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Abstammung und Sozialverhalten

Emily E. aus Cala d’Or fragt:

Stammen eigentlich alle Hunde vom Wolf ab, auch die kleinen Chihuahuas? Die haben doch wirklich gar nichts „Wölfisches“ an sich!

 

Liebe Emily!


Täuschen Sie sich nicht! Auch Chihuahuas sind eigentlich Wölfe, auch wenn es nicht so aussieht.

Alle Hunde stammen erwiesenermaßen vom Wolf ab. Der Domestikationsprozess begann vor sehr langer Zeit und es sind nur ca. sechs Wolfslinien, die für die Rassevielfalt unserer heutigen Haushunde genetisch verantwortlich sind! Zwar haben sich natürlich viele Variationen im Verhaltensrepertoire gegenüber der ursprünglichen Wildform „Wolf“ entwickelt, aber in ihrem Sozialverhalten und in ihrer Biologie sind alle Hunde „Wolf“ geblieben. Denn die artspezifisch festgelegten Verhaltensweisen sind auch beim domestizierten Tier im Genom, d. h. im Erbgut, verankert.

So hat auch ein Chihuahua, so unglaublich es klingen mag, dieselben Bedürfnisse, die ein Wolf hat. Denn das Gehirn von Wirbeltieren besitzt Nervenzentren, die Reizsituationen – sowohl von innen als auch von außen – positiv oder negativ bewerten. Das heißt vereinfacht ausgedrückt: Knochen, Sehnen, Gelenke wollen bewegt und belastet werden und das Gehirn will die vielfältigen Reize seiner Umwelt wahrnehmen, sie verarbeiten und darauf reagieren. Gehirn und Körper wollen sich unbedingt entwickeln.

In Bezug auf den Chihuahua bedeutet das, dass er, wie der Wolf, ein Lauftier ist. Dabei geht es natürlich nicht um die Länge der zurückgelegten Strecke pro Tag oder etwas Ähnliches, sondern um die physische Belastung des Körpers unter motorischer Aktivität, die ein arttypisches „hündisches“ Bedürfnis ist. Oder im Klartext: Bewegung gibt dem (Hunde-) Hirn Befriedigung. Genau das Gleiche gilt für die Aufnahme von Umweltreizen. Das Gehirn des Hundes – auch des domestizierten Hundes – hat das Bedürfnis, die Umwelt optisch, olfaktorisch und akustisch zu erkunden. Das liegt darin begründet, dass es für den Wolf wesentlich war und ist, zum einen Informationen über das zur Verfügung stehende Nahrungsangebot zu erhalten und zum anderen – als streng hierarchisch lebendes Rudeltier – über Sozialpartner oder artgenössische Feinde ständig den Überblick zu wahren. Dazu muss ständig geschnüffelt, geschnuppert und markiert werden. Man stelle sich vor: Zirka 10 % der Hirnmasse eines Hundes sind mit der Verarbeitung von olfaktorischen Eindrücken beschäftigt. (Beim Menschen sind es vielleicht 1 %.)

Chihuahua und Wolf sind obligat sozial lebende Lebewesen. Dieser etwas abstrakte Begriff heißt nichts anderes, als dass beide Lebewesen zwingend auf regelmäßigen Kontakt mit einem (oder mehreren) Partner angewiesen sind. Beim Wolf sind das andere Wölfe, der Chihuahua ist schon etwas weiter und nimmt auch Mensch oder Katze (oder...?) als Sozialpartner an.

Letztendlich bleibt zu sagen, Emily, dass der Wolf und der Chihuahua – der hier als Stellvertreter für alle unsere modernen Haushunderassen gedient hat – zwar große morphologische Unterschiede aufweisen, aber trotzdem Individuen der gleichen Spezies geblieben sind. Hätten sie denselben Entwicklungsprozess durchlaufen, könnten sie problemlos miteinander kommunizieren. Und wären sie sich in Größe und Erscheinungsbild etwas ähnlicher, wären sie auch in der Lage, sich zu reproduzieren.