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Stopfmast - Der Feinkosttod der Enten!

Liebe Tierfreunde!

Wie jedes Jahr möchten wir auch mit unserem diesjährigen Weihnachts-Newsletter auf von uns Menschen missbrauchte Tiere aufmerksam machen, deren stilles Leiden wahrscheinlich nur durch unsere Unwissenheit in so großem Masse aufrechterhalten werden kann.

Die hochheiligen Feiertage sind nahe, die Kühltruhen voll und so manch einer freut sich vor allem auf die kulinarischen Höhepunkte des Festes. Für viele von uns gehört die traditionelle Weihnachtsgans mit Rotkohl dazu, andere leisten sich etwas Besonderes, wie Entenbrust oder  Gänseleberpasteten.

Woher nun dieses Geflügel kommt, was den Feinkosttod sterben musste, darüber will ich Sie ein wenig informieren.

Wir befinden uns in Frankreich, Ungarn, Bulgarien und seit Neuestem auch in Spanien. In einer riesigen Halle mit Tausenden von Enten ist kein einziger Ton zu hören.

Eingezwängt in rostigen Drahtkäfigen, in denen nicht einmal Umdrehen möglich ist, sieht man Wasservögel hechelnd unter Dauerlicht. Kein Schnattern ist zu hören. Den siechenden Tieren fehlt die Kraft dazu.

Es handelt sich um einen Stopfmast-Betrieb. Eine Tierfabrik für Enten oder Gänse, in der eine der grausamsten Methoden zur Lebensmittelgewinnung für uns Menschen praktiziert wird.

Das Leben der Küken für die so genannte Stopfmast beginnt in den Brütereien. Nach dem Schlüpfen werden die Eintagsküken manuell und im Akkord „gesext“, das heißt ihr Geschlecht bestimmt. Für die Stopfmast kommen nur die Erpel und Ganter aufgrund ihres größeren Wachstumspotentials, vor allem der Leber, in Frage. Die Weibchen werden kurzerhand und lebendig geschreddert.

Ursprung der Stopfmast ist eine vermeintliche Delikatesse. Die verfettete Leber von übermäßig gemästetem Wassergeflügel wird von etlichen Menschen als „foie gras“ oder Gänseleberpastete außerordentlich geschätzt. Das mag in Zeiten, wo das handzahme Geflügel von der Bäuerin eigenhändig zweimal am Tag „gestopft“ wurde auch seine Berechtigung gehabt haben. Was sich heutzutage abspielt, hat mit Gourmetgenuß nicht mehr allzu viel zu tun.

Drei bis viermal täglich wird den geschundenen Kreaturen ein langes und fast faustdickes Metallrohr durch den Schlund in die Speiseröhre eingeführt. Innerhalb weniger Sekunden wird eine große Menge (ca. 20% des Köpergewichtes des Vogels!) an reichhaltigem Nahrungsbrei durch dieses Rohr in den Tiermagen hineingepresst.

Auf diese Weise erzielt man eine rasche Verfettung und enorme Vergrößerung des Leberorganes - anstatt einem Normalgewicht von ca. 100 gr wird so ein Lebergewicht von bis zu 1 kg erreicht - die so genannte „foie gras“.

Eine ertragreiches Nebenprodukt der Fettleber ist dabei der übrige Tierkörper. Gänsekeulen, Entenbrust, oder fette Weihnachtsgänse als Ganzes liegen dann – Herkunft für den Verbraucher nicht nachvollziehbar- in den Kühltruhen der Supermärkte und werden von den Anbietern in blumiger Form angepriesen.

Um „gutes“ Fleisch handelt es sich dabei nicht.

Das maschinelle Stopfen verursacht schwere Verletzungen der Speiseröhre. Bei Fehldosierungen oder Versagen der Maschinen kommt es zum Platzen des Magens.

Die Haltung der Wasservögel mit ihren empfindlichen Schwimmhäuten auf rostigem Draht, führt zu schweren Verletzungen und geschwürigen Veränderungen der Sohlenballen.

Das bedeutet, dass diese Art der Lebensmittelproduktion ohne starken Medikamenteneinsatz natürlich undenkbar ist. Die Qualaufzucht der Tiere beginnt mit dem Einsatz von Wachstumshormonen, um zu gewährleisten, dass in kürzester Zeit ein Maximum an Gewicht zugelegt werden kann. Antibiotika sind unverzichtbar zur Behandlung von fiebrigen Infekten bei Verletzungen, Ballengeschwüren und Gelenksentzündungen, verkrüppelten bzw. gebrochenen Beinen bzw. zur Vorbeugung von Masseninfektionen durch verendete Tiere, die einen perfekten Nährboden für Krankheitserreger im Mastbetrieb darstellen.

Auch andere Medikamente kommen zum Einsatz, um einem vorzeitigen Tod durch Organversagen oder Ersticken als Folge der krankhaft vergrößerten Leber so lange wie möglich entgegen zu wirken.

Am Ende der Mast werden die verbleibenden völlig verschreckten Tiere in Transportboxen gestopft, kopfüber in Fließbänder eingehängt und durch ein rotierendes Messer geköpft.

Leider ist die maschinelle Betäubung vor dem Köpfen noch nicht sonderlich ausgereift, da die Vögel in der Regel zappeln und den Hals einziehen, was meist nicht zum Tod, sondern lediglich zu schweren Kopfverletzungen führt.

Ich will Ihnen nicht den Appetit verderben!
Aber ehrlich: kann es ein Genuss sein, soviel Angst und Leid und Blut und Schmerz zu essen?

Von Konrad Lorenz, einem berühmten Veraltensforscher, wissen wir, dass Gänse und Enten intelligente Lebewesen mit Familiensinn und subjektivem Erleben sind. Sie zeigen lebenslange Partnertreue und Trauer bei Verlust des Partners. Nichtsdestoweniger sind es Nutztiere. Gezüchtet und gehalten zur Ernährung von uns Menschen.

Dagegen möchte ich auch nichts einwenden. Aber ich bin fest davon überzeugt, dass genussvolles Essen für uns Menschen durchaus auch möglich ist, ohne andere Lebewesen zu Tode quälen zu müssen.