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Leishmaniose, Infektion

Petra und Dieter M. aus Valldemossa fragen:

Wir sind noch nicht lange auf Mallorca und wir wollten unsere junge Schäferhündin gesundheitlich checken lassen, auch im Hinblick auf die Leishmaniosekrankheit, die hier ja sehr verbreitet ist. Leider ist dieser Test positiv ausgefallen. Der Hund ist kerngesund und alle anderen Blutwerte waren völlig in Ordnung. Wie müssen wir uns denn jetzt verhalten?

 

Liebe Petra, lieber Dieter!



Erst einmal sollten Sie sich nicht zu sehr beunruhigen, denn ein positiver Test bei einem gesunden Hund bedeutet zunächst nur, dass eine Infektion stattgefunden hat und ist nicht gleichbedeutend mit einer Erkrankung. Zwischen April und November, wenn die kleine sandfarbene Mücke, die den Parasiten trägt am aktivsten ist, finden ständig Übertragungen, also Infektionen statt. Ein Hund, der die Nächte im Freien verbringt, und nicht mit insektenabwehrenden Mitteln geschützt ist, kann in der Nacht Hunderte von Stichen abbekommen. In endemischen Gebieten wie Mallorca sind sehr viele der Sandmücken Parasitenträger, also wird auch häufig Parasitenmaterial auf den Hund übertragen. Damit hat eine Infektion stattgefunden und das Immunsystem des Tieres beginnt zu arbeiten, wobei die Arbeit darin besteht, so genannte Antikörper zu bilden. Diese Eiweiße sollen die Parasiten – die Leishmanien - abtöten. Die im Blut zirkulierenden Antikörper messen wir und das Ergebnis ist positiv (Antikörper ja) oder negativ (Antikörper nein).
Interessant ist erst, was nach der Infektion passiert. Das Immunsystem ist komplex und agiert auf verschiedenen Ebenen. Eine Art der Abwehr ist so genannte zellgebundene Immunantwort. Ist diese stark und intakt, wird sie den Parasiten abwehren und der betroffene Hund bleibt trotz Infektion gesund. Reicht diese Abwehr nicht aus, werden andere Mechanismen aktiv und es beginnt ein Kampf zwischen Organismus und Erreger.
Gelingt es dem Organismus den Erreger im Zaum zu halten, wird der Wirt nicht erkranken, obwohl er infiziert ist. Verliert der Organismus den Kampf wird sich der Erreger weiterentwickeln, ausbreiten und mit der Zeit alle empfänglichen Organsysteme befallen. Das Tier ist dann an Leishmaniose erkrankt und wird ohne Behandlung nicht lange überleben. Dabei kann sich die Krankheit in allen möglichen Krankheitsbildern zeigen, je nachdem, welche Organe am meisten betroffen und in ihrer Funktion gestört sind. Sollte ein infizierter Hund also plötzlich Verhaltensveränderungen zeigen, sei es ein Hautausschlag, eine Augenentzündung oder auch nur wiederholte Fressunlust, muss unbedingt an die Leishmaniose gedacht werden. In Ihrem Fall sollte nach 1, 2 und 6 Monaten eine komplette Untersuchung des Patienten erfolgen. Das beinhaltet sowohl eine gründliche klinische Untersuchung, als auch ein großes Blutbild und eine Antikörperbestimmung. Nur so kann eine mögliche Erkrankung rechtzeitig erkannt und entsprechend therapiert werden.
Obwohl uns Medikamente zur Behandlung zur Verfügung stehen ist und bleibt die Leishmaniose eine unheilbare Krankheit. Es sollte also allen Hundebesitzern, die in betroffenen Gebieten leben klar sein, das die wichtigste Maßnahme zu deren Bekämpfung die Vorbeugung ist. Schutzimpfung, mückenabwehrende Medikamente und spezifische, die zellgebundene Abwehr stärkende Substanzen stehen uns heutzutage zu diesem Zweck zur Verfügung. Lassen Sie sich dazu von Ihrem Tierarzt ausführlich beraten.