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Zahnstein

Gerald U. aus Cala Mayor fragt:

Mein kleiner Mischlingshund riecht derart unangenehm aus dem Maul, dass ich kaum mehr mit ihm das Zimmer teilen kann. Mein Bekannter sagt, das wäre normal, Hunde haben nun mal Mundgeruch! Kann ich nicht irgendetwas dagegen unternehmen?

 

Lieber Gerald!


Natürlich können Sie etwas dagegen unternehmen und selbstverständlich ist es nicht "normal", dass Hunde Mundgeruch haben. Ein gesunder Hund riecht völlig neutral, auch aus dem Fang.

In der Regel zeigt Mundgeruch beim Hund, dass eine Erkrankung der Maulhöhle vorliegt. Die meisten Erkrankungen der Maulhöhle beginnen mit der Entwicklung von Zahnbelägen (Plaque). Plaque bildet sich normalerweise zuerst an der Außenfläche von Fang- und Backenzähnen, wo man die erst gelblichen, später graubraunen Beläge teilweise schon sehr früh erkennen kann. Durch die Einlagerung von Mineralsalzen aus dem Speichel verhärten die Zahnbeläge nach und nach. Es entsteht der so genannte "Zahnstein". An der rauen Oberfläche dieser verkalkten Beläge entwickelt sich ein günstiges Milieu für die vermehrte Anhaftung von Mikroorganismen. Diese Bakterienbeläge führen zu einer Entzündung des Zahnfleischrands (Gingivitis). In diesem Stadium ist bereits ein deutlicher Mundgeruch wahrnehmbar, auch wenn das Tier keine Beschwerden zeigt. Greift man nicht ein, schreitet die Entwicklung fort. Die bakterielle Infektion wird immer heftiger und die Plaque immer dicker. Das zunächst rote und geschwollene Zahnfleisch wird langsam zerstört und oft sind Blutspuren an Spielzeugen oder Kauknochen zu finden. Jetzt greift die Entzündung auf das Zahnbett (Parodontitis) und den Zahnhalteapparat über. Zahnfleisch und Zahnfach verlieren die Anheftung an den Zahn und es bilden sich "Zahntaschen". Die Zähne lockern sich und fallen mit fortschreitender Entzündung auch aus.

Durch die starke Vereiterung der gesamten Maulhöhle wird auch der Geruch immer unerträglicher. Gleichzeitig können die Giftstoffe, die von den Mikroorganismen produziert werden, über die Blutbahn lebenswichtige innere Organe wie Herz, Leber oder Nieren erreichen und dort schwere Schäden verursachen. Viele Herzprobleme werden nicht selten von unbehandelten Maulhöhleninfektionen ausgelöst.

Die Ursachen für Zahnsteinbildung sind, gerade bei kleinen Rassen, oft in einer genetischen Veranlagung zu finden. Tiere, die eine hohe Neigung zur Plaqueentwicklung haben, zeigen oft schon sehr früh Maulhöhlenprobleme. Aber auch falsche Fütterung und damit verbundene Kohlenhydratüberschüsse, Vitamin- und Spurenelementmangel oder Fehler im Kalzium-Phosphorverhältnis können eine Zahnsteinbildung begünstigen.

Nun Gerald, was ist zu tun? Ihr kleiner Hund muss zunächst gründlich untersucht werden. Wird dabei eine behandlungsbedürftige Zahnerkrankung festgestellt, muss er in Narkose gelegt werden. Gründliche Zahnbehandlungen beim Hund sind nur unter Vollnarkose möglich. Mittels Ultraschallgerät werden Zahnbeläge zahnschonend und gründlich entfernt. Danach werden die Zähne mit einer speziellen Politurpaste poliert, um den Zahnschmelz spiegelglatt zu machen. Das erschwert die erneute Anhaftung von bakteriellen Belägen.

Liegt eine Parodontitis vor, werden das entzündete Gewebe und eventuell bereits vorhandene Zahntaschen vorzugsweise mit einem elektrischen Schneidegerät entfernt. Je nach Schwere der Erkrankung muss mit entzündungshemmenden Medikamenten und Antibiotika nachbehandelt werden.

Damit es erst gar nicht so weit kommt, empfehle ich, kleine Hunderassen halbjährlich zur Gebisskontrolle beim Tierarzt vorzustellen. Das regelmäßige Entfernen von Belägen zusammen mit der richtigen Ernährung ist die beste Vorbeugemaßnahme bei der Hundezahnpflege.