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Kastration Katze

Christian F. aus Alcudia fragt:

Ich höre immer wieder Geschichten vom Kastrieren und Sterilisieren von Katzen und dem Nutzen und Schaden dieser Operation. Könnten Sie mir in einfachen Worten erklären, welche Unterschiede es gibt, wie die Operation vonstatten geht und welchen Schaden die Tiere u. U. nehmen könnten.

 

Lieber Christian!


Sie haben Recht, die Begriffe Kastration und Sterilisation werden häufig falsch gebraucht. Der Unterschied ist aber sehr einfach zu erklären. In beiden Fällen geht es um eine Unfruchtbarmachung, sei es beim weiblichen oder beim männlichen Lebewesen.
Durch das so genannte Sterilisieren wird die Befruchtung verhindert, indem man Samenleiter bzw. Eileiter undurchgängig macht, beispielsweise durch Abbinden dieser "Kanälchen". Weder Samen noch Eizelle können dann an ihren Zielort gelangen. Dieses Verfahren wird hauptsächlich in der Humanmedizin angewendet, da es die hormonellen Vorgänge des Körpers nicht beeinflusst. In der Tiermedizin gibt es kaum Gründe für einen derartigen Eingriff.
Bei der chirurgischen Kastration werden die inneren Geschlechtsorgane entfernt, d. h. die Hoden beim männlichen bzw. die Eierstöcke und Gebärmutter beim weiblichen Lebewesen. Dies ist das gängige Verfahren in der Tiermedizin, in der Humanmedizin kommt es dagegen sehr selten und nur bei strenger medizinischer Indikation vor. Völlig im Gegensatz zum Menschen sind Tiere einem hormonell gesteuerten Brunstverhalten unterworfen, gegen das sie sich nicht wehren können. Zyklische Hormonausschüttungen der Geschlechtsorgane erzwingen das Fortpflanzungsverhalten. Willentliche Gegensteuerung ist einem Tier verwehrt. Nur so kann die Arterhaltung in der Natur gewährleistet werden. Diese regelmäßig wiederkehrende Brunst stellt für den Körper eine enorme Stresssituation dar, die bei unerwünschter Fortpflanzung ihren Sinn verliert. Durch die Entfernung der Geschlechtsorgane entfällt nicht nur die Reproduktion, sondern gleichzeitig hat es den angenehmen Nebeneffekt, dass die hormonellen Stresseinwirkungen für das Tier vermieden werden.
Möchten wir die Fortpflanzungsfähigkeit bei Katze und Kater unterbinden, nehmen wir also in beiden Fällen eine Kastration vor. Dazu wird das Tier in Vollnarkose gelegt. Beim Kater wird mit einem kurzen Schnitt die Haut über den Hoden derart gespalten, dass ein Hoden vorfällt. Der Hoden wird vorgezogen und freipräpariert. Samenleiter sowie begleitende Strukturen und Gefäße werden abgebunden und der Hoden wird entfernt. Genauso verfährt man mit dem zweiten Hoden. Die Wunde verklebt innerhalb kürzester Zeit und wird daher chirurgisch nicht verschlossen.
Bei der weiblichen Katze ist die Kastration aufwändiger und auch komplizierter. Die Katze wird am Bauch rasiert und das Operationsfeld wird entsprechend gereinigt und desinfiziert. Danach wird sie in einer Rückenhängelage fixiert. Durch einen tiefen Schnitt in der Bauchmittellinie (Linea alba) wird die Bauchhöhle eröffnet. Mit einem speziellen Haken greift der Chirurg durch die Wunde an der Innenseite der Bauchhöhle entlang und ergreift damit die inneren Geschlechtsorgane. Jetzt wird die Spitze der Gebärmutter aus dem Bauch herausgezogen und der Eierstock vorgelagert. Die Organe (Eierstock und Gebärmutterhornspitze) mit ihren Gefäßen werden nach beiden Seiten mit resorbierbarem Faden abgebunden und danach entfernt. Da alle Fleischfresser eine zweihörnige Gebärmutter besitzen, muss dieser Schritt auf beiden Seiten durchgeführt werden. Danach werden zuerst die Bauchdecke, danach das Unterhautgewebe und die Haut chirurgisch verschlossen. Die Tiere erholen sich innerhalb kürzester Zeit und sind unmittelbar nach der Operation bereits schmerzfrei. Nebenwirkungen sind in der Regel keine zu erwarten. Nachgewiesenermaßen kann man bei Katzen beiderlei Geschlechts beobachten, dass die Tiere nach der chirurgischen Kastration freundlicher, umgänglicher und kontaktfreudiger gegenüber ihren Pflegern und Artgenossen werden.
Bei Katern ist evident , dass Raufereien und Urin verspritzen aufgrund hormonell bedingter Macht- und Revierkämpfe entfallen und die Tiere weniger streunen. Damit sind sie natürlich auch weniger empfänglich für Krankheiten, die durch Blut, Speichel oder Sperma übertragen werden können, wie z. B. Katzen-Aids. Auch nach der Kastration weiblicher Katzen sind keinerlei negativen Veränderungen bekannt. Im Gegenteil: Durch systematische Kastrationsaktionen können Populationsdichten bei verwilderten Hauskatzen erwiesenermaßen auf niedrigem Niveau stabilisiert werden.
Sie sehen, Christian: Die Erfolge sind augenfällig. Die Kastration ist ein medizinischer Eingriff in der Tiermedizin, der bei geringen Kosten den größtmöglichen Nutzen für Mensch und Tier mit sich bringt.