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Seidenhühner

Manuela K. aus San Jordi fragt:

Ich habe beim einem Spaziergang in Mallorca in einem Gehege kleine Hühner gesehen, die keine Feder haben, sondern Fell! Ist das möglich?

 

Liebe Manuela!


Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit haben Sie Seidenhühner gesehen. Diese kleine Hühnerrasse stammt aus Asien und hat sehr viele Besonderheiten vorzuweisen. Das Auffälligste ist in der Tat das Gefieder. Auch wenn es nicht so aussieht, Manuela, das Huhn hat Federn, keine Haare. Bei normalen Vogelfedern werden die einzelnen Federästchen, die an den Federfahnen hängen, durch kleine Widerhaken – nach dem Reißverschlussprinzip – flexibel zusammengehalten. Den Federn der Seidenhühner fehlen diese Häkchen, wodurch die weichen Federfahnen in alle Richtungen auseinander fallen und die so genannte "Seidenfedrigkeit" entsteht.

Durch den Erwerb dieser haarähnlichen Federsträhnen haben die Vögel allerdings ihre Flugfähigkeit eingebüßt. Seidenhühner haben eine sehr eine lange Geschichte. Schon bei Aristoteles (350 v. Chr.) finden sich Hinweise auf diese Rasse und auch Marco Polo hat das "katzenhaarige" Federvieh erwähnt. Später (18. Jh.) finden sich Hinweise, dass auf europäischen Jahrmärkten "Kreuzungen zwischen Huhn und Kaninchen" zur Schau gestellt wurden.
Die Verzwergung des Vogels erfolgte in Europa. Durch die mannigfaltigen Zuchtauslesen gibt es heutzutage viele verschiedene Seidenhühnerrassen und -farbschläge. Am bekanntesten ist das weiße chinesische Seidenhuhn. Weitere Besonderheiten dieser Hühner sind die fünf Zehen und die schwarze Haut. Auch Fleisch und Knochen zeigen eine schwärzliche Färbung. Die Tiere haben eine "Puschelhaube", haariges bis zu den Füßen reichendes Gefieder und dicht befiederte Beine.

Seidenhühner sind sehr robust und ausgezeichnete Brutvögel. Durch ihre so genannte "Kunstbrutfestigkeit" werden sie gerne als "Ammentiere" zum Ausbrüten und zur Aufzucht von delikaten Rassen herangezogen. Außerdem haben diese Vögel ein sehr ausgeprägtes Sozialverhalten und werden ausgesprochen leicht handzahm. Die Haltung ist anspruchslos, allerdings sollte den Vögeln ausreichend Regenschutz geboten werden, da durch die besondere Federstruktur kein körpereigener Nässeschutz vorhanden ist.