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Hautkrankheiten bei Vögeln

Carola K. aus Calas de Mallorca fragt:

Mein Papagei hat sich an einigen Stellen Hautwunden zugefügt. Es scheint, als ob er irgendwie Juckreiz hätte, kann das sein? Soll ich eine Wundsalbe auf die Stellen auftragen?

 

Liebe Carola!


Auch bei Vögeln gibt es Hautkrankheiten und nicht selten sind diese mit Juckreiz verbunden.
Vögel haben im Vergleich zum Säugetier eine sehr dünne Haut, denn das trägt unter anderem dazu bei, Gewicht zu sparen und damit die Flugfähigkeit zu verbessern. Das Gefieder dient dem Vogel nicht ausschließlich zum Fliegen, sondern hilft ihm den Wärmehaushalt zu regulieren, sich gegen Nässe und mechanische Einwirkungen zu schützen, sowie Balz- und Drohverhalten auszudrücken.

Verliert das Gefieder seinen natürlichen Glanz, oder verändert es sich plötzlich in der Farbe, muss man bereits an eine beginnende Haut- bzw. Gefiedererkrankung denken. Sieht man abgebrochene oder missgebildete Federn, ist es offensichtlich, dass mit dem Vogel etwas nicht stimmt. Auch Federverlust, schlecht nachwachsende Federn oder Störungen beim Gefiederwechsel (= Mauser) sind eindeutige Hinweise auf eine Krankheit. In vielen Fällen kommt der Juckreiz erst später dazu, wenn sich die Haut entzündet hat. Meistens zeigen die Tiere dann einen erhöhten Putztrieb und sind, häufig auch nachts, unruhig. Man sieht Rötungen der Haut, manchmal Auflagerungen und Krusten.
Es ist oft sehr schwierig die Ursache für derartige Erkrankungen bei Vögeln herauszufinden.

Häufig sind Haltungsfehler für die Störung verantwortlich. Das Fehlen von Artgenossen beispielsweise kann insbesondere bei Papageien dazu führen, dass die Vögel sich zu „Rupfern“ entwickeln. Auch mechanische Probleme im Käfig können zu Federschädigungen führen. Mangelnde Luftfeuchtigkeit, ungenügende Hygiene oder ungeeignete Käfigeinrichtungen sind ebenfalls häufig eine Krankheitsursache. Viele Probleme des Hautstoffwechsels sind über die Fütterung zu regulieren. Falsch gefütterte Vögel, d. h. Tiere mit Mangelerscheinungen bzw. Übergewicht, erkranken sehr oft am Hautorgan.

Um eine Diagnose zu stellen, wird der Tierarzt zunächst einmal Federn unter dem Mikroskop betrachten. So können Ektoparasiten, wie Milben oder Federlinge, erkannt werden oder bei „angefressenen“ Federschäften kann man evtl. auf eine Verhaltensstörung, wie das Federrupfen, schließen. Ist die mikroskopische Betrachtung unergiebig, muss man andere Organsysteme in die Untersuchung mit einbeziehen. Hormonelle Störungen, Infektionen, Reaktionen auf Medikamente und vieles mehr können eine Hautkrankheit nach sich ziehen. Beispielsweise sind Farbveränderungen ein Hinweis auf eine Leber- bzw. Nierenerkrankung. Oder die Entwicklung von roten Deckfedern beim Graupapagei weist auf eine bestimmte Virusinfektion (Circovirus) hin. Denn wie beim Säugetier das Fell ist beim Vogel das Gefieder ein Spiegel für den Gesundheitszustand.

Noch etwas Carola: Vorsicht mit Salben! Vogelhaut ist trocken und unelastisch. Sie reagiert äußerst empfindlich auf viele Medikamente. Salben verkleben nicht nur unnötigerweise das Gefieder, sie können auch – besonders wenn sie Kortisone enthalten – schwerwiegende und schlecht heilende Hautveränderungen verursachen.