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Juckende Hautkrankheiten bei Katzen

Gertrude H. aus Manacor fragt:

Wir haben zwei Katzen, die Wurfgeschwister sind. Beide verlieren seit einiger Zeit massiv ihre Haare. Die eine kratzt sich viel und putzt sich ständig, die andere zeigt keinen Juckreiz, hat aber auch überall kahle Stellen.

 

Liebe Gertrude!


Bei juckenden Hauterkrankungen, den so genannten pruritischen Dermatosen der Katze, ist nicht es so einfach, eine Diagnose zu stellen, da es eine Vielfalt möglicher Ursachen gibt. Absolut erschwerend kommt hinzu, dass man kaum feststellen kann, ob eine Katze Juckreiz verspürt oder nicht. Nur bei wenigen Tieren ist klar zu erkennen, dass sie sich kratzen, an Gegenständen reiben oder übermäßiges Putzverhalten an den Tag legen. Die meisten Katzen tun dies nämlich heimlich. Gut versteckt oder in Abwesenheit des Besitzers kratzen und lecken sie sich intensiv, bis hin zum meist selbst zugefügten Haarverlust. Deshalb werden die meisten Katzen mit Hautproblemen auch nicht wegen Juckreiz bei uns Tierärzten vorgestellt, sondern wegen Hautveränderungen und Haarverlust.

Bei der diagnostischen Aufarbeitung von felinen Dermatosen ist es deshalb besonders wichtig abzuklären, ob die Krankheit mit Juckreiz verbunden ist. Bei genauer Betrachtung der Haut sieht man beispielsweise oft, ob Kratz- oder Beißspuren vorhanden sind. Besonders am Ohrgrund oder am Schwanzansatz ist das relativ leicht zu erkennen. Sind keine Hautverletzungen zu finden, muss man Haare unter dem Mikroskop untersuchen. So kann man feststellen, ob ein Haar abgebissen oder ausgezupft wurde.

Ist erst einmal abgeklärt, dass die Hautkrankheit mit Juckreiz verbunden ist, teilen wir die Veränderungen in vier Gruppen ein:
- Symmetrischer, selbstverursachter Haarverlust gibt Hinweise auf Flohspeichel- oder
Futtermittelallergie. Auch übersteigertes Putzen durch Verhaltensstörungen käme hier in Frage.
- Liegen Hautveränderungen vor, die der Tierarzt unter dem Komplex "eosinophiles Granulom" einordnen kann, wird man mit großer Wahrscheinlichkeit auf eine allergische Grunderkrankung
stoßen.
- Ist der Juckreiz mehr oder weniger auf die Kopf- und Halsregion beschränkt, sollte man unbedingt nach Parasiten suchen und neben einer Allergie auch an bestimmte Tumorerkrankungen denken.
- Liegen kleine an Rumpf und Hals verstreute Krusten und Pusteln vor, handelt es sich um eine "miliare Dermatitis", die meistens durch eine Flohspeichelallergie verursacht wird.

Neben Rasse und Alter des Tiers ist es wichtig zu wissen, ob es sich um Wohnungs- oder Ausstellungskatzen bzw. um Freigänger handelt. Eine detaillierte Besitzerbefragung über die Krankheitsentwicklung ist ebenfalls unumgänglich.

Wenn man jetzt also über alles Bescheid weiß, Gertrude, beginnt man mit den verschiedenen Untersuchungen und Tests. Dazu gehören u. a. die mikroskopische Untersuchung von Haaren und Hautgeschabseln, das Anlegen von Pilzkulturen, evtl. bestimmte Ausschlussdiäten zur Abklärung von Futtermittelunverträglichkeiten und Allergietests.

Der Schritt von der genauen Diagnose zur adäquaten Therapie ist danach nicht mehr groß.