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Abszess

Gertrud K. aus Inca fragt:

Was genau ist eigentlich ein Abszess und wie behandelt man ihn?

 

Liebe Gertrud!


Unter einem Abszess kann man sich einen mit Eiter gefüllten Beutel vorstellen, der irgendwo in einem Körpergewebe liegt. Im Prinzip ist jeder "Pickel" ein Abszess.

Aber nicht nur in der Haut, auch an inneren Organen können sich diese abgeschlossenen Eiteransammlungen bilden. Die Ursachen für Abszesse sind immer Entzündungen im umgebenden Gewebe. Diesen Entzündungen liegen in der Mehrzahl der Fälle Infektionen mit Bakterien zugrunde. Dies kommt in der Tiermedizin beispielsweise recht häufig bei Bissverletzungen vor. Durch die langen und spitzen Eckzähne von Hunden und Katzen gelangen bei einem Biss Bakterien tief ins Gewebe. Die kleine Hautverletzung um den Stichkanal heilt schnell ab, aber die Bakterien vermehren sich unsichtbar in den tieferen Schichten. Als Abwehrmaßnahme beginnt der Körper einen "Schutzwall" um den Entzündungsherd herum aufzubauen und es entsteht die so genannte "Abszessmembran". In dieser Membran befindet sich eine große Anzahl von körpereigenen Abwehrzellen, welche die sich vermehrenden Bakterien bekämpfen. Die umgebende Abszesskapsel verhindert dabei, dass sich die Infektion im Körper ausbreitet. Während dieser Zeit der so genannten "Abszessreifung" arbeitet das Immunsystem auf Hochtouren. Es kommt zu Rötungen, Schwellungen und Schmerzen rund um den reifenden Abszess, oftmals begleitet durch hohes Fieber. In der Blutuntersuchung sieht man ansteigende Entzündungswerte.

Ist der Abszess "reif", platzt die umgebende Hülle und der Inhalt ergießt sich in die Umgebung. Das kann zu großen Problemen führen, wenn dieser Vorgang in inneren Organen oder im Gehirn stattfindet. Sich ausbreitende Infektionen und Blutvergiftungen können die Folge sein.

Befindet sich der Abszess in der Haut, entleert sich der Inhalt meist nach außen und hinterlässt große Wunden. Bleibt dieser Zustand unbehandelt und verbleibt infektiöses Restmaterial in der Abszesshöhle, kann sich der Entzündungsprozess wiederholen. Manchmal entstehen dann so genannte "Fistelkanäle", d. h. kleine Rohrsysteme, über die immer wieder Eiter vom Abszess nach außen gelangt. Insbesondere kleine Fremdkörper wie Pflanzenteile, die unter die Haut der Zwischenzehenräume gelangen, sind oft Grund für fistelnde Abszesse an den Pfoten von Hunden.

Seltener gibt es noch so genannte "sterile" Abszesse. Das bedeutet, dass sich der Eiter in der Abszesshöhle nur durch entzündliche Gewebseinschmelzung bildet, ohne dass Bakterien daran beteiligt sind. Dies kann manchmal nach subkutanen oder intravenösen Injektionen auftreten.

Die Behandlung, Gertrud, besteht nach Möglichkeit in der Spaltung des reifen Abszesses. Während der Reifung sollte man nicht chirurgisch eingreifen, um die Abwehrreaktion des Körpers nicht zu stören. Medikamentell kann man die Reifung aber beschleunigen. Sobald man die Abszesskapsel eröffnet hat, wird die Abszesshöhle gründlich gespült, eventuelle Fistelkanäle zerstört und je nach Situation eine temporäre Drainage gelegt. Eine begleitende Therapie mit antibiotischen Medikamenten schützt vor eventuellen Reinfektionen.

Als Tipp zur Vorbeugung von Abszessen kann ich allen Tierbesitzern nur empfehlen, auch kleine Wunden, wie beispielsweise Kratzwunden nach Streitereien, tierärztlich versorgen zu lassen.