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Katzenschnupfen I

Rosa B. aus Alaró fragt:

Wir haben zwei junge Katzen von der Straße aufgenommen. Sie niesen oder husten nicht, haben also keinen Katzenschnupfen, aber sie wollen nicht wirklich fressen und beide haben ganz verkrustete Augen. Außerdem riechen beide übel aus dem Maul. Was meinen Sie dazu?

 

Liebe Rosa!


Ich fürchte doch, dass es sich bei den beschriebenen Symptomen um „Katzenschnupfen“ handelt. Die Bezeichnung Katzenschnupfen steht für eine Entzündung der Schleimhäute von Kopf und Atemwegen. Oft – aber durchaus nicht immer – geht die Erkrankung mit „Schnupfen“ einher.
Die Infektion wird durch fünf Primärerreger ausgelöst. Dabei handelt es sich um zwei Viren, nämlich das feline Herpesvirus (FHV) und das feline Calicivirus sowie um drei Bakterienarten (Chlamydia felis, Bordetella bronchiseptica, Mykoplasmen).
Natürlich spielen auch viele bakterielle Sekundärerreger beim Katzenschnupfen eine Rolle, aber 80 % der Fälle werden durch FCV und/oder FHV verursacht. Infiziert werden die Tiere durch andere Katzen oder durch kontaminierte Gegenstände. Gelangt das FHV in die Katze, breitet es sich entlang der Nervenbahnen aus und vermehrt sich auf den „kühlen“ Schleimhäuten von Nase und Maulhöhle. Dabei entstehen Entzündungsherde und Zellen sterben ab. Die Folgen sind Fieber, Appetitlosigkeit und Speicheln. Auch eine Bindehautentzündung mit Verkrustungen um die Augenränder ist typisch. Nicht selten entstehen Geschwüre und Ödeme der Hornhaut, die bis zum Verlust der Sehkraft führen können. Auch das FCV vermehrt sich in den Schleimhäuten. Manche Stämme dieses Virus befallen sogar Lungen und Gelenke, was dann Lungenentzündung und Lahmheit nach sich zieht. Im Kopfbereich kommt es nach der Infektion zu Augen- und Nasenausfluss, vor allem aber zu Zungen- und Gaumengeschwüren und häufig auch zu Zahnfleischentzündungen, die auch bestehen bleiben können. Das erklärt den üblen Mundgeruch.
Katzenschnupfen muss intensiv symptomatisch behandelt werden, wenn das Tier die Chance zur Gesundung erhalten soll. Die Behandlung umfasst die Gabe von Flüssigkeit, schleimlösenden Mitteln, Vitaminen zur Abheilung der Geschwüre und weitere Maßnahmen. Gleichzeitig wird – auch bei einer rein viralen Infektion – immer eine antibiotische Begleittherapie eingeleitet, um Sekundärinfekte zu verhindern. Antivirusmedikamente aus der Humanmedizin lassen sich bei der Katze leider nicht in ähnlicher Form einsetzen, da ihre Wirksamkeit gering ist, die Nebenwirkungen aber erhebliche Probleme bereiten.