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Innenschmarotzer allgemein

Carlos G. aus Pina fragt:

Meine Tiere haben seit kurzem etwas Durchfall, fressen aber ganz normal. Eine Bekannte hat mir erzählt, dass ich meine Tiere regelmäßig "entwurmen" muss. Können Sie mir erklären, welche inneren Parasiten es bei Hund und Katze gibt und welches Medikament zur Entwurmung in Mallorca am besten geeignet ist?

 

Lieber Carlos!


Unter Endoparasiten verstehen wir Schmarotzer, die unsere Haustiere von innen befallen. Das sind bei weitem nicht nur Würmer, sondern es zählen auch eine ganze Reihe von einzelligen Parasiten, die Protozoen, dazu. Beide Gruppen von Endoparasiten spielen in Mallorca eine große Rolle.
* Würmer (Helminthen)
Es würde diesen Rahmen erheblich sprengen, wenn ich auf alle Würmer eingehen würde, die unsere Tiere befallen können! Helminthen sind Fleischfresser und können als Krankheitserreger bei Hund und Katze, insbesondere bei Jungtieren, von großer Bedeutung sein. Es gibt Lungenwürmer, Herz-und Blutgefäßwürmer oder Würmer, die Niere und Blase befallen. Dazu kommen Würmer der Speiseröhre und Magenwürmer. Bei Darmwürmern kommen Dünndarmwürmer und Dickdarmwürmer vor. Und nicht zuletzt gibt es Würmer, die das Muskelgewebe befallen. Man kann die verschiedenen Wurmarten grob in drei Klassen unterteilen:
- Nematoden = Faden- oder Rundwürmer
- Cestoden = Bandwürmer
- Trematoden = Saugwürmer
Nematoden kommen bei Hunden und Katzen relativ häufig vor und sind diejenigen Würmer, die ihnen am meisten schaden. Die bekanntesten und hygienisch bedeutsamsten Nematoden sind zwei Darmwurmarten, die Spulwürmer (Askariden) und die Hakenwürmer(Ankylostomatiden). Besonders Welpen und Junghunde sind für diese Endoparasiten empfänglich. Eine Infektion kann bereits über die Aufnahme von Muttermilch oder schon in der Gebärmutter erfolgen. Ein Nematodenbefall zeigt sich bei jungen Hunden und Katzen oftmals durch Erbrechen und Durchfall, aufgeblähte Bäuche, struppiges, glanzloses Fell und Abmagerung bei wechselnder Fresslust. Eine fortschreitende Austrocknung des Körpers durch Durchfall und Erbrechen führt insbesondere bei Katzen oft zu einem sogenannten Nickhautvorfall: der Augapfel zieht sich zurück und das dritte Augenlid wird sichtbar. Manche Würmer befallen während ihrer Entwicklung verschiedene Organe. Es gibt Spulwürmer, die durch die Lunge wandern und Husten auslösen. Die durch diese Wanderlarven verursachten Lungenschäden können, gerade bei Welpen, zu Lungenentzündungen führen. Die Sterblichkeitsrate von stark infizierten Hunde- und Katzenwelpen in den ersten Lebenstagen ist hoch. Erwachsene Tiere haben durch ihr ausgereiftes Immunsystem zwar mehr Schutz vor einem Nematodenbefall, können sich aber durchaus anstecken. Hakenwürmer können nicht nur via Maulhöhle in den Körper gelangen, sondern auch durch die Haut eindringen. Sie sind Gewebefresser und Blutsauger. Durch die Schäden, die sie z. B. im Darm anrichten, kann es zu erheblichen Blutungen kommen. Gelangen Larven ins Zentralnervensystem können sie schwere neurologische Störungen verursachen.
Cestoden, also Bandwürmer, kommen bei Hund und Katze im Dünndarm vor. Es gibt verschiedene Arten, von denen einige häufiger, andere seltener auftreten. Der Bandwurm selber verursacht kaum Schäden, aber Bandwurmfinnen, ein Entwicklungsstadium des Wurms, können sich bei Mensch und Tier in verschiedenen Organen einnisten und zu Problemen
führen. Die verbreitetste Bandwurmart bei Hund und Katze heißt Dipylidium. Mit Eiern gefüllte einzelne Bandwurmglieder wandern aktiv nach außen und kleben gurken- bzw. kürbiskernähnlich am After des Tiers fest. Während der Austrocknung des Bandwurmglieds werden die Eier ausgepresst, von Flöhen aufgenommen und auf diese Art weitergegeben. Bandwurmbefall muss ein Tier nicht unbedingt krank machen, auch wenn er für den Organismus einen erheblichen Stress darstellt. Doch allein aus hygienischen und ästhetischen Gründen ist eine Bekämpfung unumgänglich.
Trematoden (Saugwürmer) kommen seltener vor und können in Leber, Lunge und Dünndarm auftreten. Gallengangsentzündungen, chronischer Husten oder Abmagerung können die Folgen eines Saugwurmbefalls sein.

* Einzeller (Protozoen)
Einzellige Parasiten spielen leider gerade in unseren Breiten eine große Rolle. Zu den wichtigsten Protozoen gehören:
- Flagellaten. Von Bedeutung bei Hund und Katze sind Giardien, ein Parasit, der Darmprobleme verursacht.
- Hämoflagellaten. Dazu gehören die Leishmanien. Leishmaniose (MM 14/15/16) ist bei Hunden in Mallorca sehr verbreitet und kann durchaus zum Tode führen, wenn die Krankheit nicht erkannt und behandelt wird.
- Kokzidien. Dieser Parasit kommt bei Fleischfressern in zahlreichen Arten vor. Massenbefall kann, besonders bei Jungtieren, zu starken Durchfällen mit Fieber, Appetitlosigkeit, Apathie, Abmagerung und sogar zum Tod führen. Zu diesen Arten gehören die Toxoplasmen, die auch für den Menschen von Bedeutung sind.(MM N° 18)Dieser Einzeller, der sehr häufig bei Fleischfressern vorkommt, kann Schwangerschaftsprobleme verursachen..
- Piroplasmen. Hier sind bei uns vor allem Babesien zu nennen. Babesiose tritt beim Hund in verschiedenen Formen auf. Die Krankheit beginnt fiebrig und führt zu Mattigkeit und Gewichtsverlust. In einem späteren Stadium kann Blutarmut und Gelbsucht hinzukommen.

Der Verdacht auf Protozoenbefall wird mit Kot- bzw. Blutanalysen bestätigt. Es gibt keine einheitliche Therapie, sondern jede dieser Krankheiten muss gezielt mit unterschiedlichen Medikamenten behandelt werden.
Bei Wurmbefall ist die Diagnose schon etwas einfacher. Meist bestätigt eine Kotuntersuchung den Verdacht. Normalerweise sind Würmer im Kot der Tiere nicht mit bloßem Auge sichtbar, sondern können nur unter dem Mikroskop erkannt werden. Auf diese Art kann man die Parasiteneier entdecken und gleichzeitig auch zuordnen.
Damit bin ich bei Ihrer Frage, Carlos. Leider gibt es auch gegen Würmer kein einheitliches Medikament. Will man aus hygienischen und ästhetischen Gründen sein Tier vom Bandwurm befreien, reicht es nicht, wenn man ein Medikament gegen Rundwürmer eingibt. Genauso macht es keinen Sinn einem armen, kleinen und verwurmten Welpen eine Bandwurmtablette zu verabreichen. Er wird davon nicht gesund. In diesen Fällen ist sicherlich tierärztlicher Rat erforderlich. Was ich aber allen Tierbesitzern pauschal empfehlen kann, ist eine regelmäßige vorbeugende Entwurmung mit einem adäquaten Kombinationsmedikament. Vier- bis fünfmal im Jahr durchgeführt , verhindern diese Medikamente die zu starke Vermehrung von Darmwürmern. Dementsprechend wird einer krankmachenden Wirkung dieser Parasiten vorgebeugt. Behandeln Sie immer alle Haustiere gleichzeitig gegen Parasiten. Damit wird dem „Pingpong-Effekt“ gegenseitiger Ansteckung entgegengewirkt. Und denken Sie daran, dass verschiedene Tierarten verschiedene Medikamente benötigen! Viele Hundemedikamente werden z.B. von Katzen nicht vertragen. Auch die Dosierungen sind für diverse Tierarten sehr unterschiedlich. Einmal gut beraten, können Sie mit regelmäßiger Entwurmung und korrekter Ektoparasitenbehandlung einen großen Beitrag zur Gesundheitsvorsorge Ihres Lieblings leisten.