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Feline Atopie

Michael G. aus Esporles fragt:

Ich habe Ihre Berichte über Hautkrankheiten bei Katzen gelesen, aber unsere Katze kratzt sich nur im Sommer. Dann bekommt sie diese Hautausschläge und verliert Haare. Gibt es hierfür auch eine Erklärung?

 

Lieber Michael!


Klar gibt es hierfür auch eine Erklärung! Das ist ein guter Einstieg für die letzte Allergieform, die ich in meiner Serie über juckende Hautkrankheiten bei Katzen besprechen möchte.

Reagiert ein Tier mit einer allergischen Hautkrankheit durch das Einatmen von Umgebungsallergenen, wie beispielsweise Pollen, Hausstaubmilben oder Schimmelpilzsporen, spricht der Dermatologe von „Atopie“ und im Fall unserer Hauskatzen von der „felinen atopischen Dermatitis“. Atopie ist die Ursache von sehr vielen juckenden Dermatosen, besonders auch von saisonal auftretendem Juckreiz, wie im Fall Ihrer Katze, Michael.

Wie Sie in den anderen Artikeln bereits erfahren haben, können sich auch hier unspezifische Krankheitszeichen einstellen, wie die „miliare Dermatitis“ das „eosinophile Granulom“ oder durch die Katze selbst verursachter Haarverlust. Die Diagnose der atopischen Dermatitis bei der Katze ist kompliziert. Gängige Allergietests, wie sie beispielsweise bei atopischen Hunden oder Menschen durchgeführt werden, sind bei der Katze sehr unzuverlässig. Ebenso ist die Durchführung von Bluttests zur Spezifizierung der Diagnose gänzlich ungeeignet. Oftmals kommt man nur zum Ziel, indem man intensiv in der Geschichte des Tiers forscht und andere Formen von Allergie systematisch auszuschließen versucht.

Das heißt auch, dass wir meistens nur eine klinische Diagnose stellen können und nur in seltenen Fällen in der Lage sind, die genauen Allergene herauszufinden. Dementsprechend ist es kaum möglich, den Kontakt der Katze mit dem auslösenden Allergen zu vermeiden, wie wir es z. B. bei Hund oder Mensch versuchen würden.

Meistens beschränkt sich die Therapie auf entzündungshemmende Medikamentengaben, die das Immunsystem beeinflussen. Ein sehr wirksames Therapeutikum ist hierbei das Kortison. Da Katzen im Allgemeinen Kortisonen gegenüber wesentlich toleranter reagieren als Hunde und Menschen, ist diese Form der Behandlung in der Regel auch sehr effektiv und unproblematisch, besonders bei Tieren, die nur in einer bestimmten Jahreszeit Juckreiz zeigen und daher nur saisonal behandelt werden müssen. Anders sieht es bei Katzen aus, die etwa auf Hausstaubmilben oder andere ganzjährig vorhandene Stoffe allergisch sind und daher dauerhaft mit Medikamenten behandelt werden müssen. Oder Tiere, die verschiedene Allergieformen, wie Atopie, Flohspeichelallergie und/oder Futtermittelallergie gleichzeitig in sich tragen. In diesen Fällen versucht man heutzutage, verschiedene Medikamente zu kombinieren, um dauerhafte hohe Kortisongaben und die damit verbundenen Nebenwirkungen zu vermeiden. Eine gängige moderne „Mischtherapie“ besteht beispielsweise neben geringen Kortisongaben aus so genannten Antihistaminika, Immunmodulatoren wie Cyclosporin A und kommerziell hergestellten essentiellen Fettsäuren als Futtermittelergänzung.

Doch dies soll nur am Rande erwähnt werden, um Ihnen einen Eindruck zu vermitteln. Die Einzelheiten können sie getrost Ihrem Tierdermatologen überlassen!