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Blutohr

Gregor Q. aus Cala Blava fragt:

Mein Hund, ein Mischling mit langen Schlappohren, schüttelt seit ein paar Tagen immer mal wieder mit dem Kopf. Ich habe mir eigentlich nichts dabei gedacht, aber jetzt ist ein Ohr völlig angeschwollen und er hält den Kopf schief!

 

Lieber Gregor!


Die Schwellung an der Ohrmuschel Ihres Hundes ist mit großer Wahrscheinlichkeit ein so genanntes Othämatom oder umgangssprachlich „Blutohr“. Ein Othämatom kann bei schlappohrigen und bei stehohrigen Hunden auftreten. Jede Reizung am Kopf, die zu heftigem Kopfschütteln führt, kann der Auslöser sein.

Das äußere Ohr besteht aus einem Knorpel, der beidseitig mit Haut überzogen ist. Dieser Körperteil ist sehr gut durchblutet. Wenn der Hund oft und kräftig seinen Kopf schütteln muss, kann es passieren, dass einige von den zahlreichen und zarten Äderchen in der Ohrmuschel platzen. Bei schlappohrigen Hunden passiert es auch nicht selten, dass beim Kopfschütteln die Ohren z. B. an der Tischkante angeschlagen werden und die Blutung dadurch verursacht wird. Das Blut sammelt sich im Zwischenraum von Haut und Knorpel an.

Je nachdem, wie viele der Gefäße verletzt sind, kann der Bluterguss große oder kleinere Schwellungen am Ohr verursachen. Die Ohrmuschel fühlt sich dann wie ein prall mit Wasser gefüllter Ballon an und ist heiß und schmerzhaft. Der Hund hält den Kopf schief, weil er Schmerzen hat.

Wie bei allen Blutergüssen bauen sich die Blutmassen auch in der Ohrmuschel mit der Zeit ab. Allerdings dauert dieser Prozess am Ohr sehr lange. Bei der Heilung entstehen Narben, was für den Hund zum einen schmerzhaft ist und zum anderen die Ohrmuschel deformiert. Es entsteht das so genannte „Blumenkohlohr“ bzw. „Korkenzieherohr“.

Um derartige Verunstaltungen zu vermeiden und dem Hund den unnötig schmerzhaften Prozess zu ersparen, sollte ein Blutohr immer möglichst schnell tierärztlich behandelt werden. Die Therapie besteht zunächst in der Behandlung der Grunderkrankung. Das ist meistens eine Ohrenentzündung oder ein Fremdkörper im Ohr. Aber auch juckende Hautekzeme oder schmerzende Verletzungen, z. B. nach einer Rauferei, können zu übermäßigem Kopfschütteln führen.
Ist das Blutohr nur klein, kann der Tierarzt versuchen, das Blut mittels eines kleinen Schnitts oder einer Spritze zu entfernen. Der Hund bekommt ein entzündungshemmendes Mittel und für einige Zeit einen fest sitzenden Kopfverband. Diese „konservative“ Behandlungsmethode hat nicht immer Erfolg. In der Regel muss ein Blutohr operiert werden. Dabei werden die Blutmassen durch einen Schnitt entfernt und die Ohrmuschelhaut wird mit einer bestimmten Technik derart an den Knorpel festgenäht, so dass sich kein Hohlraum mehr bilden kann, in dem sich Blut ansammeln könnte.

Um den Kopfverband kommt der Hund allerdings auch hier nicht herum, denn das Ohrschütteln muss nach der Operation strikt vermieden werden, um die Heilung zu beschleunigen. Der Verband wird alle drei Tage gewechselt und der Hund wird die erste Zeit mit Antibiotika versorgt. Nach 12 bis 14 Tagen können der Verband entfernt und die Fäden gezogen werden.
Das chirurgische Vorgehen, Gregor, ist beim Blutohr die „Methode der Wahl“. Man erreicht einen bedeutend schnelleren Heilungsprozess und vermeidet in der Regel die Verunstaltung der Ohrmuschel.