Thema der Woche
NEU!!!
Eurotierklinik
Portal Nous!

Carretera Andratx 43/14
Tel: 971 677 606
Erfolgsstory!
Zahlreiche namhafte Modehersteller wie H&M, ESPRIT, Zara, C&A, Tchibo, Calvin Klein, Hugo Boss und andere sind nach Gesprächen mit PETA aus dem Angora-Geschäft ausgestiegen – und es folgen mehr.
mehr erfahren


Geruchssinn des Hundes

Mario K. aus Llucmajor fragt:

Ich habe gehört, dass man Hunde wegen ihrer guten Nase auch in der Medizin einsetzt, um Krankheiten zu erkennen. Wie ist das möglich?

 

Lieber Mario!


Es ist zwar für uns unvorstellbar, aber ein Hund kann bis zu 10 Millionen Mal besser riechen als wir Menschen. Das Riechepithel (= Gewebe, in dem die Riechzellen liegen) des Menschen umfasst 5 cm2, hat ca. 5 Millionen Riechzellen und liegt ziemlich weit innen in der Nase, so dass die Luft eine geraume Strecke zurücklegen muss, bis sie an den Riechzellen angelangt. Auf diesem Weg gehen relativ viele Geruchsmoleküle verloren.

Das Riechepithel des Hundes umfasst 150 cm2, hat bis zu 220 Millionen Riechzellen und wird von der einströmenden Luft wesentlich früher erreicht. Um dieses potente Epithel nicht zu überlasten und zu ermüden, riechen Hunde außerdem stoßweise.

Mit diesem Organ ausgestatten kann ein Hund Duftstoffe wahrnehmen, die in so geringer Konzentration vorkommen, dass technische Geräte passen müssen. Mit ihrer extrem empfindlichen Nase können sie ein einziges Duftmolekül in einer Billion anderer ausfindig machen. Außerdem besitzen sie die seltene Fähigkeit, auch komplexe Duftmischungen zu erkennen und vor allem, sie von anderen unterscheiden zu können. Man kann sich vorstellen, dass für einen Hund Riechen und Fühlen im Wesentlichen dasselbe ist.

Der Geruchsinn eines Hundes ist mit 4 Monaten bereits voll entwickelt, wobei große Hunde mit langem Fang eine empfindlichere Nase haben als beispielsweise ein Boxer oder ein Mops. Dunkle, pigmentierte Hunde verfügen über ein höheres Riechvermögen als helle, wenig pigmentierte Hunde. Es bedarf auch einer gewissen Feuchtigkeit und optimaler Temperatur, um die Riechleistung des Hundes voll ausnutzen zu können. Und selbstverständlich ist ein Training erforderlich, um einen Spürhund auszubilden, denn das Tier muss an spezifische Geruchsbilder gewöhnt werden, um sie sicher aufzuspüren. Sei es Sprengstoff, Rauschgift oder eben Geruchsmuster bei bestimmten Erkrankungen.

Das Wissen um die Hundenase macht man sich in der Medizin schon seit 20 Jahren zunutze. Die so genannten "Anfallsignalhunde" (= seizure-alert dogs) können wahrnehmen, wann ihr Herrchen einen epileptischen Anfall bekommt und warnen ihn dann rechtzeitig, bevor der Krampf beginnt. Wesentlich neuer ist der Einsatz von Hunden in der Krebsfrüherkennung. Man fand heraus, dass Hunde in der Lage sind, gewisse Tumorarten sehr früh und sicher zu identifizieren. Dabei wurde ein Lungenkrebs von den Tieren in 99 % der Fälle erkannt, Brustkrebs zu 88 %. Das bedeutet, dass Hunde bei der Erkennung von Brustkrebs genauer arbeiten als die Mammographie!

Was die Hunde mit ihrer spektakulären Nase nun genau wahrnehmen, ist natürlich Spekulation. Außerdem liegt es in der Natur der Sache, dass die Tiere "gute und schlechte Tage" haben wie wir auch. Ziel ist es daher, die Hundenase so genau zu erforschen, dass die Entwicklung von "elektronischen Nasen" für die medizinische Diagnostik vorangetrieben werden kann