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Brachycephale Rassen

José Manuel M. aus Bunyola fragt:

Ich würde mir sehr gerne einen Mops zulegen. Was mich ein bisschen abhält, ist die schwere und geräuschvolle Atmung, die diese Hunde manchmal haben. Gibt es noch andere Probleme bei diesen Rassen?

 

Lieber José!


Der Mops zählt zu den so genannten „brachycephalen Rassen“. Dieser Ausdruck beschreibt eine Missbildung der Schädelbasis bei bestimmten Tierrassen, die zu einer Verkürzung der Schädellänge führt. Die daraus entstehende Rund- bzw. Kurzköpfigkeit gibt verschiedenen Rassen ihr klassisches Aussehen. Mops, Chihuahua, Bulldogge, Malteser, Pekinese, Boxer, Yorkshire Terrier, Shi Tzu, Cavalier King Charles Spaniel und auch die Perserkatze gehören zu den bekanntesten Vertretern der Brachyzephalie.

Die Abnormitäten, die zu diesem „Zuchtprodukt“ dazugehören, sind in der Regel auch zu enge Nasenlöcher, ein verlängertes Gaumensegel, Missbildungen im Kehlkopfbereich und oftmals eine zu enge Luftröhre. Durch das Auftreten eines oder mehrerer dieser anatomischen Besonderheiten im Atmungsapparat müssen solche Tiere eine verstärkte „Atemarbeit“ leisten, um eine ausreichende Sauerstoffversorgung des Körpers zu gewährleisten. Die begleitenden Atemgeräusche sind meist eine Folge dieser „forcierten Inspiration“. Weichteile, wie beispielsweise das zu lange Gaumensegel, ein Hautlappen im hinteren Teil des Gaumens, werden beim Einatmen in die Luftröhre hineingezogen und verursachen eine Art Schnarchgeräusche. Häufig führt dieser Mechanismus zur Atemnot und die Tiere müssen den Kopf nach vorne strecken oder sich in Seitenlage begeben, um das Gaumensegel wieder vom Kehldeckel zu befreien und nicht zu ersticken. Bei schwerer Atemnot atmen die Tiere mit offenem Maul.

Je nach Ausmaß der Missbildungen müssen betroffene Tiere operiert werden, um einigermaßen unbeschwert leben zu können. Die chirurgische Kürzung des Gaumensegels beispielsweise ist eine gängige Operation. Im fortgeschrittenen Stadium, wenn etwa der Kehlkopf oder die Luftröhre als Folge der dauerhaften Atemnot zusammengebrochen sind, ist aber meistens eine Operation nicht mehr möglich.

Bekannte begleitende Fehlbildungen und Krankheitserscheinungen bei brachycephalen Hunden sind u. a. Zwerchfellmissbildungen, Schluckstörungen oder Erkrankungen des zentralen Nervensystems (Pug-Dog-Encephalitis). Durch die stark aus dem Kopf hervortretenden Augen dieser Rassen kommt es außerdem oft zu Verletzungen der Hornhaut.
Ich will Ihnen, José, den Mops nicht ausreden. Es sind ausgesprochen aufgeweckte und liebenswerte Hunde. Trotzdem sollten wir alle uns überlegen, wo die Grenzen zur „Qualzucht“ verlaufen und bis wohin wir züchterische Extreme unterstützen wollen.