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Fische in Not!

Die Überfischung der Meere und die damit verbundenen Umweltschäden sind ein aktuelles und derzeit viel diskutiertes Thema. Auch mein diesjähriger Weihnachtsbrief wird sich daher mit der Frage befassen:

Welcher Fisch darf auf den Tisch?

Die Vielfalt an Lebensformen auf unserem Planeten ist zwar ungeheuerlich, aber nicht unerschöpflich. Seit dem 17. Jahrhundert zeichnet sich bereits ein erkennbarer Rückgang der biologischen Vielfältigkeit ab, der maßgeblich durch menschliches Handeln verursacht wird. Wenn man sich vor Augen hält, dass täglich 130 Arten von Lebensformen unwiederbringlich aussterben, so wird klar, dass der Mensch immer mehr und immer aggressiver die Natur verbraucht.
Erst in letzter Zeit ist uns auch klar geworden, dass sich die Zerstörung, Übernutzung und Verschmutzung von Lebensraum nicht nur auf das Land beschränkt, sondern dass Klima und Weltmeere gleichermaßen bedroht sind. Unsere Erde ist ein zusammenhängendes Ökosystem. Das unumkehrbare Aussterben einer Art gilt nicht nur als Verlust deren Eigenwert, sondern bewirkt eine Störung in der Gesundheit dieses Ökosystems und schafft somit ein unkalkulierbares Risiko für uns alle.
Die marinen Ökosysteme sind jetzt an ihren Belastungsgrenzen angelangt. Spektakuläre Zusammenbrüche von Fischbeständen sind zu verzeichnen. Die kommerziell meistgenutzten Arten wie Tunfisch, Schwertfisch, Kabeljau oder Heilbutt sind leer gefischt worden. Niemand weiß, wie sich der Verlust dieser „Beutejäger“ auf Struktur und Funktion der Meeresumwelt auswirken wird.
Wir Europäer stellen heutzutage den größten Markt für Fisch und Meeresfrüchte dar, also liegt es auch an uns Europäern, uns als Erste vom Billigfisch zu verabschieden. Wenn wir als europäische Verbraucher Produkte aus umweltverträglicher Fischerei verlangen, dann wird sich das Angebot verändern. Dies wird zwar langsam geschehen, dafür aber ganz sicher.

Wir müssen uns der Fischereikrise bewusst werden und ihre verschiedenen Wurzeln erkennen. Überfischung, zerstörerische Fangmethoden und enorme Mengen an unerwünschtem Beifang zählen zu den Hauptgründen der desolaten Situationen in den Meeren. Beispielsweise ist in der Seezungenfischerei 80 % (!) eines einzigen Fangs so genannter Beifang, der tot wieder ins Meer geworfen wird. Dabei wäre es durchaus möglich, Meerestiere nicht wie Müll zu behandeln, sondern Beifang auf ein Minimum zu beschränken. Im Fall der Fischerei von Thunfisch sind der Beifang die Meeresschildkröten. Dabei wäre es möglich, nur durch eine Änderung an den Angelhaken die Schildkröten vor Tod und Qualen zu bewahren. Würde man die Subventionspraktiken reformieren, die Fischereiflotte den Beständen anpassen und die konventionellen Netze und Fanggeräte durch sensiblere Methoden ersetzen, so könnte man dieser enormen Verschwendung von Leben entgegenwirken. Auch Fischzuchten, so genannte „Aquakulturen“, sind keine Alternative, um die Umwelt intakt zu halten. Konventionelle Aquakulturen produzieren im Wasser die gleichen Probleme wie die Massentierhaltung an Land. Verschmutzung durch Fäkalien, Futterreste, Chemikalien, Antibiotika und Hormone gefährden die lokalen Lebensräume um Fischzuchtanlagen. Mastanlagen von Raubfischen (z. B. Thunfischanlagen im Mittelmeer) verbrauchen Unmengen von wild gefangenem Futterfisch, was wiederum Gleichgewichte zerstört.
Als Verbraucher müssen wir uns für die nachhaltige Fischerei einsetzen, d. h. für die langfristige Erhaltung der Fischbestände und der gesunden Meere. Da es aber momentan noch äußerst schwierig ist, beim Fischkauf ausreichende Informationen über Herkunft der Produkte, Produktionsbedingungen und nachhaltige Fangmethoden zu erhalten, sollten wir uns ein wenig Zeit nehmen und folgende Tipps beachten:

Der Fischführer im Portemonnaie gibt uns einen raschen Überblick über die biologischen Charakteristika der Arten, auf die ökologischen Effekte der Fischereiaktivitäten und über das Fischereimanagement (zu beziehen z. B. über den WWF oder Greenpeace).

Fisch aus ökologischen Aquakulturen ist die Alternative zur profitorientierten konventionellen Fischhaltung. Die Bio-Fischwirtschaft achtet auf niedrige Besatzdichten, auf ökologisch wertvolle Gewässer und auf die Umweltverträglichkeit ihrer Produktionsbetriebe. Hormoneinsatz und künstliche Düngemittel sind untersagt und durch den niedrigen Besatz der Becken kann Medikamenteneinsatz drastisch reduziert werden. Der Kauf von Fisch aus Biofischbetrieben entlastet die überfischten Meere und stellt einen aktiven Beitrag zum Umweltschutz dar.

Fisch mit dem blauen Gütesiegel MSC (Marine Stewardship Council) ist zwar noch nicht häufig auf dem Markt zu finden, wird aber ein Baustein in der Etablierung der nachhaltigen Fischerei werden. Ein MSC Siegel erhalten diejenigen Fischereibetriebe, die sich zum umweltverträglichen und damit nachhaltigen Fischfang verpflichtet haben. Immerhin sind bereits 42 % der weltweiten Wildlachsfänge mit MSC-Güte zertifiziert.

In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern ein frohes Weihnachtfest und guten Appetit beim (zertifizierten) Lachsbraten oder einem leckeren (und unbedenklichen) Weihnachtkarpfen!

Weiterführende Links:
www.msc.org