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Kryptorchismus

Andreas K. aus Sa Pobla fragt:

Gestern war ich mit meinem neuen Hund (Husky) zum ersten Mal beim Tierarzt. Er sagt, mein Hund hätte „Bauchhoden“, den Fachbegriff habe ich vergessen. Was ist das um Himmels Willen und ist es gefährlich?

 

Lieber Andreas!


Keine Panik! Ich will Ihnen kurz erklären, um was es sich handelt:
Embryonal liegen die Hoden am hinteren Nierenende. Zum Zeitpunkt der Geburt befinden sie sich im Leistenspalt. Der Abstieg der Hoden in Richtung Hodensack beginnt zwischen dem 3. und 10. Lebenstag und dauert zirka zwei Monate. Ende des dritten Lebensmonats liegen die Hoden normalerweise im Hodensack. Erfolgt der Hodenabstieg unvollständig (= Maldescensus testis) spricht man von Bauchhodigkeit, Verborgenhodigkeit oder Kryptorchismus. Beim Kryptorchismus liegen einer oder beide Hoden in der Bauchhöhle (= abdominaler Kryptorchismus) oder im Leistenspalt (= inguinaler Kryptorchismus). Selten kommen auch Fehllagen der Hoden vor, so genannte Hodenektopien, beispielsweise neben dem Penis oder an der Innenseite der Oberschenkel. Die endgültige Diagnose über derartige Lageanomalien sollte aber wegen individueller Abweichungen nicht vor dem vierten Lebensmonat gestellt werden.

Die paarig angelegten Hoden mit anhängenden Nebenhoden liegen in einer Ausstülpung der Bauchhöhle im Zwischenschenkelspalt, dem Hodensack bzw. Skrotum. Sie sind für die Produktion der männlichen Keimzellen, der Spermien, und teilweise auch für die Produktion des Hormons Testosteron verantwortlich. Mit Hilfe eines Muskels können Hoden und Nebenhoden zur Erwärmung an den Körper herangezogen oder zur Abkühlung vom Körper fortgelassen werden. Trotz ungestörter hormoneller Abläufe des Organismus produzieren die im Bauch liegenden Hoden keine Spermien, da die Temperatur im Körperinneren zu hoch liegt.

Kryptorchide Rüden neigen dazu, da die Hoden dauerhaft "zu warm" liegen, im Alter Hodentumoren zu entwickeln. Es wird auch beschrieben, dass Kryptorchismus Altersbeschwerden, wie beispielsweise krankheitsbedingte Aggressionen, begünstigt. Unruhe, Nervosität und verschiedene Hauterkrankungen können sich ebenfalls durch hormonelle Fehlwirkungen von Bauchhoden entwickeln.

Kryptorchismus, Andreas, ist vererblich und mit Medikamenten nicht zu beeinflussen.
Um allen Risiken vorzubeugen, ist es daher immer empfehlenswert, betroffene Rüden – sobald sie ausgewachsen sind – kastrieren zu lassen.