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Präputialkatharr

Hans-Dieter W. aus Cala d’Or fragt:

Unser dreijähriger Rüde verliert seit einiger Zeit ständig kleine Mengen einer gelblichen Flüssigkeit aus dem Geschlechtsteil. Es geht ihm aber gut und er macht überhaupt keinen kranken Eindruck. Kann das Sperma sein?

 

Lieber Hans-Dieter!


Der Zustand, den Sie beschreiben, kommt bei erwachsenen Hunderüden sehr häufig vor. Dabei kann es sich eigentlich nur um zwei Dinge handeln: Zum einen kommt eine Entzündung der Peniseichel und der Schleimhaut in der inneren Vorhaut in Frage. Diese Krankheit nennt man im Fachjargon Balanoposthitis und sie ist ausgesprochen selten. Zum anderen kann ein so genannte Präputial-, d. h. Vorhautkatarrh die Ursache sein. Der Ausfluss, der bei diesem Katarrh auftritt, entsteht nicht durch eine entzündliche Erkrankung, sondern ist eine physiologische Erscheinung beim männlichen Hund. Das heißt, dass eigentlich alle nicht kastrierten Rüden davon betroffen sind, allerdings unterschiedlich stark.

Bei der gelben Flüssigkeit, die austropft, handelt es sich nicht um Entzündungssekret oder Sperma, wie Sie vermutet haben, Hans-Dieter, sondern um so genanntes Smegma. Die Schleimhaut, mit der die Geschlechtsorgane umgeben sind und die auch die Vorhaut beim Rüden auskleidet, regeneriert sich ständig. Das bedeutet, dass die alten Schleimhautzellen abgestoßen und entfernt werden müssen. Dies geschieht mithilfe einer Flüssigkeit, mit der die abgestorbenen Zellen hinausgespült werden. Diese Flüssigkeit ist ein Drüsensekret, das von der Eichel und den umgebenden Drüsengeweben produziert wird. Normalerweise wird dieser ständige Vorgang von der Umwelt nicht wahrgenommen. Werden aber größere Mengen von Drüsensekret gebildet, sieht man durchaus, wie der Hund gelbe Tropfen aus der Vorhaut verliert.

Die Menge des produzierten Smegmas variiert sehr von Hund zu Hund. Werden die Tiere älter oder sind die Rüden sexuell aktiv, steigt oftmals die Smegmaproduktion und der Ausfluss kann für den Besitzer sehr störend werden, vor allem, wenn es sich um einen Wohnungshund handelt. Trotzdem ist ein reiner Präputialkatarrh keine Krankheit, sondern höchstens ein hygienisches Problem. Entzünden oder infizieren sich die Schleimhäute im Geschlechtsbereich, kommt es zur oben erwähnten Balanoposthitis, die in der Regel für das Tier auch schmerzhaft ist und tierärztlich behandelt werden muss.

Wird der Präputialkatarrh zum Problem, kann man die Vorhaut mit bestimmten milden Lösungen spülen. Allerdings erzielt man immer nur vorübergehende Erfolge, da die normale Smegmabildung und -absonderung nicht beeinflusst wird. Zur dauerhaften Unterbindung der Smegmaproduktion muss man den Rüden kastrieren. Schon wenige Tage nach dieser Operation verringert sich der Ausfluss deutlich und das Tropfen kommt nach kurzer Zeit völlig zum Stillstand.