Thema der Woche
NEU!!!
Eurotierklinik
Portal Nous!

Carretera Andratx 43/14
Tel: 971 677 606
Jetzt helfen!
Helfen Sie Tierquälerei zu stoppen!
Ihre Spende findet sofortigen Einsatz, um Tieren zu helfen, die in Versuchslabors, in der Intensivtierhaltung zur Lebensmittelgewinnung, in der Pelzindustrie usw leiden.
jetzt spenden

Pelzmode

Angelika O. aus Palma fragt:
Beim weihnachtlichen Einkaufsbummel habe ich mich in einen modischen Parka verliebt, der mit einem dicken, weichen Pelzbesatz an der Kapuze ausgestattet ist. Leider konnte ich kein Etikett mit der Textilbeschreibung finden. Meinen Sie, ich kann sicher sein, dass es sich um ein Plüschfell handelt?

Liebe Angelika!
Ich bin froh, dass Sie mir diese Frage stellen, und ich kann Ihnen eine klare Antwort darauf geben: Nein, Sie können nicht sicher sein, dass es sich um einen Kunstpelz handelt, im Gegenteil! Mit großer Wahrscheinlichkeit handelt es sich bei dem Fellbesatz an der Jacke um ein Hunde- oder Katzenfell.

Eigentlich war ich mir sicher, dass wir diese abartige und sicherlich unüberlegte Moderichtung zumindest in Mitteleuropa hinter uns gelassen haben, nachdem vor 15 Jahren die schrecklichen Bilder der Tierhaltung und Tötung in den Pelztier-Zuchtfarmen durch die Medien gegangen sind. Ich dachte, das Bewusstsein für Tier und Tierschutz ist in den Köpfen der Menschen soweit geweckt worden, dass zumindest diese offensichtliche Tierquälerei dezimiert werden konnte. Aber mit Entsetzen beobachte ich, dass der Pelztrend wieder in die Modewelt einzieht.

Wahrscheinlich gehen viele davon aus, dass es sich bei den modischen und preiswerten Pelzbesätzen und Fellaccessoires um künstlich hergestellte Imitate handelt. Und wahrscheinlich machen sich auch deswegen die wenigsten Käufer Gedanken darüber. Aber so absurd es sich anhören mag: Der Import von echten Pelzen, nämlichl von Hunde- und Katzenfellen, ist billiger und industriell profitabler als die Herstellung von Kunstprodukten. Dazu kommt, dass die Etikettierung von Pelzen, zumindest in Deutschland, nicht vorgeschrieben ist. Damit sind dem Tiermissbrauch  Tür und Tor geöffnet. Wer kommt schon auf die Idee, dass das niedliche "Plüschtier", das als Weihnachtsgeschenk unterm Christbaum liegt, aus echtem Katzenfell gemacht ist? Oder dass die weiche Sofadecke vom Schnäppchenmarkt nicht aus Kunstfasern, sondern aus "Deutschem Schäferhund" besteht? Tatsächlich hat eine EU-Kommission bei Untersuchungen mittels DNA-Analyse festgestellt, dass der Großteil der angebotenen Fellwaren (inklusive Stofftiere und Kinderspielzeug) aus echten Hunde- und Katzenfellen hergestellt wird.

Hauptlieferant für diese Ware ist China, ein Land, das bis heute keinerlei Tierschutzgesetze kennt. Dementsprechend brutal werden die Felle "produziert". Im asiatischen Raum ist es seit jeher üblich, Hunde- und Katzenfleisch zu essen ("Chow-Chow" bedeutet so viel wie "gutes Essen") und die Tierfelle waren ein Nebenprodukt der Schlachtung. In den letzten Jahren hat sich das dramatisch geändert. Aus der großen Nachfrage nach Fellen, vor allem aus dem europäischen Raum, ist eine Pelzindustrie entstanden, die mit einer für uns unvorstellbaren Brutalität und unter unsäglichen Bedingungen arbeitet. Die Tiere gelten als Ware und nicht als Lebewesen. Hunde, Katzen ,Kaninchen werden auf engstem Raum gezüchtet. Vor allem im Norden des Landes, wo kalte Temperaturen herrschen und die Pelze somit qualitativ besser sind, gibt es die "Fellfabriken". Von dort werden die Tiere weite Strecken ins Land gekarrt, mit Stangen in Drahtkäfige gestopft und darin auf Lastwagen gestapelt. Die Tiere sind tagelang ohne Futter und Wasser und in der Regel durch das "Stopfen" in die Käfige und durch den brutalen Transport schwer verletzt. In den Verarbeitungsstationen werden die Felle dann "entnommen", wobei die Tiere aus Zeit- und Geldgründen meist lebendig gehäutet, oder auch, in Säcken verschnürt, lebendig in kochendes Wasser geworfen werden.

Ich glaube, wer diese Bilder einmal gesehen hat, kann sich in seinen Fellstiefeln nicht mehr wohl fühlen.Mir jedenfalls wird mittlerweileschon schlecht, wenn ich eine Pelzjacke auch nur sehe.

Ich möchte erwähnen, dass diese Entwicklung auch vor der Dezimierung von Wildtieren keinen Halt macht. Für Wildfüchse, Dachse und die (seltene) chinesische Wildkatze wird auch schon mal etwas mehr bezahlt.


Ich frage mich, ob es im 21. Jh. wirklich noch sein muss, dass Tiere so herhalten müssen. In Zeiten, wo der "Billigwahn" das Denken der Menschen beherrscht, scheinen Tier und Umwelt wieder in den Hintergrund zu geraten. Egal wie umweltschädlich die Herstellung und wie hoch der Stromverbrauch ist, der neue Kühlschrank muss "billig" sein. Egal ob Massentierhaltung, Käfighühner oder Akkordschlachtung , das Fleisch, das Ei muss "billig" sein. Und jetzt auch "billige" Pelze?
Es scheint so. Die Fellquaddel an der Handtasche, der Pelzkragen am Parka sind "in" und sogar ganze Pelzmäntel werden erschwinglich.


Bitte, liebe Leser und Tierfreunde, unterstützen Sie diesen Trend nicht. Helfen Sie mit, diese Absurdität zu stoppen.Geben Sie Ihre Unterschrift zur Forderung von Importverboten ab, und informieren Sie Ihr Umfeld von dieser Tierquälerei.
Denn jeder der darauf verzichtet, sich mit fremder Haut zu schmücken, leistet einen Beitrag zum Tierschutz. Ich danke Ihnen dafür.

Ihr Team der ETK