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Giardiose

Ingrid F. aus Son Veri Nou fragt:

Ich habe zwei kleine Kinder (4 und 6 Jahre) und ein junges Mischlingshündchen. Seit kurzem leben wir auf Mallorca und unser Hund hat schon zweimal für ein paar Tage Durchfall gehabt. Es ist jedes Mal wieder von alleine besser geworden, aber in Deutschland hat er das nie gehabt. Muss ich mir wegen einer Ansteckung der Kinder Sorgen machen?

 

Liebe Ingrid!


Im Zusammenhang mit Ihrer Frage möchte ich einen Parasiten besprechen, der sowohl im Darm des Hundes und der Katze als auch des Menschen vorkommt. Es handelt sich um „Lamblien“, auch “Giardia“ genannt. Giardien sind Einzeller, die zur Gattung der Geißeltierchen (Flagellaten) gehören. Dieser Schmarotzer ist ein mikroskopisch kleiner Durchfallerreger, der eine birnenförmige Gestalt hat und mit kleinen Geißelfortsätzen ausgestattet ist. An seiner Bauchwand befindet sich ein Saugnapf, mit dem er sich an der Dünndarmwand von Mensch und Tier festhalten kann. Hat er sich auf dieser Schleimhaut festgesaugt, vermehrt er sich millionenfach. Um auf andere Lebewesen übertragen werden zu können, umgeben sich jeweils zwei Giardien mit einer Schutzhülle (Zystenform) und lassen sich so mit dem Kot nach außen transportieren. Dort werden sie vom Regenwasser oder von Fliegen verteilt und in der Außenwelt verstreut. Durch die Zystenwand sind sie gut geschützt und können wochenlang darauf warten, bis sie über Wasser oder verschmutzte Nahrung von einem anderen Wirt wieder aufgenommen werden.
Dabei werden längst nicht alle Menschen oder Tiere, die Giardien im Darm beherbergen, auch krank. Vielen merkt man den Befall nicht an, sie scheiden den Parasiten jedoch trotzdem ständig über den Kot wieder aus. In Ländern mit schlechten hygienischen Verhältnissen ist das Ansteckungsrisiko besonders groß. Wenn im Dünndarm massenhaft die Massenvermehrung des Schmarotzers stattfindet, kann die Darmschleimhaut so stark geschädigt werden, dass es zu Durchfall kommt. Die Symptome sind bei Mensch und Tier ähnlich. Die Kotbeschaffenheit variiert von wässrig bis pastös, manchmal sieht man Blut oder Schleimbeimengungen. Die Erkrankung kann von Erbrechen und kolikartigen Beschwerden begleitet sein. Manchmal ist die Körperabwehr dadurch so geschwächt, dass bakterielle Infektionen hinzukommen und die Durchfälle immer schlimmer werden. Jungtiere und Kinder werden oft am heftigsten getroffen. Meistens aber heilt die Krankheit nach kurzer Zeit spontan ab. Das Immunsystem bildet nämlich innerhalb weniger Tage Abwehrzellen, die den Parasiten abtöten oder zumindest „im Zaum halten“. Bei erneuter Ansteckung bzw. bei einer Abwehrschwäche des Patienten kommt es unter Umständen immer wieder zu Durchfällen, die durch Giardien verursacht sind. Beim Tierarzt wird eine Serie von Kotproben entnommen, um mit bestimmten Labortests Giardien nachzuweisen. Konnte Giardiose bestätigt werden, sollte unbedingt eine Behandlung folgen, um so genannte „Dauerausscheider“ zu vermeiden. Giardien sprechen sehr gut auf bestimmte Medikamente an. Allerdings kann es während der Therapie passieren, dass der Parasit sich in die Gallenwege „zurückzieht“ und somit vom Medikament im Darm nicht mehr erreicht wird. Daher sind wiederholte Behandlungsintervalle sehr zu empfehlen. Also Ingrid, da es sich bei dieser Krankheit um eine so genannte „Zoonose“ handelt, also eine Erkrankung, die vom Mensch aufs Tier und vom Tier auf den Menschen übertragen werden kann, empfehle ich Ihnen, mit Ihrem Tierarzt zu sprechen. Um die Ansteckung der Kinder würde ich mir erst mal keine Sorgen machen. Bei der Einhaltung von normalen hygienischen Verhältnissen und wenn bei den Kindern keine Durchfälle aufgetreten sind, besteht kein Verdacht auf Ansteckung. In Ihrer Tierarztpraxis wird man Ihnen erklären, wie die Diagnose gestellt werden kann und Ihnen bei der entsprechenden Behandlung behilflich sein.