Thema der Woche
NEU!!!
Eurotierklinik
Portal Nous!

Carretera Andratx 43/14
Tel: 971 677 606
Erfolgsstory!
Zahlreiche namhafte Modehersteller wie H&M, ESPRIT, Zara, C&A, Tchibo, Calvin Klein, Hugo Boss und andere sind nach Gesprächen mit PETA aus dem Angora-Geschäft ausgestiegen – und es folgen mehr.
mehr erfahren


Hitzschlag

Frieder H. aus Magaluf fragt:

Ich war gestern Abend mit unserem Labrador joggen. Als wir wieder zu Hause waren fing er immer stärker an zu Hecheln und konnte plötzlich nicht mehr aufstehen. Später taumelte er und hat sich erbrochen. Kann das ein Sonnenstich gewesen sein?

 

Lieber Frieder!


Wahrscheinlich war dies kein Sonnenstich, sondern ein Hitzschlag! Ursache eines Sonnenstichs ist ein Wärmestau im Gehirn, der durch direkte intensive Sonneneinwirkung auf den Kopfbereich entsteht. Der Stau beeinträchtigt die Blutzirkulation im Gehirn und führt dadurch zu Schäden im zentralen Nervensystem, die sich auf den gesamten Organismus auswirken.

Da Sie aber abends mit dem Hund gelaufen sind, gehe ich davon aus, dass nicht Sonnenstrahlen sondern einfach die Hitze für Ihren Hund zu viel war. Wenn wir Menschen überhitzt sind, geben wir die überschüssige Wärme durch Schwitzen ab. Ein Hund aber hat nur an den Pfoten Schweißdrüsen. Sein Hauptregulationsmechanismus zur Wärmeabgabe ist das Hecheln. Die durchschnittliche Körpertemperatur eines Hundes liegt zwischen 38°C und 39°C. Wenn die Außentemperatur nur geringfügig weniger beträgt, wird es für das Tier schwierig, sich vor Überhitzung zu schützen. Körperliche Anstrengung lässt die Körpertemperatur zusätzlich ansteigen. Der Hund hechelt automatisch mehr. Durch die verstärkte Atmung, die auf bis zu 400 Atemzügen pro Minute ansteigen kann, verliert der Hund durch die Verdunstung kontinuierlich Körperflüssigkeit, die dem Kreislaufsystem nicht mehr zur Verfügung steht. Um die Durchblutung der lebensnotwendigsten Organe zu gewährleisten, drosselt der Körper automatisch die Durchblutung der Haut. Das hat zur Folge, dass die Abfuhr der überschüssigen Wärme noch mehr behindert wird. Die Körpertemperatur steigt weiter an und es kommt zum Hitzschlag. Wenn 42°C überschritten werden, droht akute Lebensgefahr für das Tier.

Je nach Ausmaß der anhaltenden Überhitzung fallen auch die Symptome des Hitzschlags unterschiedlich aus. Neben der Hyperthermie (= Fieber) ist die hochfrequente oberflächliche Atmung mit weit heraushängender Zunge typisch. Apathie bzw. Krämpfe, Erbrechen, Taumeln, Kollaps und Bewusstlosigkeit kommen vor. Werden 43°C im Körperinneren erreicht, koaguliert körpereigenes Eiweiß und das Tier verstirbt oder trägt zumindest massive Folgeschäden durch irreversible Gehirnveränderungen davon.
Um sich vor solchen Überhitzungsgefahren zu schützen, suchen alle Hunde bei hohen Außentemperaturen den Schatten auf. Sie trinken verstärkt, um den durch Hecheln entstandenen Flüssikeitsverlust auszugleichen, sie gehen ins Wasser oder Belecken sich den Körper, um die Verdunstungskälte auszunutzen. Sie vermeiden Anstrengungen während der warmen Tageszeit und bevorzugen windige Schlafplätze mit kühler Körperunterlage.

Wird das Tier daran gehindert, diesen natürlichen Schutzmechanismen nachzukommen, beispielsweise durch Eingesperrt- oder Angebundensein (Auto!, Kette), oder durch erzwungene körperliche Überanstrengung (Jogging!) bei hohen Außentemperaturen, ist dieser so genannte Hitzschlag die Folge.

Um das Schlimmste zu vermeiden, Frieder, sollten bei Verdacht sofort Gegenmaßnahmen ergriffen werden, denn jeder Hitzschlag ist ein Notfall. Kühlen Sie den Hund ab, indem Sie ihn von den Beinen aufwärts mit Wasser begießen. Geben Sie ihm unverzüglich zu trinken. Legen Sie ihm Eisbeutel in den Nacken. Bringen Sie ihn in eine kühle Umgebung. Sobald das Tier transportfähig ist, sollten Sie tierärztliche Hilfe aufsuchen. Denn je nach Schweregrad sind Infusions- und Schockbehandlung unumgänglich, um Folgeschäden zu vermeiden.