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Die alte Katze

Rosalinde M. aus Camp de Mar fragt:

„Nina“, unsere Perserkatze, wird jetzt 10 Jahre alt. Ist sie schon ein „Senior“, oder müssen wir uns noch keine Sorgen darüber machen, dass sie bald alt und krank werden könnte?

 

Liebe Rosalinde!


Erst einmal möchte ich bemerken, dass Alter an sich noch lange keine Krankheit ist. Dazu kommt, dass auch Tiere, genau wie Menschen, ganz unterschiedlich altern. Die Veränderungen, die das Älterwerden mit sich bringt, sind nicht unbedingt an der Anzahl von Lebensjahren zu messen, sondern können individuell ganz verschieden sein und zu verschiedenen Zeitpunkten beginnen. Generell lässt sich sagen, dass Katzen zwischen 7 und 10 „in die Jahre kommen“. So ungefähr ab dem 12. Lebensjahr machen sich Alterserscheinungen bemerkbar. Die Tiere spielen nicht mehr gerne, die Reaktionen auf einen Stimulus sind vermindert, die Interaktion zwischen Besitzer oder andern Tieren im Haushalt wird langsam weniger und der Schlafrhythmus der Katze verändert sich. Die Tiere sind manchmal ein wenig desorientiert und zeigen erhöhte Vokalisation. Manchmal gehen auch Dinge wieder verloren, die die Katze in Laufe ihres Lebens erlernt hat. Hauskatzen sind absolute „Gewohnheitstiere“. Wenn man eine auffällige Verhaltensveränderung bemerkt, wie z. B., dass sich das Fressverhalten verändert, sich das Tier an ganz ungewohnten Plätzen aufhält oder das „Geschäft“ plötzlich nicht mehr im Katzenklo verrichtet wird, erhält man damit oft schon einen Hinweis auf ein beginnendes gesundheitliches Problem.
Der Alterungsprozess birgt einige medizinische Risikofaktoren, die es zu erkennen und zu kontrollieren gilt, bevor sie sich im Körper manifestieren können. Nicht nur das Nachlassen der Immunabwehr, sondern auch ungenügende Nierenfunktion, Bluthochdruck, Schilddrüsenüberfunktion, Zahnprobleme, entzündliche Darmerkrankungen, Zuckerkrankheit, Krebserkrankungen u. a. sind mit dem Altern eng verbundene Krankheiten.
In den letzten Jahrzehnten hat sich unsere Haustierhaltung sehr verändert. Die Beziehung zwischen Tier und Besitzer ist wesentlich enger und die Pflege der Haustiere kontinuierlich besser geworden. Dadurch hat sich auch die Zahl der alternden Tiere erhöht. Unser Ziel ist es, nicht nur lebensverlängernd einzugreifen, sondern vor allem, die Lebensqualität unserer Schützlinge bis ins hohe Alter zu erhalten. Das bedeutet, bestehende Körperfunktionen zu verbessern oder möglichst lange zu konservieren. Dazu gehören nicht nur eine erhöhte Aufmerksamkeit der „alten“ Katze gegenüber oder eine altersgerecht angepasste Ernährung, sondern auch häufige tierärztliche Kontrollen.
Da altersbegleitende medizinische Probleme schnell fortschreiten können und häufig im Alter eine Koexistenz von verschiedenen Erkrankungen gleichzeitig auftritt, empfehle ich Ihnen, Rosalinde, eine halbjährliche komplette physische Untersuchung Ihrer Katze. Dazu gehört die Gewichtskontrolle genauso wie beispielsweise die Augen- oder Herzuntersuchung. Im Verdachtsfall können auf diese Art weitere diagnostische Proben wie Blut- oder Urinanalysen hinzugezogen werden, so dass ernstzunehmenden Problemen frühzeitig entgegengewirkt werden kann.
Einer meiner „Katzenpatienten“ wurde (nachweislich!) 26 Jahre alt, ohne dass er einen nennenswerten Leidensweg gehabt hätte. In diesem Sinne wünsche ich Ihrer „Nina“ noch etliche gesunde Jährchen!