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Kastration der Hündin

Erwin R. aus Randa fragt:

Unsere Hündin hat ihre erste Läufigkeit hinter sich gebracht und die allnächtliche Ansammlung von Rüden um unser Haus hat uns regelmäßig der Nachtruhe beraubt! Für das nächste Mal wollen wir Maßnahmen ergreifen. Meine Frage an Sie

 

Lieber Erwin!



Ich rate Ihnen auf jeden Fall dazu, Ihre Hündin kastrieren zu lassen, denn neben der Läufigkeitsverhinderung hat dieser Eingriff auch noch erhebliche gesundheitliche Vorteile für das Tier.
Die wichtigste Krankheitsprophylaxe, die man durch eine Kastration erreicht, ist die Verhinderung einer Gebärmuttervereiterung oder "Pyometra". Ebenfall ausgesprochen wichtig ist die enorme Risikoreduzierung von hormongesteuerten Tumorerkrankungen wie Brustdrüsenkrebs (Mammatumoren), die durch das Kastrieren erreicht werden kann.

Zusätzlich kann eine Kastration sehr positive Auswirkungen auf die Psyche einer Hündin haben. So ist es beispielsweise oftmals so, dass ängstliche, aggressive, nervöse oder hyperaktive Tiere nach der Operation "einfacher" werden, also ausgeglichener und umgänglicher. Und auch die Spielfreude kastrierter Hunde bleibt meist länger erhalten.

Die Alternative zur Kastration ist die hormonelle Behandlung der Hündin. Hier stehen die Verhinderung von unerwünschter Trächtigkeit und die Vermeidung des erheblichen hormonellen Stresses der Brunst und der nachfolgenden Scheinträchtigkeit im Vordergrund. Synthetische Progestagendepots werden dem Körper in regelmäßigen Abständen gespritzt. Der Wirkstoff wird langsam über einen längeren Zeitraum abgegeben, um eine dauerhafte Ovulationshemmung zu erzielen. Die Gefahr dieser kontinuierlichen Hormonbehandlung liegt darin, dass sich oft Nebenwirkungen einstellen. Das größte Risiko ist die Entwicklung einer Pyometra, besonders dann, wenn die Behandlung ungewollt in eine Phase von nicht vollständiger Ovarruhe fällt. Da der Sexualzyklus beim Hund aber individuell stark variiert, kann man das nicht immer verhindern. Auch Zuckerkrankheit und das gehäufte Auftreten von Mammatumoren zählen zu den typischen Risiken der hormonellen Läufigkeitsunterdrückung.

Die Kastration dagegen birgt kaum Risiken. Erwähnenswert ist lediglich das mögliche Auftreten einer Harninkontinenz nach der Kastration bei größeren Hündinnen. Es kann vorkommen, dass solche Tiere, auch noch Jahre nach dem Eingriff, gelegentlich oder regelmäßig im Schlaf Urin verlieren. Allerdings lässt sich dieses Harnträufeln meistens – mit den heutzutage zur Verfügung stehenden Medikamenten – recht gut behandeln. Ansonsten handelt es sich um eine Routineoperation, die unter Inhalationsanästhesie durchgeführt wird. Die Bauchhöhle wird mit kleinstmöglichem Schnitt geöffnet und beide Eierstöcke sowie die Gebärmutter werden vollständig entfernt (= Ovariohysterektomie).

Da es oftmals im Alter zu Uteruskrankheiten kommt, wenn die Gebärmutter im Bauch verbleibt, bevorzugen wir die Methode der "Totaloperation", um dieser Gefahr vorzubeugen und eine zweimalige Operation am selben Organ zu verhindern. Eine Sterilisation wird bei der Hündin nicht in Betracht gezogen, da bei dieser Methode die gesamte hormonelle Aktivität erhalten bleibt und lediglich eine Trächtigkeit verhindert wird. Damit würden wir alle anderen oben angesprochenen Vorteile der Kastration ungenutzt lassen.

Sie haben Angst, Erwin, dass Ihre Hündin nach der Kastration "dick und faul" wird? Da kann ich Sie beruhigen. Das eine hat mit dem anderen nur insoweit etwas zu tun, als dass sich durch den Hormonentzug die Stoffwechsellage des Tiers etwas verändert. Futter wird besser verwertet als vorher und daher wird auch etwas weniger Futter benötigt. Temperament und Bewegungslust sind keinesfalls gestört. Durch kontrollierte Fütterung nach der Operation, d. h. kalorienreduziert oder mengenvermindert, kann einer Gewichtszunahme leicht vorgebeugt werden.