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Eosinophiles Granulom der Katze

Maria W. aus Salzburg fragt:

Ich habe Ihre Artikel über Hautkrankheiten bei Katzen gelesen und möchte Sie gerne etwas fragen.Unsere Katze hat schon seit längerem eine Art Geschwür an der Oberlippe. Es blutet nicht und scheint die Mieze auch nicht zu stören. Meinen Sie, man müsste das untersuchen lassen?

 

Liebe Maria!


Möglicherweise handelt es sich bei der Hautveränderung Ihrer Katze um ein so genanntes „indolentes (= schmerzloses) Ulcer ( = Geschwür)“. Das indolente Ulcer gehört zu einer Gruppe von Reaktionsmustern der Katzenhaut, die unter dem Begriff „eosinophiler Granulom-Komplex“ zusammengefasst werden.

Die Ursachen sind vielfältig und können sowohl allergischer als auch infektiöser Natur sein. Dieser Komplex präsentiert sich typischerweise in drei verschiedenen Erscheinungsformen. Alle drei Formen weisen ein gemeinsames Merkmal auf: das Auftreten von bestimmten Blutzellen, den so genannten „eosinophilen Granulozyten“.

Als eine Form kennen wir das oben erwähnte indolente Ulcer. An der Oberlippe der Katze tritt einseitig oder beidseitig zunächst eine Rötung auf, die sich mit der Zeit zu einem Geschwür verändert. Die Läsion ist weder juckend noch schmerzhaft, kann aber tiefe und große Wunden verursachen, so dass die Oberlippe wie „weggefressen“ erscheinen mag. Auch in der Maulhöhle im Bereich des oberen harten Gaumens kann ein indolentes Ulcer auftreten.

Weiterhin tritt das so genannte „eosinophile Plaque“ auf. Typische Stellen für diese Form der eosinophilen Veränderung sind Bauch, Leisten, Innenschenkel oder die Zwischenzehenräume. Haarlose, gerötete Hautareale heben sich deutlich von der Umgebung ab und verursachen dem Tier Schmerz und Juckreiz. Durch das ständige Belecken mit der rauen Zungenoberfläche verschlimmern die Katzen den Ausschlag und führen oft zusätzlich eine eitrige Entzündung herbei.

Die dritte typische Erscheinungsform des eosinophilen Komplexes ist das „eosinophile Granulom“. Nicht juckend oder schmerzend tritt es typischerweise im Bereich der hinteren Oberschenkel, seltener in der Maulhöhle oder am Kinn, als rosarote, haarlose, meist etwas schuppige Hautstelle auf.

Die Hautveränderungen können einzeln oder alle gleichzeitig am selben Tier auftreten. Zur Diagnosestellung bedient man sich einer zytologischen Untersuchung zusammen mit dem klinischen Erscheinungsbild und versucht systematisch, den Auslöser für die Hautreaktion zu finden. Dies ist meist nicht ganz einfach, Maria. In Frage kommen vor allem Allergien, wie beispielsweise Futtermittel- oder Flohspeichelallergien. Auch parasitäre Infektionen können zur Eosinophilie führen. Entsprechend gestaltet sich die Therapie. Kann man den genauen Auslöser nicht finden und/oder ausschalten, wird man auf Kortisone und andere immunsuprimierende Medikamente zurückgreifen müssen.