Thema der Woche
NEU!!!
Eurotierklinik
Portal Nous!

Carretera Andratx 43/14
Tel: 971 677 606
Bitte helfen!
80 Prozent der weltweit verarbeiteten Daunen stammen aus China. Die Industrie entwickelte Standards die sicherstellen sollten, dass keine Gänse mehr lebendig gerupft werden. Doch haben diese Standards wirklich etwas gebracht? 
mehr erfahren

Leishmaniose

Teil 1 2 3
Andrea H. aus Deuschland schreibt:
Freunde von uns leben in Mallorca und haben ihren Labrador verloren, nachdem er von einer Sandmücke gestochen wurde. Da wir öfter in Mallorca Urlaub machen, würden wir gerne mehr über diese tödliche Hundekrankheit erfahren. Können Sie uns auch sagen, ob es diese Insekten und diese Erkrankung auch in anderen Mittelmeerländern gibt?

 

Liebe Andrea,

Aufgrund er zahlreichen Zuschriften, die ich im Zusammenhang mit der Leishmaniose erhalten habe, nehme ich Ihre Frage als Anlass, um ein wenig über diese Krankheit aufzuklären.

Jedem, der in Mallorca lebt und einen Hund besitzt, ist der Begriff „Leishmaniose“ schon begegnet. Die wenigsten jedoch wissen, dass die Leishmaniose, mit inzwischen weit über 12 Mio Fällen weltweit, eine der wichtigsten Infektionskrankheiten für uns Menschen darstellt.

Weil es mir wichtig erscheint, die Erkrankung für Laien ein bißchen verständlicher und durchsichtiger darzustellen, werde ich dieses riesige Gebiet aufgliedern und die Fragen, die mich diesbezüglich erreicht haben, folgendermaßen zusammenfassen:

Teil 1:
Was ist Leishmaniose und wo kommt sie her?
Wie wird sie übertragen?
Welche Bedeutung haben Leishmanien für den Menschen?

Was ist Leishmaniose und wo kommt sie her?
Leishmanien sind einzellige Lebewesen, die den Organismus eines anderen Lebewesens Befallen und sich von dessen Körpersubstanzen ernähren. Es gibt eine Vielzahl von unterschiedlichen Leishmanien und sie sind in tropischen und subtropischen Bereichen, sowie rund um dasMittelmeer verbreitet.

Wie wird sie übertragen?
Um in den Körper ihres Wirtes zu gelangen und sich dort vermehren zu können, brauchen diese kleinen Schmarotzer einen sogenannten Zwischenwirt. Diesen haben sie in einer vorwiegend dämmerungs-und nachtaktiven Schmetterlingsmücke, aus der Familie der Phlebotomen gefunden. Die nur ca.2 mm große Mücke hat im Unterschied zu anderen Stechmücken eine beige bzw.sandfarbene Körperfarbe und wird deswegen landläufig auch als „Sandmücke“ bezeichnet. Allerdings ist sie fast nie in Sand- oder Strandnähe zu finden, da sie bei der geringen Köpergröße nicht in der Lage ist, auch geringsten Gegenwinden standzuhalten.

Ist der Parasit in seinem Zwischenwirt, der Mücke, angelangt, macht er eine Entwicklung durch und vermehrt sich. Die Nachkommenschaft wandert im Moskito Richtung Speicheldrüse und wird bei der nächsten Blutmahlzeit auf seinen Wirbeltier-Endwirt übertragen.

Im Wirt schmarotzen die Leishmanien in den Zellen von Haut, Leber, Knochenmark, Milz, Lymphknoten und vermehren sich durch Zweiteilung.
Wird dieser infizierte Mensch oder Hund jetzt von einer Sandmücke gestochen, nimmt die Mücke bei der Blutmahlzeit wieder Leishmanien auf und der Zyklus beginnt von vorne.

Welche Bedeutung haben Leishmanien für den Menschen?
Das immer engere Zusammenrücken von Menschen durch die steigende Urbanisation in der sogenannten Dritten Welt, führt zur Bildung von Megastädten, in denen zunehmende Verarmung zu mangelnden hygienischen Voraussetzungen führt. Damit werden sog. Überträgern, wie z.B.Mücken, und somit auch übertragbaren Krankheiten, wie z.B.Leishmaniose, ungeahnte Ausbreitungsmöglichkeiten geboten.

Vielleicht ist uns der Begriff Leishmaniose beim Menschen deshalb nicht so geläufig, weil die Krankheit verschieden Namen trägt: Kala Azar, auch Schwarze Krankheit genannt, ist Eingeweide-Leishmaniose, die im Mittelmeerraum, Afrika, Südamerika, Asien, China und bis nach Rußland vorkommt. Oder die Orientbeule: auch Aleppobeule, Bagdhadbeule, Dehlibeule genannt, ist eine Form von Haut-Lleishmaniose mit Verbreitung vom östlichen Mittelmeer bis ins warme Asien und Afrika.

Durch die ständig steigenden Tourismuszahlen macht die Leishmaniose mittlerweile auch keinen Halt mehr vor der sog. Neuen Welt. Hunde werden aus Endemiegebieten in Regionen verbracht, die zur Zeit noch frei sind von Leishmanien.

Gerade wir hier, im Endemiegebiet Mallorca, mit dem ausgesprochen regen „Tierverkehr“ ins Ausland sollten uns Gedanken machen, ob wir nicht zu sorglos Tiere „retten“ oder ob wir nicht langfristig Gefahr laufen, andere Populationen zu gefährden!

zurück Teil 1 2 3