, um eventuelle Kreuzreaktionen bei der Antikörperbestimmung auszuschließen.