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Tiertransporte - Was essen SIE zu Weihnachten?

Haben Sie sich schon einmal überlegt, woher der Lammrücken auf Ihrer Weihnachtstafel stammt?

Na klar, von einem mallorquinischen Schaf, denn auf dem Etikett stand schließlich, es sei "einheimisches Fleisch". Aber ist es wirklich ein Schaf, was in Mallorca geboren wurde, auf Mallorcas Äckern herumgelaufen ist und in Mallorca auch sein vorbestimmtes Ende fand?
Oder war es vielleicht eine "Oferta", ein Sonderangebot, was Sie dieses Jahr dazu bewogen hat, einen Lammrücken als Weihnachtsbraten zu genießen?

Haben Sie schon einmal eine Busreise ins Ausland unternommen? Vielleicht von Deutschland nach Italien oder eine ähnliche Strecke? Waren Sie nicht froh – trotz Pausen und Verpflegung, Klimaanlage und Unterhaltung – als Sie endlich angekommen waren?

Jetzt stellen Sie sich vor, Sie verbrächten diese Reise stehend, da das Gedrängel um Sie herum ein Sitzen nicht zulässt. Stellen Sie sich vor, die Klimaanlage ist ausgefallen. Ob Sie sich eisige Kälte oder brütende Hitze darunter vorstellen, sei Ihnen selbst überlassen. Stellen Sie sich weiterhin vor, Ihr Magen knurrt und Ihre Kehle ist schon ganz ausgetrocknet und es ist kein Servicepersonal in Sicht. Stellen Sie sich vor, der Bus hält nach langer Fahrt endlich einmal an und Sie drängeln sich zum Ausgang, um Luft zu schnappen und sich zu beschweren. Dort erwartet Sie jemand, der Ihnen kurzerhand die Faust ins Gesicht schlägt und Sie nicht weiter lässt. Dann stellen Sie sich noch vor, wie langsam die Angst in Ihnen hoch kriecht, nachdem der Bus wieder anfährt und diese Reise einfach kein Ende nehmen will. Und wie nicht nur Hunger, Durst und Platzangst an Ihnen zehren, sondern wie Panik Sie erfasst, als die ersten Mitreisenden um Sie herum zusammenbrechen.
Sie können sich in so eine Situation hineinversetzen? Gut, dann wissen Sie jetzt, wie Ihr Weihnachtsbraten sich gefühlt hat, was immer er vor seinem Tod für eine Reise mitmachen musste.

Kälber von Österreich nach Spanien (Mindestdauer 30 Stunden), Schafe von Spanien nach Griechenland (Mindestdauer 5 Tage), Pferde von Osteuropa nach Belgien (Mindestdauer 1 Woche), Rinder von Norddeutschland in den Libanon (Mindestdauer 8 Tage), lebendige Tiere von Australien nach Ägypten (Mindestdauer 3 Wochen), von Kanada nach Hawaii, von Namibia nach Südafrika, von Brasilien in den Nahen Osten...

Ich will Sie an dieser Stelle ein bisschen über den "Etikettenschwindel" und über die unsäglichen Zustände der Lebendtransporte von Schlachttieren aufklären.
Seit 120 Jahren ist es möglich, Fleisch in tiefgekühltem Zustand auch über weite Strecken zu transportieren. Warum trotzdem Schafe, Rinder, Pferde, Schweine und Hühner zu Millionen (!!) einen entsetzlichen Leidensweg ertragen müssen, bis sie endlich tot sein dürfen, hat rein marktwirtschaftliche Interessen. Wir wollen billiges Fleisch, also bemüht man sich, billiges Fleisch zu produzieren. Betriebe spezialisieren sich, Schlachthöfe werden zentralisiert. Der Bauer, der sein Vieh im eigenen Transporter zum Metzger im Nachbarort fährt, ist ein Relikt aus längst vergangener Zeit. Lediglich die Werbebranche bedient sich noch dieser Bilder, die in uns das schlechte Gewissen zum Schweigen bringen sollen.

Fleischproduktion läuft anders ab. Geburt, Aufzucht, Mast und Schlachtung eines Tieres erfolgen jeweils dort, wo es am billigsten durchzuführen ist. Das bedeutet, dieselben Tiere werden u. U. mehrmals in ihrem Leben über weite Strecken transportiert. Die letzte Fahrt – die zum Schlachthof – ist dabei meist die längste, denn sie erfolgt dahin, wo der beste Erlös erzielt wird. Dabei sollte man sich klar machen, dass bei der heute üblichen industriellen Massentierhaltung Erlöse im Eurocent-Bereich durchaus maßgebend sind. In Europa bedeutet das beispielsweise, dass das Preisgefälle zwischen ost- und westeuropäischen Ländern – billige Einkaufspreise im Osten, hohe Verkaufspreise im Westen – die Transporte von lebenden Tieren weitaus lohnender machen als die aufwändigen Transporte von tiefgekühltem Fleisch.

Und wenn das arme Schwein nach tausend Kilometer Marter endlich tot ist? Dann steht auf dem Verkaufsetikett des Landes, in dem die Schlachtung stattfand: einheimisches Fleischprodukt! So funktioniert Marketing.

Ich klage nicht die Helfer an, die solche Tiermassen nur durch Tritte, Schläge und Elektroschocks bewegen können, auf die überfüllte Ladefläche zu klettern. Nicht einmal diejenigen, die zu noch drastischeren Maßnahmen greifen, um ihren vorgegebenen Zeitplan einzuhalten, wie das "In-die-Augen-greifen", um Tiere auch noch mit gebrochenen Beinen zum Weiterkriechen zu bewegen (vom Abladen der entkräfteten und teilweise schwer verletzten Schlachttiere will ich gar nicht erst anfangen zu erzählen…). Auch nicht die Schlächter sind schuld, die – in Akkordarbeit und knöcheltief im Blut stehend – es bei der vorgeschriebenen Betäubung nicht so ganz genau nehmen.

Mein Plädoyer gilt dem Verbraucher, der (scheinbar) unschuldig seinen Weihnachtsbraten verzehrt. Es ist ein Plädoyer für mehr Mitgefühl. Ich bin sicher, dass Sie mit mir einer Meinung sind, dass auch Tiere Freude, Schmerz und Leid erleben können.

Wie ist es dann möglich, dass der australische Lammrücken, der in Madrid geschlachtet wurde, auf Ihrer Weihnachtstafel landet?

 

Wer mehr darüber wissen will:

WSPA
World Society for the Protecion of Animals = Welttierschutzgesellschaft
Tel.: +49 228/9563455,
www.wspa.de 

"Handle with care – behandelt sie fürsorglich!"
Für die Abschaffung sinnloser Tiertransporte (machen Sie mit!)
www.handlewithcare.tv

Menschen für Tierrechte
Tel.: +49 241/157 214       
www.tierrechte.de

Verein Gegen Tierfabriken
Tel.: +43 1/929-14-980 
www.vgt.at

VIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz
Tel.: +49/40 3992490       
www.vier-pfoten.de

Deutscher Tierschutzbund eV
www.tierschutzbund.de

Vergleich von Tierschutzorganisationen
www.vergleich.org/tierschutzorganisation

Und für diejenigen, die es vertragen können, hier ein paar Beispielvideos:

www.peta.de/goveggie/grausamkeit_an_tieren.506.html
www.youtube.com/watch?v=r1_mQx7qUxU
www.youtube.com/watch?v=03GMDjhFqKs 
www.youtube.com/watch?v=oPAhN_TbeKY&feature=rel...
http://uk.youtube.com/watch?v=y6Ys4-qqr3U