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Trächtigkeit und Geburt

Marika Sch. aus Campanet fragt:

Unsere Mischlingshündin ist trächtig. Eigentlich war es nicht gewollt, aber jetzt ist die Familie doch ganz aufgeregt, weil wir noch nie eine Geburt erlebt haben. Was müssen wir alles beachten?

 

Liebe Marika!


Die durchschnittliche Trächtigkeitsdauer bei der Hündin sind 63 Tage. Allerdings sind Variationen dieser Zeitspanne von bis zu 14 Tagen möglich! Gegen Ende der Trächtigkeit wächst das Gesäuge sichtbar und manchmal tritt auch schon Milch aus. Die Scheide schwillt an und manchmal sieht man leichten Ausfluss. Ein sicheres Kriterium für den Laien zur Geburtsüberwachung ist die Messung der Rektaltemperatur. 12 bis 24 Stunden vor Beginn der Geburt sinkt die Körpertemperatur um 1°C. Nachdem sich der Muttermund anfängt zu öffnen, steigt die Temperatur wieder an und kann sich während der Geburtsphase bis zum Fieber steigern. Da sich der entscheidende Temperaturabfall innerhalb weniger Stunden abspielt, ist es ratsam, die Temperatur vor dem erwarteten Geburtstermin zweimal täglich zu messen.
Eine Geburt beginnt mit der Öffnungsphase des Muttermundes (= Cervix). Innerhalb von 6 bis 12 Stunden verflüssigt sich der Schleimpfropf, der die Cervix verschlossen hielt, und leichter Ausfluss wird sichtbar. Die – bis dahin von außen noch unsichtbaren – Wehen beginnen.

Meist ändern die Tiere ihr Verhalten. Die Futteraufnahme wird verweigert und manchmal müssen sie sich erbrechen. Die Tiere ziehen sich zurück und beginnen mit dem Nestbau, oftmals begleitet von Unruhe oder Angst. Die Öffnungsphase geht in die Austreibungsphase über. Durch die Wehentätigkeit wird der erste Welpe aus der Gebärmutter nach hinten in die Geburtswege geschoben. Hat er den Muttermund passiert, setzt bei der Hündin die Bauchpresse ein. Jetzt sind die Wehen deutlich –auch von außen – wahrnehmbar. Der Welpe verbleibt noch einige Zeit in der Fruchtblase, um die weichen Geburtswege auszuweiten. Dann platzen die Fruchthüllen bzw. werden von der Hündin nach Austritt aus der Scheide aufgerissen.

Das Muttertier leckt zuerst den Kopf des Neugeborenen frei. Dann beißt sie die Nabelschnur durch. Innerhalb von 15 Minuten wird die Nachgeburt (Plazenta) ausgestoßen und von der Hündin aufgefressen. Da Hunde eine zweiteilige Gebärmutter besitzen, werden manchmal kurz hintereinander zwei Welpen geboren und dann erst die beiden zugehörigen Plazenten ausgepresst. Das ist durchaus normal. Oftmals sind die Nachgeburten durch die anhaftenden Blutabbaustoffe grün gefärbt. Auch das ist eine ganz normale Erscheinung und kein Grund zur Beunruhigung. Der zeitliche Abstand zwischen der Geburt der einzelnen Welpen kann deutlich variieren und manchmal bis zu mehreren Stunden betragen, ohne dass eine krankhafte Störung vorläge. Im Normalfall ist eine Geburt innerhalb von 24 Stunden abgeschlossen. Es empfiehlt sich jedenfalls immer, wenige Wochen vor der Geburt ein Röntgenbild anfertigen zu lassen, um die genau Anzahl der Früchte zu bestimmen. So weiß man genau, ob alle Welpen geboren wurden und muss sich nicht über die normale Geburtsdauer hinaus beunruhigen.

In der Phase nach der Geburt zeigt sich noch einige Tage grüner bis schwarz gefärbter, aber geruchsneutraler Ausfluss; die so genannten "Lochien" gehen ab. Dieser Lochialfluss wird zunehmend heller und wässriger, bis er in der Regel nach 2 Wochen versiegt. Ohnehin wird man nicht viel davon sehen, da sich die Hündin ständig selbst davon säubert. Zirka einen Monat nach der Geburt ist die Gebärmutter wieder vollständig zurückgebildet.

Die wichtigste Voraussetzung, Marika, für eine normale Geburt ist ein ausgeglichenes und gesundes Muttertier. Die Hündin sollte korrekt geimpft und entwurmt und zum Zeitpunkt der Geburt keinen Störungen ausgesetzt sein. Vor allem, wenn die Geburt bereits begonnen hat, sollte man das Tier möglichst in Ruhe lassen. Eingriffe oder gar Tierarztbesuche während der Geburtsphase sind nur gerechtfertigt, wenn erkennbare Störungen eintreten, z. B. wenn die Rektaltemperatur bereits wieder angestiegen ist, ohne dass es Anzeichen auf das Einsetzen der Geburt gibt, oder wenn trotz Bauchpresse länger als 30 Minuten kein Welpe ausgestoßen wurde. Unnormal wäre auch, dass Fruchtwasser oder grüne Flüssigkeit abgehen, ohne dass bereits ein Welpe geboren wurde, oder sich womöglich blutiger, eitriger oder gar übel riechender Ausfluss einstellt. Das sind dringende Anzeichen für eine krankhafte Störung. Ein Tierarztbesuch ist natürlich auch unumgänglich, wenn der Deckzeitpunkt mehr als 68 Tage zurückliegt und nichts passiert oder wenn das Muttertier krank wirkt. Stöhnen, Schmerzen, Zittern oder Apathie um den Geburtszeitpunkt sind Grund zur Beunruhigung und erfordern meist schnelles Handeln.
In der Annahme, dass bei Ihrer Hündin alles glatt läuft, wünsche ich Ihnen ein spannendes und beglückendes "Geburtsereignis"!