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Rassehunde versus Mischlingshunde

Ernie S. aus Pollensa fragt:

Unser Nachbar hat sich einen jungen Rassehund für teures Geld gekauft, obwohl Mallorcas Tierheime doch mit allen möglichen Hunden überfüllt sind! Wir sind empört und würden am liebsten gegen diese Zuchtbetriebe vorgehen. Wie ist Ihre Meinung zu Rassehunden?

 

Lieber Ernie!


Prinzipiell ist gegen eine ordentliche Rassehundezucht überhaupt nichts einzuwenden – im Gegenteil. Problematisch wird es nur, wenn die Rassehundezuchtlese zur so genannten „Qualzucht“ wird oder skrupellose Menschen die Hundezucht ausschließlich zur eigenen Bereicherung betreiben. Eine Zuchtauslese mit viel Liebe zum Hund und dementsprechend artgerechter und liebevoller Haltung hat durchaus ihre Existenzberechtigung.

Hunde stammen vom Wolf ab und sind schon seit der Steinzeit erwiesenermaßen Begleiter der Menschen. Als der Mensch erkannte, dass Hunde durch ihre Vielseitigkeit und ihr Sozialverhalten der Gemeinschaft nützlich sein können, begann man mit der gezielten Verpaarung von Tieren, deren Eigenschaften man erhalten wollte. Das war der Grundstein der heutigen Rassevielfalt unserer Haushunde.
Lange Zeit war der Hund nur „Arbeitstier“ und wurde selektiv nach seiner Nützlichkeit für den Menschen gezüchtet. Schäferhunde, Wachhunde und vor allem Jagdhunde waren – und sind – unverzichtbarer Bestandteil der menschlichen Gemeinschaft.

Mit der Zeit entstand allerdings auch ein Bedürfnis nach „Gesellschaftshunden“. Zuchtlinien sind entstanden, in denen nicht mehr Wesenseigenschaften der Tiere im Vordergrund standen, sondern der „Phänotyp“, d. h. das äußere Erscheinungsbild, wichtiger wurde. Parallel zur Entwicklung der Wohlstandsgesellschaft hat das – bis in die heutige Zeit hinein – zu „Modeerscheinungen“ geführt, die auf dem Rücken von armen Kreaturen ausgetragen werden, die wirklich nur dem perversen Geschmack mancher Menschen ihre Existenz verdanken.
In diesem Punkt, Ernie, muss ich Ihnen durchaus Recht geben! Man sollte einen Rassehund nicht wegen seines Äußeren kaufen, sondern wegen seines Charakters und seines potentiellen Könnens. Durch die Charakterähnlichkeit der einzelnen Rassen können wir uns nämlich genau überlegen, welche Rasse zu uns passt. Denn es sollte eigentlich nicht passieren, dass ein (eigens und selektiv dafür gezüchteter) Jagdhund sein Leben an der Leine und in der Stadt verbringen muss, ein hochaktiver und voller Tatendrang steckender Border Collie als Familienhund sein Leben auf dem Sofa verbringt oder ein hochintelligenter und sensibler Pudel einsam an der Kette hängt. Wir sollten uns fragen, welche Ansprüche ein Tier hat und ob wir sie in unserem Alltagsleben erfüllen können, welcher Hund uns am wenigsten Stress und am meisten Freude bereitet. Und genau dabei ist die (seriöse!) Rassehundezucht wirklich ein große Hilfe.