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Eklampsie

Deandre R. aus Búger fragt:

Unser Pekinesenmischling hat vor 14 Tagen zum zweiten Mal in seinem Leben Welpen bekommen. Diesmal sind es acht Stück! Die acht werden zwar immer satt und sind zufrieden, aber in den letzten Tagen war die Hündin oft unruhig und hat gehechelt und gezittert. Müssen wir etwas beachten?

 

Liebe Deandre!


In diesem Fall sollten Sie unbedingt etwas über die Kalziumunterversorgung der säugenden Hündin und deren Folgen erfahren.

Die Skelettentwicklung der Welpen und die spätere Versorgung des Wurfes mit ausreichend Milch erfordert vom Muttertier, dass dessen Körper große Mengen an Kalzium zur Verfügung stellen muss. Um dieses Kalzium zu aktivieren, braucht der Stoffwechsel eine entsprechende Versorgung mit Phosphor. Nur wenn ein bestimmtes Verhältnis von Kalzium zu Phosphor vorliegt, kann das Mineral unbeschadet abgegeben werden. Besonders junge Hündinnen kleiner Rassen haben oft Schwierigkeiten, sich an den stark erhöhten Kalziumstoffwechsel anzupassen. Und das ist natürlich insbesondere dann der Fall, wenn eine so große Anzahl von Welpen mit Milch versorgt werden muss!

Im Laufe der ersten zwei bis drei Wochen nach der Geburt kann eine Kalziumunterversorgung zu einer Krankheit führen, die wir als „puerperale Tetanie“ oder mit dem aus der Humanmedizin entlehnten Begriff „Eklampsie“ bezeichnen. Die Eklampsie beginnt meistens mit Nervosität und Verhaltensänderungen wie Unruhe und Ängstlichkeit, gefolgt von Hecheln und Zittern am ganzen Körper. Im weiteren Verlauf beobachtet man einen steifen und taumelnden Gang mit sichtbarer Nachhandschwäche. Irgendwann ist die Hündin unfähig zu stehen, bricht ein und kommt in Seitenlage. Es kommt zu Krämpfen, manchmal begleitet von Speicheln, Erbrechen und Durchfall. Die Körpertemperatur steigt in der Regel gefährlich hoch an. Die Symptome können denen einer akuten Vergiftung ausgesprochen ähnlich sein. Die Eklampsie ist ein Notfall und muss so schnell wie möglich tierärztlich versorgt werden.

Hat sich der Zustand des Tieres wieder normalisiert, sollten die Welpen zunächst für mindestens 24 Stunden abgesetzt werden, um einen erneuten Rückfall durch Kalziumverlust zu vermeiden. Ab der dritten Lebenswoche sollten die Jungen zur Schonung des Muttertieres mit entsprechender Nahrung und Hundemilchersatz zugefüttert werden. Auch sollten Sie, Deandre, auf die Ernährung der Hündin achten. Während der Säugezeit braucht das Tier bis zu drei Mal so viel Energie wie eine Hündin gleicher Rasse und gleichen Gewichts bei normaler Belastung. Zusätzlich muss dringend auf eine optimal ausgewogene Kalzium-Phosphorversorgung geachtet werden.

Das alles kann man heutzutage mit entsprechendem Fertigfutter leicht sicherstellen. Es gibt Diätfuttermittel, die nicht nur hochkalorig sind, sondern dem Hund auch die nötigen Mineralstoffe zuführen und zwar mit jeder Ration im richtigen Verhältnis zueinander und in ausreichender Menge.
Fragen Sie Ihren Tierarzt!