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Gebärmuttervereiterung

Gundula F. aus Montuiri fragt:

Seit unsere alte Hündin vor ein paar Wochen läufig war, trinkt sie ungewöhnlich viel Wasser und macht seit ein paar Tagen auch einen kränklichen Eindruck. Meinen Sie, dass ein Tierarztbesuch nötig ist?

 

Liebe Gundula!


Ich meine unbedingt, dass Sie Ihre Hündin von einem Tierarzt untersuchen lassen sollten, denn sie könnte unter einer Gebärmutterentzündung oder sogar unter einer Gebärmuttervereiterung, einer so genannten "Pyometra", leiden.

Der Geschlechtszyklus beim Hund unterscheidet sich vollkommen von dem anderer Haustiere oder etwa dem des Menschen. Die Hündin wird normalerweise zwischen dem 7. und 10. Lebensmonat zum ersten Mal brünstig oder "läufig". Diese Läufigkeit dauert 21 Tage und beginnt mit der Vorbrunst (Proöstrus), in der sich die Gebärmutter (Uterus) vergrößert und bereits anfängt, blutige Sekrete auszuscheiden. Es folgt die eigentliche Brunst (Östrus), die ebenfalls ca. 10 Tage dauert und während dieser der Ausfluss immer klarer wird. Der Eisprung findet zwischen dem 9. und 14. Läufigkeitstag statt. In dieser Zeit ist die Hündin fruchtbar und auch bereit, sich mit Rüden einzulassen. Nach ca. drei Wochen bildet sich der Uterus zurück und bleibt für mehrere Monate klein und inaktiv (Anöstrus). Normal sind ein bis drei Läufigkeiten pro Jahr.

Die hormonellen Abläufe während einer Brunst sind für Störungen anfällig. Gegen Ende des Östrus, wenn der Muttermund für die Spermienpassage noch geöffnet und die Abwehrkraft der Gebärmutterschleimhaut herabgesetzt ist, können Bakterien eindringen und eine lokale Infektion verursachen. Schließt sich der Muttermund nach dem Ende der Läufigkeit, können sich die Bakterien vermehren und zur Eiterproduktion innerhalb der Gebärmutter führen. Gerade bei älteren Hündinnen oder bei hormonellen Störungen, wie beispielsweise aktiven Eierstockszysten und Abweichungen im normalen Sexualzyklus (das können häufige Läufigkeiten oder übermäßige Scheinträchtigkeiten sein) sind Gebärmuttervereiterungen häufig. Auch das regelmäßige Verabreichen von Hormonen zur Läufigkeitsunterdrückung begünstigt die Entwicklung einer Pyometra.

Im günstigeren Fall öffnet sich der Muttermund nach einiger Zeit und der entstandene Eiter kann über die äußeren Geschlechtsorgane ablaufen. Man spricht von einer "offenen" Pyometra. Im ungünstigeren Fall bleibt der Muttermund verschlossen und der gebildete Eiter sammelt sich im Uterus wie in einem geschlossenen Behälter an (= "geschlossene" Pyometra).

Dieser Prozess beginnt nach Ende des Östrus und kann sich typischerweise über Wochen hinziehen. Für den Hundebesitzer sind oftmals überhaupt keine Krankheitszeichen erkennbar. Wie in Ihrem Fall bemerkt man äußerlich bei der Hündin nur ein vermehrtes Durstgefühl, verbunden mit einem häufigen Harnabsatz und im Fall der offenen Pyometra einem häufigen Lecken des Hundes im Genitalbereich. Erst mit der Zeit wirkt das Tier krank. Es wird apathisch und will nicht mehr richtig fressen. Die äußeren Geschlechtsorgane schwellen an und es können Schmerzen im Bauchbereich auftreten, die manchmal mit einer Hinterhandschwäche verbunden sind.

Spätestens jetzt handelt es sich bei unserer Hündin um einen Notfallpatienten! Die Bakterien in der Gebärmutter produzieren Gifte, die schwere Leber- und Nierenschäden hervorrufen. Die Uteruswand ist durch die Entzündung geschädigt und kann zerreißen. Läuft erst einmal Eiter aus der geplatzten Gebärmutter in die Bauchhöhle, entzündet sich das Bauchfell und die Überlebenschancen für den Patienten werden immer ungünstiger.

Also, Gundula, warten Sie erst gar nicht so lange. Wenn Ihr Tierarzt eine akute Pyometra bei Ihrer Hündin feststellen sollte, muss sie schnellstmöglich operiert werden. Die Gebärmutter und hormonproduzierenden Eierstöcke müssen entfernt werden, um die Krankheitsursache zu beseitigen.

Infusionen und Antibiotika können als Begleittherapie wichtig sein. Nur in den seltensten Fällen, beispielsweise bei inoperablen Patienten oder bei wertvollen Zuchttieren, wird eine hormonelle Therapie in Erwägung gezogen. Ansonsten ist die Operation die bevorzugte Behandlung und führt bei rechtzeitigem Erkennen der Krankheit meistens auch zur vollständigen Heilung des Hundes.